Begrüßung kurz vorm Ortseingang: Das Berglerner Gemeindewappen mit Rose und Dreiberg.
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Begrüßung kurz vorm Ortseingang: Das Berglerner Gemeindewappen mit Rose und Dreiberg.

SERIE GEMEINDEWAPPEN

Die Rose verbindet Berglern und Moosburg

Das Wappen der Gemeinde Berglern ist stark stilisiert, zeigt im unteren Bereich einen grünen, sogenannten Dreiberg. Ein solcher findet sich teilweise mit anderen Farben und Formen auch in den Wappen Ungarns, der Slowakei und Sloweniens und ist in der Heraldik, also der Wappenkunde, ein beliebtes Symbol.

Berglern - Während jedoch die drei genannten Staatswappen Bezug auf konkrete Gebirge nehmen, ist das in Berglern mangels Berge schon topografisch unmöglich. So behilft das Haus der Bayerischen Geschichte sich in der Wappenbeschreibung (Blasonierung) damit, dass der Dreiberg einen Bezug zum Gemeindenamen herstelle, Berglern eben.

Der Landkreis Erding äußert sich in einer offiziellen Veröffentlichung über die Wappen im Landkreis ganz ähnlich. Mehr geben die Quellen nicht her.

Auch das Lexikon der Bayerischen Ortsnamen hilft hier nicht viel weiter, außer, dass das althochdeutsche Wort „hler“ mit eingeschlossen sei, was „Weideplätze“ bedeutete. Und das später dazugenommene „Perch“, später „Berg“ im Namen, kennzeichnet einen etwas höher gelegenen Weideplatz. Immerhin würde das die Farbgebung erklären. Das genannte Lexikon nennt allerdings die vier benachbarten Ortsteile, was einen Dreiberg wieder unlogisch erscheinen lässt.

Die heraldische – also wappenmäßig stilisierte – Rose im oberen Teil dagegen kommt einem schon deutlich bekannter vor und stammt tatsächlich von den Grafen von Moosburg. Das Lexikon kennzeichnet Berglern als Pfarrdorf, was Sinn macht: Das Geschlecht ist 1281 ausgestorben, übte aber bis dahin die Grundherrschaft, den Zehent, und die Kirchenvogtei aus.

Kirchenvogtei bedeutete nichts anderes als weltlicher Schutzherr der Kirche, also advocatus ecclesiae. Im Falle eines Rechtsstreits hatte unter bestimmten Umständen der Kirchenvogt seinen Untergebenen vor dem ordentlichen Gericht zu vertreten, wie die Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft bemerkt. Der Kirchenvogt hatte danach also das Recht, den Anspruch des Klägers zu untersuchen.

Das Wappen der Grafen von Moosburg ging übrigens nach 1281 nahtlos auf die Stadt Moosburg über. Die Rose stellt also einen unmittelbaren Bezug zur Gemeindegeschichte her.

Das Wappen wurde am 4. September 1962 genehmigt, so dass, ähnlich wie in Langenpreising, im kommenden Jahr ein kleines Jubiläum ins Haus steht. Ernst Rößner aus Bad Tölz, der unter anderem auch für die Gemeinden Finsing und Oberneuching tätig war, hat das Wappen für die Gemeinde entworfen.

Und er musste gut aufpassen, dass das Wappen von dem der Stadt Moosburg unterscheidbar blieb. Das gelang dem Heraldiker einer Veröffentlichung des Landkreises Erding zufolge dadurch, dass er nur eine Rose in das Berglerner Wappen integrierte. Moosburg heißt ja nicht umsonst Dreirosenstadt.

KLAUS KUHN

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