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Fensterln lernen mit der Feuerwehr: In Berglern ging es gleich mit der vierteiligen Steckleiter zur Sache. Der Hintergrund ist natürlich ernst. 

Nach zwei Jahren eine der stärksten im Landkreis Erding

Die Erfolgsstory der Berglerner Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr Berglern ist eine Erfolgsstory, die sich der damalige Hauptinitiator Martin Maierthaler so auch nicht hat träumen lassen. Aus dem Stand haben die Berglerner eine der stärksten Jugendfeuerwehren kreisweit aufgestellt und können jetzt, nach zwei Jahren, auf rund 20 junge Aktive zurückgreifen.

VON KLAUS KUHN

Berglern – Mehr noch: Die Feuerwehr kann bereits die ersten Früchte dieser Aufbauarbeit ernten: Sieben der jungen Kameraden werden an der modularen Truppmann-Ausbildung teilnehmen, können nach deren Bestehen auch Leistungsprüfungen wie die „Großen“ ablegen und stehen dann ab dem 18. Lebensjahr für die Verstärkung der aktiven Mannschaft in vollem Umfang zur Verfügung. Michelle Pflügler, Sarah Kramacyk, Christoph Maier, Phillip Stangl, Lukas Kohlschütter, Simon Strobl und Marco Melerowitz sind hier dabei.

Die Jugend trifft sich jeden zweiten Freitag und jeden vierten Mittwoch im Monat. Die Termine werden jeweils am Gerätehaus ausgehängt.

Die Motivation der jungen Feuerwehrleute ist gewaltig: Sie kommen in einer derart großen Anzahl zu den Übungen, dass drei Gruppen gebildet werden müssen.

Das wiederum ist eine Sache, die kaum jemand sieht: Es reicht ja nicht, 20 junge Menschen für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern. Da müssen dann auch Freiwillige her, die bereit sind, sich hin zu stellen und diesen Jugendlichen etwas beizubringen, sie zu motivieren und zu fördern, aber auch zu fordern. Der Leistungswille ist da.

Maierthaler war hier voll des Lobes: Jugendleiter sind Thomas Strobl und Barbara Crichton, sagte er der Heimatzeitung. Und die wiederum könnten auf wechselnde Freiwillige zurück greifen, die kräftig mitarbeiteten. So komme eine Gruppe von rund zehn Aktiven zusammen, die sich um die Ausbildung der Jugend kümmern. Dass es nicht immer die gleichen seien, hänge damit zusammen, dass einige auch Schichtarbeit hätten.

Aber es reicht offenbar immer für ein forderndes Ausbildungsprogramm: Als die Heimatzeitung unangemeldet einen Übungsabend besuchte, mussten auch drei Gruppen gebildet werden, weil so viele Jugendliche da waren. Das Gerätehaus wurde teilweise ausgeräumt, die Fahrzeuge zum Einsatz gebracht.

Und so übten einige Knoten und Stiche, während andere im Licht der vorher in Betrieb genommenen Scheinwerfer am Löschgruppenfahrzeug die Dinge lernten, die auch als bayerischer lebenskundlicher Unterricht gelten dürfen: Wo sonst lernt man noch Fensterln, wenn nicht bei der Feuerwehr? Alles freilich im Dienste des Nächsten – um im Notfall retten zu können.

Und wenn schon, dann wird das auch gleich richtig gemacht: Es kam eine vierteilige Steckleiter zum Einsatz. Die reicht locker auch für das zweite Obergeschoss. Sicherheit geht natürlich vor, die „Großen“ gaben Hinweise zum Sichern der Leiter, sahen zu, dass beim Zurückbauen auch nichts schief ging. Maierthaler freute sich, dass das so reibungslos klappt, dass immer auch ein Maschinist da ist, wenn die Jugend übt. Wenn die Funkübung ist, können nicht alle gleichzeitig mitfahren. Da stößt die Jugendleitung tatsächlich an Grenzen: „Da müssen wir einteilen.“

Heuer sei ein Ausflug geplant, so Maierthaler weiter, und der Ferienspaß mit der Feuerwehr werde sicher wieder „Großkampftag“, freute er sich schon jetzt. Groß ist die Freude auch darüber, dass die Feuerwehr-Jugend Sponsoren habe, die neue, bedruckte T-Shirts spendieren: der Hausmeisterservice Lehmann, das Ingenieurbüro Konrad Huber, die Raiffeisenbank Erding, Kabarettist Wiggerl und das Lohnunternehmen Stephan Bauer hätten sich hier hervor getan.

Nebenbei betätigen die Jugendlichen sich, wie Barbara Crichton ergänzte, sozial und unterstützen die Nachbarschaftshilfe.

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