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Hinter verhängten Schaufenstern im Spar-Markt läuft nur noch der Postbetrieb - mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Auf Zetteln im Fenster wird den Kunden vergangener Jahrzehnte gedankt.

Nahversorgung in Berglern 

Stehcafé und Imbiss, aber kein Markt mehr

Berglern – Bei der Nahversorgung Berglerns hapert es. Der Spar-Markt der Familie Neumeier hat im August geschlossen. Immerhin gibt es jetzt einen Döner-Laden und einen neuen Pächter in der Sportgaststätte.

Die gute Nachricht vorweg: Hungern muss in der Gemeinde Berglern niemand. Dafür sorgen ein neuer Pächter im Sportheim, ein Döner-Restaurant in Niederlern, eine Backstube mit Stehcafé in Mitterlern – und vor allem die Filiale der Bäckerei Grundner im früheren Burger-Laden. Sie ist Anlaufstelle für all jene, die sich auf dem Weg zur Arbeit mit Semmeln versorgen, sich fürs Frühstück oder mit Konditorware eindecken.

Was fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit für Bürger, die selbst kochen wollen und nicht so mobil sind: Ältere und in der jüngsten Geschichte auch die Asylbewerber die in Berglern untergebracht sind. Der Spar-Markt war ihr Einkaufsziel – und ganz nebenbei ein Anlaufpunkt für einen netten Ratsch unter Nachbarn. Der Markt schloss aus altersbedingten Gründen. Jetzt wird nur noch die Poststation betrieben. Zum Einkauf heißt es nun nach Erding oder Wartenberg zu fahren – und vorzusorgen, auf dass ja nichts fehlt.

Keine Kleinigkeit, wie Altbürgermeister Herbert Knur, 2. Vorsitzender des VdK Berglern findet. Er erinnert sich noch an die Zeit des „Kirchenkramers“, später der „Bauernkramerei“ im Zentrum des Ortes. „Das war für die Leute wichtig, gerade auch für Ältere“, sagt er. Viele seien darauf angewiesen, dass Angehörige sie zum Einkaufen nach Erding fahren oder ihnen das Notwendige mitbringen. Unter Knurs Amtsführung war zwar einmal im Gespräch, einen Supermarkt nach Berglern zu holen. Doch wollten weder er, noch sonst jemand eine Konkurrenzsituation schaffen.

Bedenken, gerade hinsichtlich der älteren Bürger hat auch Otmar Lerch, Seniorenreferent der Gemeinde und einer der Initiatoren für die Flüchtlingsunterbringung. Für letztere sei das Problem nicht so groß. Zwar kauften einige der Asylbewerber im Ortsladen, andererseits konnte man für 90 Prozent von ihnen ein Fahrrad besorgen, so dass der Weg nach Erding möglich ist. „Zumindest im Sommer“, schränkt Lerch ein. Die Schließung des Spar-Marktes mache vor allem den älteren Menschen zu schaffen, die für den täglichen Bedarf einkaufen und nicht auf eine Woche hin versorgen können oder wollen.

Lerch begrüßt deshalb die Anregung von Elisabeth Bauer (PuB) und Christine Kohlschütter, einen Arbeitskreis zu gründen, um einen neuen Laden ins Leben zu rufen. Das Projekt Dorfladen sei aber noch völlig offen und solle erst in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beraten werden. Problematisch ist laut Lerch vor allem, dass sich Supermärkte lieber auf der Grünen Wiese und in der Nähe der Konkurrenz ansiedeln.

So bleibt in Berglern derzeit als Einkaufsmöglichkeit lediglich die Bäckerei Grundner. In der ehemaligen Metzgerei Stirner in Mitterlern entstand eine Backstube mit Stehcafé und Pizzaservice. In Niederlern freut sich Kenan Pala mit seiner Frau Nurdan auf einen guten Geschäftsgang in der ehemaligen Eisdiele. Seit 45 Jahren lebt er in Erding, seit 1. Juli betreibt er in Niederlern seinen Grill und Döner-Imbiss und freut sich über zahlreiche Kundschaft – von Einheimischen und Durchreisenden gleichermaßen.

Aufwärts geht es im Sport- und Schützenheim. Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden des Pächters Mike Ludwig fand sich nun ein Nachfolger. Ein junger Italiener, so viel verriet Franz Knittler, Vorsitzender des SVE Berglern. Offiziell wird e der neue Wirt jedoch erst in drei Wochen vorgestellt.

von Gert Seidel

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