Bebauungsplan Photovoltaik

Berglerner Sonnenstrom ab Herbst 2017

Berglern – Es geht voran in Sachen Bebauungsplan Photovoltaikanlage. Bevor jedoch gebaut wird, muss die Ausgleichsfläche angelegt sein – und der Flussregenpfeifer umgezogen.

Dem Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Photovoltaikanlage steht fast nichts mehr im Wege. Nur der Vertrag mit dem Investor muss dafür unter Dach und Fach sein, was laut Bürgermeister Simon Oberhofer aber der Fall sein wird. Somit könnte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22. Dezember Grünes Licht geben.

Oberhofer berichtete im Gremium, dass der Vertrag vielleicht noch kleinere Ergänzungen brauche, die aus der jetzt durchgeführten Anhörung der Träger öffentlicher Belange kämen. Was das konkret ist, konnte Planer Franz Pezold darstellen: „Es muss eine ökologische Baubegleitung stattfinden“, zitierte er aus den Schreiben der Fachbehörden. So wurde aus einer „Frischwiese“ in den Stellungnahmen eine „Magerwiese“, und andere machten sich Gedanken über einen „Unkrautsamenflug“.

Feststeht, dass die Ausgleichsfläche angelegt und abgenommen sein muss, bevor die ersten Modultische für die Solarpaneele montiert werden. Konkret geht es um ein Habitat speziell für den Flussregenpfeifer, der wohl umziehen muss. Eine Auskunft, was passiert, wenn der Vogel dort einfach nicht einzieht, konnte Pezold allerdings nicht geben. Aber Berichte über die Entwicklung genau dieser Ausgleichsfläche werden geschrieben: Immer zum 1. September muss ein solcher bei den Naturschutzbehörden vorliegen. Auch das steht jetzt in den Auflagen. Um die PV-Anlage errichten zu können, müssen Gehölze entnommen werden, und zwar in engem Kontakt mit der unteren Naturschutzbehörde.

Die Immissionsschutzbehörde machte sich einen Kopf wegen der Ventilatoren für die Wechselrichter, die durchaus 100 Dezibel laut werden könnten. Nur musste das Amt dann auch feststellen, dass weit und breit niemand ist, der sich daran stören könnte.

Eine Blendwirkung aber könne für die Besucher des nahen Badestrands eintreten. Dagegen könnten Anpflanzungen helfen, heißt es in den Papieren. Wieder andere machten sich wegen des Kieswerks in der Nähe Gedanken. Staub von dort könne die Module in ihrer Leistung beeinträchtigen. Pezold verwies auf entsprechende Erfahrungen in Saudi Arabien: „Da gibt es Anlagen, die werden täglich gereinigt.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass das hier ein Thema werde.

Immerhin gibt es jetzt einen Zeitplan: Bis Ende März wird Oberhofer zufolge die Ausgleichsfläche angelegt, sodass der Baubeginn im Herbst 2017 erfolgen könne.

Klaus Kuhn

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