+
Zum Abschied einen Präsentkorb bekam Wassermeister Hans Steiner (l.) von Wartenbergs Bürgermeister Manfred Ranft überreicht.

In Rente nach 28 Jahren beim Wasserzweckverband Berglerner Gruppe 

Ehrenabend fürs „wandelnde Kanalkataster“

Hans Steiner war 28 Jahre lang beim Wasserzweckverband Berglerner Gruppe. Jetzt ist das „wandelnde Kanalkataster“, wie ihn Vorsitzender Simon Oberhofer einmal genannt hat, mit einem Ehrenabend in den Ruhestand verabschiedet worden.

Berglern – Eigentlich gehört Hans Steiner beim Wasserzweckverband Berglerner Gruppe zum Inventar. Das jedenfalls wurde in einer gemütlichen Runde beim Oberwirt in Langenpreising deutlich, wo Steiner nach 28 Jahren beim Wasserzweckverband Berglerner Gruppe in den Ruhestand verabschiedet worden ist.

Das wurde verbunden mit der launigen Aufforderung, noch 22 Jahre weiterzumachen, denn 50 Jahre seien in der Regel die Anlagen-Laufzeit. Steiner hat sich hoch gedient: Vom einfachen Mitarbeiter im technischen Bereich bis zum geprüften Wassermeister, Qualifikation für die Leitung des Betriebs. Und noch etwas fiel auf: Hans Steiner löste Hans Stefani ab, und nun ist Hans Stangl an der Spitze des Versorgungsbetriebs: „Der Hans löst den Hans ab.“

Gelobt wurde Steiners Einsatz für die Verbesserung der Versorgungssicherheit, was für ihn enorm wichtig gewesen sei. Als er anfing, betrug das Leitungsnetz 110 Kilometer. Inzwischen ist es auf 144 angewachsen. Diesen vergleichsweise kleinen Zuwachs erklärte Steiner im Gespräch damit, dass die Neubaugebiete immer dicht bei den Versorgungsleitungen entstanden seien.

Gefragt, was denn das heftigste Erlebnis in seiner Dienstzeit war, musste Steiner nicht lange nachdenken: „Was am strapaziösesten war und was mir am besten in Erinnerung geblieben ist, war der Starkregen im Sommer 2013. Da hat es uns einen Brunnen überflutet, und wir hatten eine Verkeimung im Netz. Da ging’s dann heftig ab: Gesundheitsamt und alles Mögliche. Es gab eine Abkochverfügung, und das zehrt natürlich gewaltig an den Nerven.“ Man habe allen Leuten Bescheid sagen müssen. „An dem Tag hab’ ich den Telefonhörer nicht vom Ohrwaschl weggebracht“, erinnerte sich Steiner.

Gefragt nach seiner Rolle als wandelndes Leitungsregister, bestätigte er: „Ich hab’ natürlich viel im Kopf, was mit der Zeit gewachsen ist. Bei den Tätigkeiten, bei denen man selber dabei war, kann man sich das natürlich besser einprägen als das, was man vom Hörensagen kennt.“ Schieber austauschen gehörte zu seinen Standard-Arbeiten. Schätzungsweise an die 800 mögen es gewesen sein.

Wie viele Rohrbrüche es gegeben hat? „Sehr viele. Das Hauptproblem sind dabei nicht die Hauptversorgungsleitungen, sondern die Hausanschlüsse. 936 Rohrbrüche hab’ ich noch im Kopf.“

Daneben habe es freilich eine Menge an lustigen Begebenheiten mit Kollegen gegeben, erzählte er. „Am besten überrascht haben mich meine Arbeitskollegen am Mittwoch. Da habe ich ein Essen für die ganzen Gemeindemitarbeiter ausgegeben, mit denen ich zu tun gehabt habe. Da haben meine Kollegen gewusst, dass ich um halb 11 Uhr schon hin fahre und die Bestuhlung aufstelle. Die Zeit haben die ausgenutzt und mir im Garten einen Oberflurhydranten eingegraben.“ Das sei bei strömendem Regen gemacht worden. „Die haben einen Pavillon hingestellt, den Rasen mit einer Plane abgedeckt – wunderbar“, erzählt Steiner lachend.

Das hatte mit einem anderen Verdienst zu tun: Steiner hat nämlich enorm viele alte Ausrüstungsgegenstände der Wasserversorgung, wie alte Kommunikationseinrichtungen, davor bewahrt, weggeworfen zu werden. Immerhin seien das Zeitzeugen, sagt er. Genau daran erinnern die Kollegen auch.

Klaus Kuhn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schlangenlinien nach Oktoberfest
Trotz der zum Oktoberfest angekündigten verstärkten Alkoholkontrollen sind am Mittwoch drei alkoholisierte Oktoberfestbesucher betrunken nach Hause gefahren.
Schlangenlinien nach Oktoberfest
Neue Chefin fürs Finanzamt Erding
Die rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erdinger Finanzamts bekommen eine neue Chefin. Dr. Sabine Mock (44) folgt auf Leitenden Regierungsdirektor Josef …
Neue Chefin fürs Finanzamt Erding
Landkreis soll für Schützenzug mitzahlen
Der Schützenzug durch die Stadt gilt als Höhepunkt beim Dorfener Volksfest. Weit über 10 000 Euro gibt die Stadt dafür jährlich aus. Künftig soll sich der Landkreis an …
Landkreis soll für Schützenzug mitzahlen
Neun neue Lehrer, 133 neue Schüler
Am Gymnasium Dorfen haben neun neue Lehrer ihren Dienst aufgenommen. Die Pädagogen haben entweder eine Planstelle, sind Referendare oder Aushilfsnehmer.
Neun neue Lehrer, 133 neue Schüler

Kommentare