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Mit Produkten aus fairem Handel waren die Säckchen gefüllt, die Maximilian Ostermair als Nikolaus verteilte.  

Grundschule Berglern

Ein fairer Nikolaus macht den Anfang

Ohne Krampus, dafür mit Mandarinen aus fairem Handel kam der Nikolaus in die Grundschule Berglern. Es ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Fair-Trade-Schule

Berglern – Die Grundschule Berglern will eine Fair-Trade-Schule werden. Mit der neuen Schulleiterin Sabine Hoffmann an der Spitze haben Lehrer, Schüler, und Eltern damit begonnen, die Bedingungen für eine Bewerbung zu schaffen. Am gestrigen Dienstag spannten sie dafür sogar den Nikolaus ein. Religionslehrer Maximilian Ostermair als der heilige Mann verteilte an jedes der Kinder Säckchen mit Mandarinen und Schoko-Nikoläusen, die ausschließlich aus fairem Handel stammen.

Klassenweise empfing der Nikolaus die Kinder im Religionszimmer. Er hatte die Geschichte vom Heiligen Nikolaus dabei, die Kinder sangen fröhliche Lieder, und dann erst verteilte er die Säckchen, die jedes Berglerner Schulkind von der ersten Klasse an hat. Auf den Krampus verzichtete Ostermaier. Die Kinder seien brav, meinte er. Im Übrigen sei der ruppige Geselle ein Überbleibsel aus heidnisch-germanischer Zeit und habe mit dem Heiligen letztlich nichts zu tun.

Für eine Bewerbung müssen laut Hoffman fünf Bedingungen erfüllt sein. Aktionen sind eine davon. Da kam Hoffmann der Nikolaus-Besuch gerade recht, die Sackerl wurden mit den entsprechenden Dingen gefüllt. Auch seien Projekttage geplant. „Hier haben wir uns Beratung von außen geholt, und zwar Carina Bischke aus Erding.“ Die Ehrenamtliche beschäftigt sich schon lange und intensiv mit diesem Thema. „Ich freue mich sehr, den fairen Gedanken weiterzutragen“, bestätigt Bischke dann auch.

Ein weiteres Kriterium sei, das Thema „Fairer Handel“ in den Unterricht einzubinden. Dafür werden in jeder Klasse zwei Schulstunden reserviert. Schließlich sollten in der Schule Produkte aus fairem Handel zu sehen sein. Die Schulleiterin erwähnte in diesem Zusammenhang die Verfügbarkeit von Obst aus der Region, wie es in Berglern schon vor ihrer Amtsübernahme im Sommer üblich gewesen sei. Es gehe ihr um Nachhaltigkeit, ein Gedanke, der im normalen Unterricht leider immer etwas zu kurz komme, meinte Hoffmann.

Für die Bewerbung muss auch ein Gremium gebildet werden, das den Prozess begleitet. Hier habe sie offene Türen eingerannt, deutete Hoffmann an. Neben der Schulleitung sollten Lehrer dabei sein, Kinder und Elternvertreter. Sie habe die Erfahrung machen dürfen, dass viele engagiert mitmachen. Zudem müsse ein „Kompass“ erstellt werden, in dem das Engagement der Schule schriftlich begründet wird.

von Klaus Kuhn

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