Stellplatzsatzung

Besucherparkplatz bald vorgeschrieben?

Nach dem Entwurf einer neuen Satzung müssen Bauherren in Berglern künftig noch mehr Stellplätze nachweisen.

Berglern – Der Gemeinderat Berglern tat sich schwer mit der neuen Stellplatzsatzung und vertagte das Thema nach intensiver Beratung. Zu viel war unklar geblieben. Die Verwaltung hatte eine Neufassung vorgelegt – vor allem für Bereiche ohne Bebauungsplan. Der Entwurf sieht zusätzlich einen Besucherparkplatz je drei Wohnheinheiten vor. Bisher sind in der Regel zwei Stellplätze pro Wohnung vorgeschrieben.

In Berglern gab es einen konkreten Anlass: Bei einer Ortseinsicht „Am Kanal“ sahen die Gemeinderäte die ganze Schärfe des Problems. Dort ist Parkraum knapp „Die Gemeinde muss sich fragen, ob ihre Vorgaben aktuell sind“, erklärte Bürgermeister Simon Oberhofer in der Gemeinderatssitzung. Das sind die Vorgaben offensichtlich nicht – darüber herrschte Einigkeit im Gremium.

Hintergrund ist die Tendenz zur Nachverdichtung im Innenbereich, wie sie die Landesplanungsbehörde zunehmend fordert. Es soll mit Bauland sparsamer umgegangen werden. Wenn aber die Zahl der Wohneinheiten in einem Ortsgebiet steigt, führt das auch zu mehr Autos, die einen Stellplatz benötigen

„Wenn die Müllabfuhr oder gar der Rettungsdienst nicht mehr gescheit durchkommen, müssen wir was tun. Vom Winterdienst rede ich ja noch gar nicht“, erklärte Oberhofer. Er deutete an, dass die anderen VG-Gemeinden hier einen ähnlichen Kurs fahren würden. Fraunberg habe das schon getan.

Gemeinderat Anton Scherer lobte die Verwaltung für die Vorlage, deutete dann aber an, dass er „Bauchschmerzen“ habe mit dem Maß der Erhöhung des Stellplatzbedarfes. „Ich wäre nicht strenger als die Stadt Erding“, meinte er und fasste zusammen: „Hier gehen wir einen Schritt zu weit.“

Konrad Huber sah Probleme mit der Grundflächenzahl: Wenn mehr Stellplätze geschaffen würden, seien manche Bauvorhaben schon deshalb nicht mehr zu realisieren, befürchtete er. Gleich mehrere Ratsmitglieder fürchteten negative Folgen für das Ortsbild, wenn derart viel Raum mit Parkplätzen zugepflastert werden müsste.

Als dann Scherer auch noch den Nachweis führte, dass im Bebauungsplan Kleinfeld Ost eine Aussage zum Stellplatznachweis fehle, zog Oberhofer die Vorlage zurück.

Auch in Wartenberg

wird über eine neue Stellplatzsatzung beraten. Das Thema steht auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Marktgemeinderates (Beginn 19 Uhr).

von Klaus Kuhn

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