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Klein, aber fein: Bei dieser abgespeckten Version des ehemals rollenden Supermarkts wird das BRK als Träger wohl bleiben – hier macht der „rollende Tante-Emma-Laden“ gerade Halt in Berglern.

Abgespecktes Angebot des BRK Erding

Der Rollende Supermarkt wird zum Tante-Emma-Laden

Aus dem Rollenden Supermarkt des BRK Erding ist ein rollender Tante-Emma-Laden geworden. Im Transporter wird nur mehr ein abgespecktes Sortiment angeboten. Grund dafür ist auch die mangelnde finanzielle Unterstützung der Gemeinden.

Berglern – Vize-Bürgermeister Otmar Lerch ist nach eigenen Aussagen „sehr enttäuscht“. Mit viel Einsatz hat er sich darum bemüht, die Nahversorgung in der Gemeinde Berglern über den Rollenden Supermarkt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wenigstens einigermaßen wiederherzustellen, nachdem der einzige Lebensmittelladen im Gemeindegebiet geschlossen hatte.

Doch aus dem Supermarkt auf vier Rädern sei bei Licht betrachtet ein „rollender Tante-Emma-Laden“ geworden – auf der Basis eines Transporters. Auch die Kunden bleiben nach seinen Beobachtungen aus. Dabei hat, wie er berichtet, die Gemeinde Berglern beschlossen, diese Einrichtung zu subventionieren.

Rollender BRK-Supermarkt: Nur eine Gemeinde unterstützt das Angebot finanziell

Danuta Pfanzelt, Pressesprecherin des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Erding, der diese Einrichtung betreibt, erklärt auf Nachfrage, dass nur eine einzige Gemeinde den Rollenden Supermarkt bislang finanziell unterstütze. Dass der begehbare große Lastwagen durch den kleinen Transporter ersetzt wurde, begründet sie im Gespräch mit technischen Problemen bei dem großen Fahrzeug. Freilich habe in diesem kleinen Fahrzeug nicht ein solches Warenangebot Platz wie in dem großen Lastwagen, sagt Pfanzelt weiter.

Das ist auch Lerch aufgefallen, der hier einen Teufelskreis befürchtet: Weniger Angebot, weniger Kunden, und am Schluss die Einstellung des ganzen Projekts. Nichts weniger ist die Sorge des Vize-Bürgermeisters und Seniorenreferenten. Genau diese Zielgruppe aber kommt, wenn auch verhalten.

Bestellungen sind möglich

Zu Beginn der Ferien war genau eine Kundin in Berglern an eben diesem Transporter, der seine Ankunft wie in der guten alten Zeit mit einer Klingel ankündigt. Sie will nicht mit Namen in der Zeitung genannt werden, bestätigte aber, dass die wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs tatsächlich auf diese Weise in die Gemeinde kommen. Es würden auch Bestellungen entgegengenommen. Pfanzelt verweist darauf, dass diese Dinge dann bei der nächsten Tour dabei sein werden.

„Diese Einrichtung hätte eine Zukunft, wenn man sie wachsen lassen würde.“

BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden antwortete aus dem Urlaub auf die Fragen der Heimatzeitung. Es werde vorerst zumindest bei diesem Transporter bleiben – nach dem Motto „klein aber fein“. Die Rückmeldungen der Kunden seien durchweg positiv, bemerkt die Geschäftsführerin und verweist dann auf einen nicht zu unterschätzenden Vorteil dieses Fahrzeugs: „Wir hatten bei unseren älteren Kunden, die mit dem Rollator unterwegs waren, sowieso das Problem, wie sie die Stufen hoch und wie unbeschadet wieder runter kommen.“ Tatsächlich war der Lastwagen nicht barrierefrei, was für die Hauptzielgruppe dieses Angebots zum Thema hat werden können. Und so verbreitet die Geschäftsführerin Optimismus: „Diese Einrichtung hätte eine Zukunft, wenn man sie wachsen lassen würde. Das zeigen auch andere Landkreise wie Passau. Im Schwäbischen ist jetzt auch ein kleiner fahrender Tante-Emma-Laden installiert worden, er funktioniert dort bestens.“

Rollender Tante-Emma-Laden: „Eigentlich ein richtig schöner Begriff.“

Kritik aus den Gemeinden sei bei ihr bislang nicht angekommen. Die von der Heimatzeitung kreierte Bezeichnung „rollender Tante-Emma-Laden“ übernahm sie dann sogar. „Eigentlich ein richtig schöner Begriff.“

Es gehe darum, Menschen zu helfen. „Dieser Tante-Emma-Laden ist ein kleiner Beitrag dazu, so wie unser Rettungsdienst, die Kindergärten, das Erzählcafé.“ Und so stellt sie das Projekt unter die ganz große Überschrift: „Und darauf, dass wir helfen dürfen und können, darauf sind wir stolz.“

Klaus Kuhn

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