In seinem „Terrassen-Office“ hat Berglerns Bürgermeister Anton Scherer mit unserer Zeitung gesprochen.
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In seinem „Terrassen-Office“ hat Berglerns Bürgermeister Anton Scherer mit unserer Zeitung gesprochen.

100 Tage im Amt: Berglerns Bürgermeister freut sich über die gut angenommene Sprechstunde

Schlange stehen bei Scherer

Auf die Interview-Anfrage des Erdinger/Dorfener Anzeiger reagierte er verblüfft: „Was? Sind das schon 100 Tage?“ In der Tat: Anton Scherer ist seit mittlerweile über 100 Tagen im Amt als Bürgermeister von Berglern.

VON KLAUS KUHN

Berglern – „Ich habe mich auf dieses Amt gefreut“, sagt Scherer. Unsere Zeitung begrüßt er in seinem „Terrassen-Office“, von wo aus er dank der EDV-Infrastruktur im Wartenberger Rathaus Zugriff auf alle Daten hat. Er ist der einzige Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, der ehrenamtlich tätig ist. Seine Stunden als Leiter der Bauverwaltung im Erdinger Rathaus hat er reduziert. „Max Gotz hat hier Wort gehalten. Es gibt keine Probleme damit“, sagt Scherer zufrieden.

Montags am Nachmittag, dienstags und mittwochs ist er im Rathaus in Erding tätig, die anderen Tage ist er ganz Bürgermeister. „Natürlich haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bauverwaltung sich auch umstellen müssen, aber das haben wir ganz gut hingekriegt“, meint Scherer.

Mit seinem Amtsantritt hat er in Berglern und Wartenberg eine ganze Reihe von Dingen umgestellt. So hält er Bürger-Sprechstunden an jedem ersten Montag im Monat ab 18 Uhr im ehemaligen Lehrerwohnhaus ab. „Es ist spannend, was da alles kommt.“ Von Schlaglöchern bis zu Problemen bei der Kinderbetreuung werde alles Mögliche vorgebracht. „Die Leute sind schon Schlange gestanden“, berichtet Scherer. Sollte sich das so fortsetzen, könne er sich eine Ausweitung der Sprechstunde vorstellen. „Mich freut es, dass das so angenommen wird.“ Regelmäßiger Austausch mit den Mitarbeitern der Gemeinde Wartenberg ist ebenfalls dazu gekommen. „Wir haben einen guten Draht“, sagt Scherer.

Und doch gibt es für alle viel zu lernen, vor allem für die Bürgermeister selbst, die ja alle drei neu sind in der VG. „Jetzt ist Bürgermeister-Seminar. Das geht vom Bayerischen Gemeindetag aus. Das wird spannend, auch wenn ich ja von der Verwaltung komme.“ Scherer wurde auch zum Chef des Wasserzweckverbands gewählt. „Das war mir eine Herzensangelegenheit“, bekennt er. Das zentrale Dienstgebäude könne er fast zu Fuß erreichen.

„Die Unterstützung von der Verwaltung ist großartig“, sagt der 40-Jährige zufrieden. Zumal sich die Mitarbeiter im Rathaus ja gleich auf drei neue und hochaktive Bürgermeister hätten einstellen müssen. „Die kommen jetzt alle gleichzeitig mit ihren neuen Ideen.“

Scherer hatte noch eine weitere Schwierigkeit: Kaum war er im Amt, ging die Sekretärin in Mutterschutz, so dass er auf ihr Hintergrundwissen – wenn überhaupt – nur auf Umwegen zählen konnte. Auf die Frage, wie sich das jetzt anfühlt, Bürgermeister zu sein, antwortet er lieber technisch: „Mittlerweile einigermaßen sortiert.“ Das gelte übrigens auch für seine Familie: Scherer hat mit seiner Frau zusammen eine vierjährige Tochter, und den Sonntag hält er sich gern für die Familie frei, wenn nicht gerade Repräsentationsaufgaben anstehen.

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