Kein schöner Anblick: Wird der Kratzerwirt nun vielleicht doch verkauft?
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Kein schöner Anblick: Wird der Kratzerwirt nun vielleicht doch verkauft?

Scherer: Sanierung wegen Corona und anderer Projekte schwierig – Hoffnung auf „denkmalaffinen“ Investor

Berglerner Bürgerliste beantragt Kratzerwirt-Verkauf

Mit einem überraschenden Thema befasst sich der Gemeinderat am Mittwoch, 31. März: dem Antrag der Berglerner Bürgerliste auf Verkauf des Kratzerwirts.

Berglern - Bürgermeister Anton Scherer, der von dieser Rathausgruppierung kommt, sagt auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Wir alle wollen, dass das Ortszentrum in Mitterlern aufgewertet wird. Das ist seit Jahrzehnten in einem, sagen wir mal, mäßigen Zustand.“

Angesichts der drängenden Pflichtaufgaben wie dem Feuerwehrhaus sinken Scherer zufolge die Chancen für die Gemeinde, das Sanierungsvorhaben an dem denkmalgeschützten Gebäude zu stemmen. Auch rechnet der Rathauschef nicht damit, dass die aktuelle Krise die Einnahmen stabil lässt.

Die Hoffnung der Antragsteller ist, dass ein privater, „denkmalaffiner“ Investor schneller etwas aus dem Gebäude machen kann als die Gemeinde. „Wir haben einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan, sodass wir fest davon ausgehen, dass da nichts hin kommt, was für die Gemeinde nachteilig ist“, betont Scherer.

Ohnehin hat so mancher die Meinung, dass die Gemeinde niemals in der Lage sein wird, ein solches Sanierungsvorhaben aus dem eigenen Haushalt zu stemmen. In der Bürgerversammlung 2019 hatte etwa Josef Eberl unter Beifall gemeint, dass er nicht an die sechs Millionen Euro glaube, die Architekt Udo Rieger bei der ersten Vorstellung des Konzepts für eine Sanierung und spätere Nutzung in den Raum gestellt hatte.

2. Bürgermeister Otmar Lerch hat immer – auch in besagter Bürgerversammlung – die Bedeutung des Gebäudes für die Gemeindegeschichte herausgestellt und mit ähnlicher Leidenschaft dafür plädiert, das anzugehen.

Mit dem Antrag für die kommende Sitzung, so Scherer, soll das Thema vorangebracht werden. Er hat auch schon einen Plan, wie es nach einem eventuellen positiven Bescheid für den Antrag weitergehen könnte: Eine Ausschreibung des Gebäudes könnte erfolgen, sodass der Gemeinderat über die Konzeptvorschläge der Bewerber Einflussmöglichkeiten behält. Dem Gemeinderat will er aber ausdrücklich nicht vorgreifen. „Wir werden das in aller Ausführlichkeit diskutieren“, betont Scherer.

Schon bei den Etatberatungen für 2020 war der Bürgermeister deutlich geworden: „Ich glaube nicht, dass wir uns eine Sanierung leisten können.“ Und es war Anna Mayr (PUB), die seinerzeit schon in den Raum gestellt hatte: „Kann man das aus der Hand geben? Kann man das loswerden?“ Genau das ist jetzt das Ansinnen der Bürgerliste.

KLAUS KUHN

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