Starkbierfest der Fußballabteilung des SEV Berglern

„Rasierte Männerwaden sind nur Tarnung“

Berglern - Bruder Fabius las den Berglernern beim Starkbierfest der Fußballabteilung die Leviten. Es kamen nur wenige Zuhörer, die sich jedoch über Bürgermeister, Feuerwehr und die Tennisabteilung amüsierten.

Beim Starkbierfest der Fußballabteilung des SVE wurde Berglern zum Nabel der Welt. Bruder Fabius, alias Fabian Zehetner, schaute in seiner Fastenpredigt über den Tellerrand hinaus. Die Nachfrage der Berglerner, sich zum süffigen Bier die Leviten lesen zu lassen, hielt sich jedoch in Grenzen. Nur rund 60 Gäste zog es ins Sport- und Schützenheim.

Musikalisch unterhielten Wiggerl und Wiggerl aufs Beste. Bruder Fabius hatte sich alle Mühe gegeben, hatte sich in der Welt umgeschaut, was es denn an positiven Ereignissen gab, „aber do is dünn, wieder kein scheens Jahr“. In ernster Pflichterfüllung erinnerte er an die Flüchtlingskrise, Krieg und Terror, den Absturz der Germanwings-Maschine und die Auswüchse der Silvesternacht in Köln.

Aber gemach, es gibt ja das heimatliche Berglern, und hier konnte Bruder Fabius gleich eine Premiere mit dem Wirt Maik feiern. Der hatte den „Hochgeistigen“ zwar schon im Vorjahr zu Gast, für Bruder Fabian war es jedoch etwas Besonderes, hatte er in Berglern noch nie zweimal hintereinander eine Fastenpredigt beim selben Wirt.

Auch den Gemeinderat musste er loben, war es doch dessen „erster, lebenswichtiger und zukunftsorientierter Beschluss“ im vergangenen Jahr, dass der Waldweihnachtsmarkt bis 22 Uhr dauern darf. Auch auf den Hund gekommen ist man, der künftig bei 50 Zentimeter Höhe an die Leine muss. Allerdings nur als „moralischer Hinweis“, etwa so, als würde der Wirt auf die Speisekarte „moralische Preise schreiben“. Untätigkeit mochte er dem Bürgermeister nicht vorwerfen. „Hod von Eich scho oana versucht an Baum oder Streucher umzuschneiden?“, fragte er in die Gemeinde. Nicht zu machen, denn, „do is a dahinter wia a Schießhund, dass boid ganz Berglern so ausschaut wia sei Grund“.

Fleiß bescheinigte Bruder Fabius auch der Freiwilligen Feuerwehr bei „einem ganz heißen Einsatz“. Gebrannt hat zwar nichts, aber man wurde mitten in der Nacht ins Schlafzimmer einer Stewardess gerufen. „Klar, dass die mit guade fünf Leid und dem großen Auto ausgerückt sind“. Es war nur ein Wiesel, das die Katze gefangen hatte. „Und wenn de Stewardess vorher gewissd hätt, wia ihr Schlafzimmer nach a na Mannschaft Feierwehrler ausschaut, dann hätt sie des Wiesel drin lassen“.

Spöttisch beleuchtete er den Sportverein. Beispielsweise die Tennisabteilung, in der sich mehr Frauen als Männer finden, weil man dort lieber Sekt als Helles trinkt. Dass die Wadeln der Helden der Radsportabteilung rasiert sind, um den Luftwiderstand zu mindern, enttarnte er als Schwindel. Rasiert wird, „dass d’ Pflaster ned so weh dean, wenn’s es wieder g’schmissn hod“ – zur Erheiterung der Zuhörer, die Bruder Fabian so manches Prost, viele Lacher und langen Applaus bescherte.

Von Gert Seidel

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