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Ein Prachtstangerl: Im Wald wäre der Berglerner Maibaum eigentlich noch tabu.

Kritik von der Feuerwehr Berglern

„Erbärmlich“: Maibaumklau aus dem Wald

Berglern - Das Maibaumstehlen ist eine schöne Tradition. Die Feuerwehr Berglern hätte sogar nichts dagegen, selbst beklaut zu werden – aber nur, wenn alles nach den gültigen Regeln abläuft. Diese sehen die Retter aber nun verletzt.

Was sich junge Burschen in Berglern geleistet haben, ist ein Armutszeugnis. Das sagt zumindest Feuerwehrkommandant Martin Maierthaler. Der 30 Meter lange Baum der Feuerwehr wurde vor einigen Tagen direkt aus dem Wald gestohlen – ein Regelverstoß. Auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Berglern hat Maierthaler infolge des Diebstahls ein Video mit dem Titel „Die goldenen Regeln beim Maibaum-Stehlen“ geteilt. Darin heißt es: „Erst wenn der Maibaum im Ort ist, darf er gestohlen werden. Solange er noch im Wald steht, ist er tabu.“

Im Gespräch mit der Heimatzeitung findet Martin Maierthaler klare Worte: „Was sich die Diebe hier erlaubt haben, hat absolut nichts mit Tradition zu tun. Das ist einfach erbärmlich. Wenn ich nicht die Eier in meiner Lederhose habe, den Baum direkt aus dem Stüberl zu stehlen, dann ist das einfach nur lächerlich.“

Zwar würden sich die Berglerner freuen, wenn der Maibaum gestohlen wird, jedoch solle das dann erst, traditionsgemäß, ab dem offiziellen Stüberlbetrieb geschehen. „Es ist ja ein toller Brauch, wenn die Diebe dann beim Aufstellen mithelfen, und eine Brotzeit als Auslöse erhalten. Bei uns würde es genügend Möglichkeiten zum Stehlen geben, aber das, was sich diese Burschen geleistet haben, geht gar nicht“, begründet der Feuerwehrkommandant seine Verärgerung.

Dass die Täter den Stamm aus Unwissenheit aus dem Wald entwendet haben könnten, glauben die Berglerner nicht. Sie wüssten, um wen es sich handelt, berichtet Maierthaler: die Nutzer des „Fiaschbomer Haisls“ in der Nähe von Wartenberg. Den Ort, in dem sich der Treffpunkt für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren befindet, wolle Maierthaler nicht nennen. Obwohl er kein Verständnis für den Baumklau hat, zeigt er sich gnädig. „Die haben sich jetzt innerhalb ihrer Ortschaft schon zum Gespött gemacht.“

Bis Sonntag haben die Diebe Zeit, sich bei Maierthaler zu melden, und den Baum unversehrt zurückzubringen. „Da sind dann bestimmt auch ein paar Bier drin“, sagt der Feuerwehrler. Sollte sich der 30-Meter-Stamm am Montag noch nicht wieder an seinem Platz im Wald befinden, führe der Weg des Organisators jedoch direkt zur Dorfener Polizeiwache. „Die Täter haben sich ja des gemeinschaftlichen Diebstahls strafbar gemacht.“

Man werde auf jeden Fall dafür sorgen, dass die „Maibaum Coming Home“ Party am Samstag, 16. April, wie geplant sattfindet.

Julia Adam

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