Eine Kostprobe am heimischen E-Piano gab Georg Neumaier beim Besuch unserer Zeitung.
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Eine Kostprobe am heimischen E-Piano gab Georg Neumaier beim Besuch unserer Zeitung.

Ehrung am Sonntag

Der Herr der kirchlichen Klänge in Berglern: Georg Neumaier ist seit 25 Jahren Organist und Chorleiter

Es wird ein eher sparsames Jubiläum werden, dabei hätte Georg Neumaier aus Gaden einen „großen Bahnhof“ verdient: Seit einem Vierteljahrhundert ist er in Berglern nun schon Organist und Chorleiter. Neumaier freut sich trotz aller Einschränkungen über die Auszeichnung, die ihm am Sonntag in der Berglerner Kirche zuteil wird.

VON KLAUS KUHN

Berglern – Es wird ein eher sparsames Jubiläum werden, dabei hätte Georg Neumaier aus Gaden einen „großen Bahnhof“ verdient: Seit einem Vierteljahrhundert ist er in Berglern nun schon Organist und Chorleiter. Neumaier freut sich trotz aller Einschränkungen über die Auszeichnung, die ihm am Sonntag in der Berglerner Kirche zuteil wird.

„Das ist mein Hobby. Mir liegt ganz viel an der Messe, dass die schön gestaltet wird“, sagt der aus Niederding stammende, 46 Jahre alte promovierte Landmaschinentechniker und Patentprüfer im Patentamt mit dem Schwerpunkt Landtechnik beim Besuch unserer Zeitung. Einen überaus großen künstlerischen Anspruch erhebe er nicht.

Neumaier ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist dankbar dafür, dass die ganze Familie sein ehrenamtliches Engagement mitträgt. Wie man als Niederdinger gelernter Landwirt an die Organisten- und Chorleiterposition ausgerechnet in Berglern kommt? Von 1986 bis 1995 habe er das erzbischöfliche Studienseminar in Traunstein besucht, wo es eben auch um Stimmbildung, Chorsingen, Klavier- und Trompetenunterricht gegangen sei, erzählt Neumaier. „Chorsingen hat jeder müssen, es sei denn, es ging gar nicht“, erinnert er sich grinsend. Ab der neunten Klasse habe er dann Orgelunterricht erhalten. Wieder muss er lächeln über diese Zeit: „Das haben eigentlich fast alle gemacht, denn die Klavierlehrerin, die war nicht so das Gelbe vom Ei.“

Aber das hat ihn erkennbar nicht demotiviert, denn die C-Musiker-Ausbildung in Freising mit den Schwerpunkten Dirigieren, Orgelspiel und Gesang schloss sich an. Parallel dazu habe er aber erfahren, dass die Position des Organisten und Chorleiters in Berglern zu besetzen ist. Seither ist die Kirche dort seine musikalische und künstlerische Heimat. Aushilfsweise spielt Neumaier auch in Gaden, Langenpreising und Zustorf. Mit dem Chor kommt er vor allem an Festtagen zum Einsatz, und zwar nicht nur in Berglern.

Pfarrer hat er nur wenige erlebt: Michael Henger und Gregor Bartkowski sowie die weiteren Geistlichen Gerhard Salzeder und Diakon Sebastian Lenz. Neumaier meint, das zeige doch eine große Konstanz.

Die Orgel in Berglern, sein Instrument, sei übrigens nach der Renovierung vor einigen Jahren in einem sehr guten Zustand, freut er sich. Sorgen macht ihm dagegen sein Chor, der 16 aktive Sängerinnen und Sänger zählt und eigentlich montags ab 20 Uhr im Pfarrhaus probt, es aber derzeit nicht kann. „Ich hoffe, dass die aktuelle Angst wieder geht“, sagt Neumaier. Das habe unmittelbar damit zu tun, dass die Chormitglieder zu einem erheblichen Teil zur Risikogruppe gehörten. „Der Chor ist halt nicht mehr der jüngste.“

Am Sonntag will er aber keine Sorgen verbreiten, sondern ein wenig feiern. Die Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Peter und Paul beginnt um 10.15 Uhr, Neumaier wird gegen Ende ausgezeichnet. Anschließend findet ein Gedenken am Kriegerdenkmal statt.

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