Kein schöner Anblick: Wird der Kratzerwirt verkauft?
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Kein schöner Anblick: Wird der Kratzerwirt verkauft?

FWG erklärt, warum sie derzeit gegen einen Verkauf des Areals in Mitterlern sind – Kritik am Bürgermeister

Freie Wähler üben Kritik an Ratsbeschluss: Klare Absage an eine Alternative für den Kratzerwirt

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Für eine emotionale Debatte im Gemeinderat gesorgt hat der Antrag der Berglerner Bürgerliste, den Kratzerwirt zu verkaufen. Markus Geier, Sprecher der Freien Wähler, legt nun in einer Stellungnahme seiner Fraktion nach. Nicht nur die Gemeinderäte der FWG seien von dem Antrag zum aktuellen Zeitpunkt überrascht worden.

Berglern - Geier übt Kritik an Anton Scherer: „Nicht nur wir hätten erwartet, dass der Bürgermeister den aktuellen Sachstand, der sich aufgrund der ausschließlich nichtöffentlich geführten Diskussionen derzeit darstellt, nochmals ausführlich im Rahmen einer öffentlichen Sitzung bekannt macht. Dies ist leider nicht geschehen, sodass viele Wortbeiträge in der Sitzung im Ungefähren bleiben mussten“, kritisiert Geier.

Wie berichtet, hat der Gemeinderat vergangenen Mittwoch beschlossen, eine Fachagentur, die sich auf die Vermarktung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert hat, zu beauftragen. Der Rat behält sich die letzte Entscheidung vor, ob überhaupt und an wen verkauft wird. Die Entscheidung dazu fiel gegen die Stimmen der FWG und von Ex-Gemeindechef Simon Oberhofer. Die FWG hatte zuvor erfolglos die Vertagung des Tagesordnungspunkts beantragt.

Die FWG habe dagegen gestimmt, weil es ihr stets ein großes Anliegen gewesen sei, ein schlüssiges Gesamtkonzept für das Dorfzentrum Mitterlern und die Nutzung des Baudenkmals Kratzerwirt für die Allgemeinheit zu entwickeln. „Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, die der Gemeinderat bereits beschlossen hatte, und unter Beteiligung der Berglerner wäre es, nach vielen Jahren des Stillstands, in einem überschaubaren Zeitrahmen möglich gewesen, ein Nutzungskonzept für den Kratzerwirt mit der Gemeinde als Eigentümerin zu erarbeiten“, findet Geier. „Auf Grundlage dieser Planungen und einer vernünftigen und nachvollziehbaren Kostenschätzung wäre es dann in einem zweiten Schritt erforderlich gewesen, eine tragfähige Finanzierung, unter Berücksichtigung aller staatlicher Fördermöglichkeiten, auf die Beine zu stellen.“

Das Gebäude und seine Lage seien einmalig. Es gebe bereits nach Ansicht Geiers gute Ideen wie den Bau eines Bürgerhauses, Seniorentreffpunkts, Trauungszimmers oder von Jugendräumen. Oder man könne Platz schaffen für die Gemeindebücherei. „Statt also gebetsmühlenartig immer das Argument ins Feld zu führen, dass die Gemeinde das alles nicht finanzieren könne, sollte man endlich einmal klar machen, was man eigentlich für die Bürger realisieren will und erst dann fragen, ob diese Investition langfristig für die Gemeinde sinnvoll und tragbar ist“, sagt Geier. Doch diese Frage sei noch nie zu Ende gedacht und ausreichend beantwortet worden.

„Leider wurde durch den Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats dieser Möglichkeit, eine weitere Alternative für die Zukunft des Kratzerwirts zu erarbeiten, eine deutliche Absage erteilt“, bedauert Geier.

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