Braucht eine Notsicherung: Der Kratzerwirt wird durch das erforderliche Blechdach auch nicht schöner. Jetzt soll eine Fachagentur einen Investor finden.
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Braucht eine Notsicherung: Der Kratzerwirt wird durch das erforderliche Blechdach auch nicht schöner. Jetzt soll eine Fachagentur einen Investor finden.

Gemeinde Berglern stellt Weichen für den Verkauf des Areals

Kratzerwirt: Investoren gesucht

Berglern – Die Gemeinde Berglern geht den Verkauf des Kratzerwirts an. Die Berglerner Bürgerliste hatte den Stein ins Rollen gebracht.

Der Gemeinderat hat am Mittwochabend nach längerer und zeitweise emotional aufgeheizter Debatte beschlossen, eine Fachagentur, die sich auf die Vermarktung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert hat, zu beauftragen. Das Gremium behält sich aber die letzte Entscheidung, ob überhaupt und an wen verkauft wird, noch vor.

Viel wird davon abhängen, welche Konzepte die Interessenten vorlegen. Wie berichtet, hatte die Berglerner Bürgerliste (BBL) im Gemeinderat den Antrag gestellt, den Kratzerwirt zu verkaufen. Am meisten überrascht waren die Freien Wähler. Deren Sprecher Markus Geier reagierte denn auch ziemlich angefressen. Sein Hauptargument: „Das ist bisher immer nur nichtöffentlich diskutiert worden. Wir hätten das gern öffentlich diskutiert.“ Man wolle verschiedene Optionen haben, und darum sei der Antrag zum jetzigen Zeitpunkt unpassend. Auch Albert Furtner (FW) wollte den Kratzerwirt behalten: „So was verkauft man nicht.“

Robert Krieger (BBL) hatte den Antrag zuvor noch einmal begründet und antwortete Furtner direkt: „Wir haben das gekauft, um es abzureißen.“ Da ist bekanntlich das Denkmalamt dazwischen gegangen mit der Folge, dass jetzt sogar eine Notsicherung mit einem Blechdach sein muss, was die Optik weiter verschlechtert und Geld kosten wird. Genau diese Notsicherung aber gebe der Gemeinde Zeit, sagte Geier.

Die entscheidenden Stimmen kamen von den Parteiunabhängigen Berglernern (PUB), deren Frontmann Vizebürgermeister Otmar Lerch bekannt ist für seine Haltung, dass der Kratzerwirt erhalten werden müsse. Auch er zeigte sich erstaunt über den Antrag.

Es war in der hin und her wogenden Debatte Christine Kohlschütter (FW), die öffentlich machte, dass es bereits ein interessiertes Maklerbüro gebe. Das war in einer der nichtöffentlichen Sitzungen schon vor Ort gewesen.

Lerch kann sich einen fachlich begleiteten Verkauf vorstellen. Um zu einer breiteren Mehrheit zu kommen, formulierte Bürgermeister Anton Scherer (BBL) einen modifizierten Antrag, der genau diese fachliche Begleitung festschreibt und zugleich die Sache noch etwas offen lässt.

In dieser Debattenlage versuchte Geier, die Notbremse zu ziehen und beantragte eine Vertagung. Lerch beantragte daraufhin eine Sitzungsunterbrechung, um sich mit der Fraktion beraten zu können. Die nutzten diese Zeit für sich. Danach empfahl Lerch den Freien Wählern, den Vertagungsantrag zurückzuziehen. Dem folgten diese nicht. Sie wollten eine Entscheidung. Der FW-Antrag fiel jedoch durch.

Scherers Antrag ging dann gegen die Stimmen der FW und Ex-Bürgermeister Simon Oberhofer, der sich an der Debatte übrigens überhaupt nicht beteiligt hatte, durch. Damit hat der Bürgermeister jetzt den Auftrag, die dem Gemeinderat aus einer nichtöffentlichen Sitzung bekannte Agentur in Aktion treten zu lassen. KLAUS KUHN

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