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Scherenschnitt: Mit dem symbolischen von Eittings Bürgermeister Georg Wiester, 3. Landratin Gertrud Eichinger, Simon Oberhofer, Pfarrer Roland Fritsch, 2. Landrat Jakob Schwimmer, Martin Bayerstorfer, Stefan Meier, Frank Hornberger von der Baufirma Max Streicher und Pfarrer Gregor Bartkowski (v.l.) war die Fahrt wieder frei.

Brücke zwischen Berglern und Gaden

Das Nadelöhr im Norden ist wieder frei

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Ein halbes Jahr lang war die Brückenbaustelle bei Berglern für Anwohner und Pendler ein lästiges Hindernis. Am Montag wurde die Brücke wieder freigegeben.

Berglern – „Über sieben Brücken musst du gehen“ – dieser Song könnte in der Rückschau auf das Jahr 2017 in Berglern zu einer Hymne der Erleichterung werden. Kreismusikschul-Lehrerin Karin Tiefenbeck spielte das Stück am Montagvormittag bei der Verkehrsfreigabe der Brücke über den Sempt-Flutkanal bei Berglern. Als die Ziach-Akkorde verklangen, wussten die anwesenden Berglerner Gemeinderäte: Ein halbes Jahr ist vorbei, in dem noch mehr Verkehr als sonst über die auch so schon stark frequentierte Ortsdurchfahrt gerollt war.

Denn die Kreisstraße ED 24 Richtung Gaden mit der Brücke ist eine viel genutzte Umleitungsstrecke für die permanent überlastete A 92. Ab dem Baubeginn Ende Mai konnten Pendler die Umleitung durch Gaden zur Autobahn-Anschlussstelle Erding nicht nehmen. Stattdessen wälzte sich der Verkehr durch Berglern.

„Diese Straße spielt eine wichtige Rolle“ – auch bei der Verbindung der Landkreise Erding und Freising, erklärte Stefan Meier, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Freising, in seinem Grußwort. Das sei insbesondere zu spüren gewesen, weil der Brückenneubau mit der Sanierung des Autobahnabschnitts zwischen Erding und Moosburg-Süd zusammengefallen sei.

Die Sperrung habe zweieinhalb Monate länger gedauert als geplant, berichtete Meier. Der Grund war ein an sich glücklicher Umstand: Das Fundament der Brücke von 1965 war sehr viel stabiler, als die Planer erwartet hatten. „Wir wissen bei manchen Bauwerken nicht, wie es unten drunter aussieht“, gab der Baudirektor zu. Nachdem die Arbeiter der Firma Max Streicher die ausbetonierten Brunnenringsäulen entdeckt hatten, war aber von Mitte Juni bis September erst einmal Stillstand auf der Baustelle.

Danach wurde ein deutlich günstigerer Brückenneubau realisiert. Statt der angepeilten 750 000 Euro muss der Landkreis laut Meier dafür nur noch 530 000 Euro zahlen. „Es ist selten, dass wir so etwas berichten können“, erklärte Meier. Dabei sei auch ein Nadelöhr beseitigt worden. Nun sei die Fahrbahn 6,50 Meter breit und damit fast einen dreiviertel Meter breiter als zuvor.

Für den Neubau habe es etwa 300 000 Euro Zuschuss gegeben, berichtete Landrat Martin Bayerstorfer. Er dankte den „Grundstückseigentümern, die Umwege in Kauf nehmen mussten“. Das sei ein wichtiger Tag für die Gemeinde Berglern, erklärte Bürgermeister Simon Oberhofer. „Für mehr als sechs Monate waren mehrere Familien vom Ort abgeschnitten“, sagte er. Zum Beispiel beim Schulweg hätten die Betroffenen große Umwege in Kauf nehmen müssen.

Der katholische Pfarrer Gregor Bartkowski und sein evangelischer Kollege Roland Fritsch segneten das Bauwerk. „Brücken verbinden“, sagte Bartkowski. Hier sei es der Sempt-Flutkanal, „aber es gibt auch andere Gräben, die überwunden werden müssen“, ergänzte Fritsch.

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