Albert Furtner ist wieder einmal in Sachen Biber unterwegs. Im August dürfen Anträge auf Fanggenehmigung gestellt werden, damit Bilder wie diese mit reichlich Verbiss und Dammbauten vielleicht seltener werden.
+
Albert Furtner ist wieder einmal in Sachen Biber unterwegs. Im August dürfen Anträge auf Fanggenehmigung gestellt werden, damit Bilder wie diese mit reichlich Verbiss und Dammbauten vielleicht seltener werden.

Antrag zu spät gestellt?

Der Biber nagt weiter: Berglerner Landwirtschaftsreferent beklagt Überschwemmungen

Der Biber ist mal wieder unterwegs an der Sempt. Der Berglerner Landwirtschaftsreferent Albert Furtner (FW) hat das in der Gemeinderatssitzung zum Thema gemacht. Er verlangte, dass etwas geschieht.

Berglern - Wiesen würden vernässt, klagte Furtner. Das liege daran, dass der größte Nager Europas gern Dämme baut. Natürlich könne und müsse man diese Bauwerke wieder entnehmen, aber das sollte eben mit den Baumeistern auch passieren.

Berglern - Nur hat die Gemeinde offensichtlich den Antrag zu spät gestellt und käme jetzt in die Schonzeit der Tiere hinein. Bürgermeister Anton Scherer sagte zu, im August, wenn Maßnahmen wieder möglich sind, dass das Thema wieder auf seinen Schreibtisch komme. Dann bemühe man sich um eine Fanggenehmigung. Furtner war zufrieden, rief aber die Ratskollegen auf: „Schaut euch das an. Da steht alles unter Wasser.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Furtner das Thema Biber auf die Tagesordnung brachte. Seit Jahren ist er an dem Problem dran, aber immer nur mit eher mäßigem Erfolg. Regelmäßig muss er feststellen, dass Abzugsgräben zu und Uferbereiche buchstäblich untergraben sind sowie sich plötzlich auch gefährliche Löcher im Boden auftun. Es ist der Jäger, der eine Falle aufstellen muss, die dann täglich zu kontrollieren ist.

Es hängen aber auch noch andere Emotionen an dem Thema. Der Bund Naturschutz feiert sich selbst: „Mit dem Biber ist dem BN die erfolgreichste Wiedereinbürgerung eines Wildtieres in Bayern gelungen.“ Der Biber sorge für mehr Artenvielfalt, weisen die Naturschützer tatsächlich auch nach. Konflikte entstehen immer da, wo Landwirte ihre Felder bewirtschaften. Furtner kümmert sich um dieses Thema, hat auch schon mal die Heimatzeitung an den Schlottgraben im Grenzgebiet zwischen Berglern und Zustorf eingeladen und dort die Schäden demonstriert.

Fangen und Aussiedeln funktioniert nicht mehr, weil niemand mehr diese Tiere haben will. Direktabschuss oder Umweg über eine Falle sind die Mittel der Wahl, was allerdings artenschutzrechtlich Probleme aufwirft. Natürliche Feinde haben Biber nicht (mehr). Dabei gäbe es einen solchen durchaus, und er gehört auch zu den ganz großen emotionalen Themen zwischen Umweltschutzverbänden und etwa dem Bayerischen Bauernverband. Es ist der Wolf.  

Klaus Kuhn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare