Kein schöner Anblick: Der Kratzerwirt soll verkauft werden.
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Kein schöner Anblick: Der Kratzerwirt soll verkauft werden.

Sanierung durch Investor „einzig sinnvolle Lösung“

Kratzerwirt: Berglerner Bürgerliste schießt nach FWG-Vorwürfen zurück

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Die Debatte um den Verkauf des Kratzerwirts in Mitterlern schlägt hohe Wellen. Nach der Stellungnahme der Freien Wähler in unserer Zeitung, in der sie unter anderem Vorwürfe gegen Bürgermeister Anton Scherer erheben, schießt nun dessen Bürgerliste (BBL) in einem Schreiben zurück.

Berglern - „Wir verwehren uns ausdrücklich dem Vorwurf der FWG, dass der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten wurden“, teilt BBL-Fraktionschef Robert Krieger mit. Alle neuen Erkenntnisse wie die Notsicherung seien öffentlich bekanntgegeben worden. „Architektenwettbewerb, Verkauf und späterer Rückkauf, Gemeinderatsklausur, öffentliche Vorstellung des Klausurergebnisses anlässlich des Dorffestes, Besichtigungen ähnlicher Baudenkmäler, Diskussionen im Gemeinderat und unzählige Wortmeldungen in den Bürgerversammlungen konnten kein nachhaltiges und finanzierbares Verwendungskonzept finden“, betont Krieger.

Robert Krieger, Fraktionschef der Bürgerliste

Wer sich ernsthaft mit den finanziellen Auswirkungen einer Eigensanierung durch die Gemeinde auseinandersetze, könne nur zu dem Ergebnis kommen, „dass die Kosten derzeit und auch in Zukunft die finanziellen Haushaltsmittel übersteigen.“ Krieger schreibt von einem siebenstelligen Betrag für die Sanierung und einer regelmäßigen fünf- bis sechsstelligen Unterhaltssumme.

Bekanntlich hat der Gemeinderat beschlossen, eine auf die Vermarktung denkmalgeschützter Objekte spezialisierte Fachagentur zu beauftragen. Der Rat behält sich die letzte Entscheidung vor, ob überhaupt und an wen verkauft wird. Der Beschluss erging gegen die Stimmen der FWG und von Ex-Gemeindechef Simon Oberhofer.

„Jeder Gemeinderat, der sein ehrenamtliches Mandat mit gesundem Menschenverstand und Weitsicht ausübt, sollte zu dem Entschluss kommen“, so Krieger, „keine gemeindlichen, finanziellen Mittel zu investieren. „Dem einen oder anderen neu gewählten Rat fehlt hier vielleicht auch die nötige Erfahrung.“ Aus Sicht der BBL könne man „doch nicht erst ein Nutzungskonzept erstellen, das natürlich Begehrlichkeiten in der Bevölkerung auslöst, und dann mal sehen, ob dies überhaupt zu finanzieren ist oder nicht“. Die FWG selbst habe in ihrem Wahlprogramm von einer soliden Finanzpolitik gesprochen. Es gebe viele Pflichtaufgaben.

Die einzig sinnvolle Lösung für den Erhalt des Gemeindedenkmals sei die Sanierung durch einen Investor, dessen Nutzungskonzept mit den Vorstellungen der Gemeinde eine möglichst große Schnittmenge bilde. „Nur so kann kurz- bis mittelfristig ein Schandfleck einer Nutzung zugeführt werden, auf die wir in Berglern alle stolz sein können“, so Krieger.

Demokratische Entscheidungen müsse man akzeptieren. „Die FWG Berglern mit Bürgermeister Oberhofer – damals FWG – hatte sechs Jahre die Gelegenheit, eine Lösung zu erarbeiten. Hier ist aber leider nichts zustande gekommen“, spöttelt Krieger.

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