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Erstmals außerhalb von Freising fand am Sonntabend eine Lichterzeichen-Demo statt.  

„Unsere Erde ist kein Spielball“

Erste Lichterzeichen-Demo gegen 3. Flughafen-Startbahn in Berglern

Es war ein „Lichterzeichen“, das am Sonntag in Berglern gesetzt worden ist: 250 Demonstranten gegen die dritte Startbahn am Flughafen München kamen zusammen.

Berglern   Hartmut Binner von Aufgemuckt berichtete, dass man beschlossen habe, mit dieser sonst auf Freising konzentrierten Veranstaltung hinaus in die Fläche zu gehen, in die von einer möglichen dritten Startbahn am meisten betroffenen Gemeinden. Und hier stehe nun mal Berglern ganz weit vorne.

Später werde man auch in Fahrenzhausen und Attaching solche Veranstaltungen durchführen. „Wir wollen einfach die Leute wach halten.“ Das sei notwendig vor dem Hintergrund des Moratoriums zur dritten Startbahn im Landtag. Der Organisator vor Ort, Markus Geier von den Freien Wählern, formulierte das vor den Demonstranten so: „Auch wenn man lange nichts gehört hat: Wir sind wach!“

Demo gegen 3. Startbahn in Berglern ist auch kirchliche Veranstaltung

„Lichterzeichen“ versteht sich ausdrücklich auch als eine kirchliche Veranstaltung vor dem Hintergrund des biblischen Auftrags, die Schöpfung zu bewahren. Diakon Sebastian Lenz und die Erdinger Pfarrerin Andrea Oechslen hatten darum eine tragende Rolle unter anderem bei dem, was die Organisatoren als „Aussendung“ im biblischen Sinne verstanden wissen wollten.

Diese Form der Veranstaltung haben sie aus Freising mitgebracht. Auch dort waren diese immer eine ökumenische Sache. Seit über zehn Jahren wird jetzt schon in dieser Form gegen eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen protestiert. Allein 60 Teilnehmer waren mit dem Fahrrad aus Freising angekommen. 

Neben Bürgermeister Simon Oberhofer war auch der Eittinger Gemeindechef Georg Wiester unter den Demonstranten, die sich erst einmal in der Kirche versammelten. Lenz: „Unsere Erde ist uns nicht als Spielball gegeben worden.“ Der Mensch sei „Ebenbild und Sachverwalter Gottes.“ Und so rief Diakon Lenz dazu auf: „Lasst uns alle weiter sehen als wir sind.“ Unter dem Strich gehe es letztlich auch um einen „friedvollen Umgang mit uns selbst.“

Josef Neblich vom Organisationsteam meinte: „Für 20 Euro nach Mallorca! Muss das sein?“ Er knüpfte die bekannten Schülerdemonstrationen an: „Sundays for future!“

Zum Abschluss des Schweigemarsches durch die Gebiete von Berglern, die von einer dritten Startbahn am schlimmsten betroffen wären, trafen sich die Demonstranten auf dem Schulhof, wo die evangelische Pfarrerin ganz ähnliche Worte fand. Für eine Gemeinde von der Größe Berglerns sind 250 Demonstranten eine echte Hausnummer. Die Feuerwehr bot drei Fahrzeuge und zehn Freiwillige auf, um mit der Polizei den Zug abzusichern.

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Klaus Kuhn

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