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Die Kandidaten der Berglerner Neuen Wählergemeinschaft sind (v. l.) Martin Maierthaler, Monika Gartner, Simon Oberhofer und Christina Brandhuber.

Kommunalwahl 2020

Berglerner Neue Wählergemeinschaft: Liste steht, Simon Oberhofer kandidiert

Die Freien Wähler entschieden sich gegen Simon Oberhofer, also gründete er eine neue Wählergruppe und ist jetzt auch ihr Bürgermeisterkandidat.

Berglern – Die voraussichtlich letzte Gruppierung hat sich jetzt in der Gemeinde Berglern formiert. Bürgermeister Simon Oberhofer hat, wie berichet, die „Berglerner Neue Wählergemeinschaft“ gegründet, nachdem die Freien Wähler ihn nicht mehr als Bürgermeisterkandidaten haben aufstellen wollen. Seine Suche nach Mitgliedern und Kandidaten für die Liste war nicht erfolglos: „Ich freue mich, dass doch mehr als eine Handvoll zusammengekommen ist“, sagte er zur Begrüßung im Sportheim.

Elf Wahlberechtigte waren es, und die hoben Oberhofer einstimmig auf den Schild. Die Erfahrung zeige, dass die Berglerner quer durch die Listen wählen, also panaschieren, so Oberhofer, der vier Kandidatinnen und Kandidaten aufbieten konnte. Ludwig Waitzenauer leitete die Wahlen. Oberhofer machte keine langen Worte zum Anfang, sodass Waitzenauer sofort eine Blockwahl vorschlug. Die Versammlung votierte einstimmig dafür.

Kommunalwahl 2020: Die Liste der Berglerner Neue Wählergemeinschaft

Martin Maierthaler (42), Krankenpfleger, verheiratet, zwei Kinder und Jugendwart bei der Feuerwehr, hat sich freilich das Feuerwehr-Gerätehaus ganz oben auf die Aufgabenliste gesetzt. Monika Gartner (58) ist Altenpflegerin, verheiratet, hat zwei Kinder, und meinte: „Senioren haben immer Bedarf.“ Christina Brandhuber ist 36 Jahre alt und Speditionskauffrau, derzeit in Elternzeit mit dem ersten Kind. Oberhofer selbst ist 62 Jahre alt, ledig und Verwaltungsbeamter. Ersatzbewerber gibt es keine.

Eine Wahlperiode hat Oberhofer als Bürgermeister fast abgeschlossen und will Begonnenes zu Ende bringen. „Der Supermarkt liegt mir besonders am Herzen. Wir sind jetzt gerade dabei, das aufs Gleis zu setzen.“ Auch das neue Feuerwehr-Gerätehaus, die Kindergärten und die Schule nannte er als Schwerpunkte und prognostizierte, dass die offene Ganztagsbetreuung zum Thema werde. Die Schule werde wohl bald komplett zweizügig geführt werden. Vergangenheitsbewältigung betrieb Oberhofer nicht. „Ziel ist es, einen fairen Wahlkampf für die Kommunalwahl 2020 zu machen.“ Er ist jetzt Listenführer, gefolgt von Brandhuber, Gartner und Maierthaler. Von den elf abgegebenen Stimmen war eine ungültig, zehn votierten dafür. Alle Bewerber stehen dreifach auf der Liste. Beauftragter für den Wahlvorschlag ist Oberhofer.

60 Unterstützer-Unterschriften nötig

Eine „große Aufgabe“ nannte er das Sammeln von Unterstützerunterschriften. Erforderlich wird das, weil es eine neue Wählergruppierung ist. 60 müssen es bei dieser Gemeindegröße sein. Dazu müssen diese wahlberechtigten Bürger mit Personalausweis nach Wartenberg ins Rathaus kommen. Diese dürfen nicht auf anderen Listen kandidieren. Eintragungsmöglichkeiten bestehen im Einwohnermeldeamt in Wartenberg von dem Augenblick an, in dem der Wahlvorschlag, versehen mit zwölf weiteren Unterschriften, eingereicht ist. Die Zeiten, in denen das im Rathaus möglich ist, werden noch von der VG veröffentlicht.

Bürgermeisterwahl: Kontrahent Anton Scherer hofft auf Disskussionsabend

Stürmischer Beifall für Oberhofer blieb aus, man blieb sehr sachlich. Der erste externe Gratulant war der Kandidat der Berglerner Bürgerliste, Anton Scherer. Der schrieb der Heimatzeitung: „Ich begrüße es sehr, dass es einen Gegenkandidaten gibt, denn es gehört zum Wesen einer Demokratie, dass der mündige Bürger eine echte Entscheidung treffen kann.“ Diese setze aber Alternativen voraus. „Ich wünsche mir für die nächsten Wochen und Monate einen fairen Wahlkampf.“ Scherers Vorschlag: Eine Veranstaltung, bei der beide Kandidaten ihre jeweiligen Positionen darlegen und mit den Bürgern diskutieren. Ob es dazu kommt, ist noch offen.

Klaus Kuhn

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