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Interesse am Solar-Kraftwerk: Helmut Babinger (links) war bestens vorbereitet. 

Infoabend zu einem besonderen Projekt

Berglerns Bürger-Solarkraftwerk: Wer macht mit?

Altbürgermeister und Ehrenbürger Herbert Knur war der Erste: Er griff sich eines der Formulare, die Helmut Babinger mitgebracht hatte, um abzuklopfen, wie viele Berglerner denn mitmachen wollen in der Genossenschaft. Diese soll gegründet werden für den weiteren Ausbau des großen Solar-Kraftwerks an der Freisinger Straße. Es war zunächst nur die „unverbindliche Anfrage zwecks Beteiligung“.

VON KLAS KUHN

Berglern – Der erste Bauabschnitt mit 748 Kilowatt Höchstleistung ist bekanntlich bereits realisiert, und so konnte Babinger aus den ersten Betriebsjahren belastbare Zahlen über die mögliche Rendite vorlegen. Eine Verzinsung von über fünf Prozent ist herausgekommen, was der Hauptprotagonist des Vorhabens nicht schlecht fand. Diese Rendite könnte bei den weiteren Bauabschnitten sogar noch höher ausfallen, weil die ganzen Verfahrenskosten, die immerhin mit rund 60 000 Euro zu Buche geschlagen sind, für die weiteren Bauabschnitte nicht mehr anfallen. Warum er diese Kosten nicht auf die beiden noch geplanten Bauabschnitte mit umgelegt hat, verriet der Investor nicht.

Der erste Bauabschnitt hatte mit einem Finanzierungsbedarf von 636 000 Euro zu Buche geschlagen. Aktuell ist geplant, zwei weitere Abschnitte zu realisieren, die die gleiche Größenordnung wie der erste haben sollen. Die Berglerner Bürger können sich nun über eine Genossenschaft an der bereits realisierten Photovoltaikanlage beteiligen. Sie soll den Namen „Energiegenossenschaft Berglern“ tragen und ausschließlich geschäftsfähigen Berglerner Bürgern vorbehalten werden soll. Die Geschäftsanteile ab 1000 Euro, so der aktuelle Stand der Überlegungen, sollen allerdings begrenzt werden.

Das Firmenkonstrukt, das geschaffen werden soll, um die Anlage zu bauen und zu betreiben, sieht auf den ersten Blick kompliziert aus: Es wird eine GmbH & Co KG, und mit im Boot sind die Gemeinde, der Wasserzweckverband, natürlich Babinger und eben die noch zu gründende Genossenschaft als einer der wesentlichen Anteilseigner.

Diese „Bürger-Photovoltaik-Kraftwerk Berglern GmbH & Co. KG“ ist Eigentümerin der Anlage. Eine PV-Verwaltungsgesellschaft mbH mit den Gesellschaftern Babinger und Gemeinde führen die Geschäfte. Kommanditisten wären dann die Genossenschaft, Babinger, die Gemeinde und eben der Zweckverband. Dabei wird den aktuellen Überlegungen zufolge die Gemeinde mit rund 200 000 Euro dabei sein, der Wasserzweckverband mit noch einmal 50 000 Euro. Das würde bereits einen wesentlichen Teil der Baukosten für den zweiten Bauabschnitt abdecken.

Das komplizierte Firmengeflecht ist in der Branche übrigens nicht unüblich. Der Redaktion liegen ähnliche Modelle für Windkraftanlagen vor. Im konkreten Fall ist das mit der Kommunalaufsicht abgestimmt, und die Komplexität erklärt auch zum Teil, warum das so lange gedauert hat, bis Babinger damit an die Öffentlichkeit gehen konnte. „Das war jetzt ein langer Weg“, meinte er.

Ausführlich ging Babinger auf die einzelnen verbauten Komponenten ein, lobte deren Zuverlässigkeit, um dann die wichtigste Tabelle zu zeigen, aus der ein Nettoumsatz von etwas über 68 000 Euro pro Jahr hervorging, basierend auf den Erträgen des ersten Abschnitts im abgelaufenen Betriebsjahr.

Ende März soll die Genossenschaft aus der Taufe gehoben werden, für den 6. März ist eine weitere Infoveranstaltung geplant. Für die Genossenschaft müssen Gremien wie Vorstand und Aufsichtsrat besetzt werden, erklärte Babinger. Hier könne man sich einbringen.

So gibt’s das Formular

Informationen und das Mitmachformular gibt es per Mail an helmut.babinger@gmx.de, per Fax unter (0 87 62) 8 75 99 65 oder per Whatsapp unter (01 78) 1 56 13 89. Um weiter planen zu können, bittet Babinger um Rückmeldung bis 20. März.

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