Ein Bauzaun ist um den Kratzerwirt gezogen worden. Das geschah auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde, das Gebäude ist aber nicht etwa baufällig.
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Ein Bauzaun ist um den Kratzerwirt gezogen worden. Das geschah auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde, das Gebäude ist aber nicht etwa baufällig.

Bücher, Kleidung und Möbel sind zu haben

Spendenladen zieht aus Kratzerwirt aus - Gebäude „nicht einsturzgefährdet“

Um den Berglerner Kratzerwirt ist ein Bauzaun gezogen worden, und der Spendenladen von „Rundum Berglern“, der das Gebäude als einziger noch genutzt hat, musste endgültig dichtmachen – „aus bautechnischen Gründen“, wie es auf einem Plakat an der Tür heißt. Diese Formulierung macht stutzig und könnte als Hinweis auf Baufälligkeit interpretiert werden.

Berglern – Eine Nachfrage bei Bürgermeister Anton Scherer bringt diesbezüglich Klarheit: „Bauzaun und Schließung passiert nur auf entsprechendem Wunsch von der Unteren Denkmalschutzbehörde.“ Von einer Einsturzgefahr oder dergleichen, so der Bürgermeister, sei „nichts bekannt“.

Und was den Spendenladen angeht, liegen unserer Zeitung Informationen vor, wonach dieser sowieso in Auflösung befindlich war, weil der Verein, der ihn bislang betrieben hat, nicht mehr das Personal hat. Er sucht nach einer Alternative. Damit gab es auch keinen Nutzer mehr für das Gebäude, für das wie berichtet der Architekt die technische Machbarkeit einer Sanierung bereits festgestellt hat. Ob daraus allerdings etwas wird, ist kommunalpolitisch noch völlig offen.

Der Laden ist nicht etwa schon leergeräumt. Vereinsvorsitzende Silvia Lange hat die Sorge, dass die vielen gespendeten Sachen entsorgt werden müssen. Das möchte sie vermeiden. Sie hat eine Telefonnummer auf das Plakat geschrieben: (01 51) 68 41 30 46. „Jeder kann sich bei uns melden, der für Nachhaltigkeit ist. Wir haben Bücher, Kleidung, Möbel und vieles mehr“, heißt es in dem Aufruf, verbunden mit einem Dank an Vereinsmitglieder und Bürger für die jahrelange Unterstützung.

Das Arbeiten in dem Laden war ohnehin nicht mehr gut möglich, weil es keine Heizung mehr gab, von sanitären Einrichtungen ganz zu schweigen. „Wir haben den Laden noch gut voll“, teilt Lange auf Nachfrage mit. Der Verein sei auf der Suche nach einem alternativen Objekt, gerne auch in Wartenberg. Hoffnung habe ein Ausweichquartier der Raiffeisen-Bank gemacht, aber das habe sich zerschlagen. Sie zeigte sich dankbar dafür, dass die Bank dem Verein eine Spende überwiesen habe. Mit Bürgermeister Anton Scherer gebe es eine Einigung darüber, dass der Verein sich mit dem Auszug Zeit lassen könne. „Wir werden nicht gedrängt“, so die Vorsitzende. Samstags von 10 bis 13 Uhr sei sie im Laden, aber sie müsse um eine Voranmeldung unter der genannten Nummer bitten. KLAUS KUHN

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