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Feierliche Verabschiedung im Erdinger Weißbräu (v. l.): MVV-Bereichsleiter Christian Mayer, Josef Strobl, seine Gattin Marlene Strobl, Landrat Martin Bayerstorfer und RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz.

Verabschiedung

Der Vater der Rufbusse

Erding/Berglern – Nach über 34 Jahren bei der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) verabschiedet sich der langjährige Erdinger Betriebsleiter Josef Strobl in den Ruhestand.

Der 63-jährige Berglerner blickt ein bisserl wehmütig auf seine Arbeit zurück, freut sich jedoch „auf mehr Zeit mit der Familie, für die Landwirtschaft und mein Motorrad“.

Strobl begann seine Karriere beim RVO im April 1982 als Kfz-Meister im damaligen Stützpunkt Erding. „Das war kein schlechtes Einstellungsjahr“, blickte RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz, der im selben Jahr seinen Dienst antrat, mit einem Augenzwinkern zurück. 1990 wurde Strobl Fuhrparkleiter, ehe er 1995 die Betriebsleitung in Erding, einschließlich des Stützpunktes Mainburg, übernahm.

„Josef Strobl zeichnete sich durch ein hohes Maß an Engagement, Flexibilität und Fachkompetenz aus“, lobte Bodenschatz. „Entscheidend war er an der Entwicklung des Rufbuskonzepts beteiligt, erlebte die ersten drei Generationen elektronischer Fahrscheindrucker mit und sah zahlreiche Busmodelle kommen und gehen.“

Neben allem, was mit Technik und Bauen zu tun hat, war die Schülerbeförderung eine besondere Herzensangelegeheit für Strobl: „Für mich galt die Sicherheit der Schüler und Fahrer als oberstes Gebot“, erzählt er. „In meiner Dienstzeit kam es zu keinem schweren Unfall mit Personenschäden. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jeder Fahrer durchschnittlich 45 000 Kilometer im Jahr zurücklegt, also mehr als einmal um die Erde fährt.“

Landrat Martin Bayerstorfer griff in seiner Würdigung Strobls „enorme Leistung in der Daseinsvorsorge“ heraus, vor allem in Bezug auf „das innovative Erdinger Rufbussystem, das nach seiner Einführung auch überregional durchwegs positive Resonanz erfuhr.“

Auch Christian Mayer, Bereichsleiter Regionalbus der Münchener Verkehrs- und Tarifverbund GmbH, behält Strobl in bester Erinnerung: „Er hat nur positive Spuren hinterlassen, zeichnete sich durch Eigeninitiative, Zuverlässigkeit, Fachwissen und einen partnerschaftlichen Umgang aus“, sagte er.

Daraufhin trat Strobl selbst ans Rednerpult: „Was für eine schöne Feier. Es ist eine besondere Ehre, von so vielen Gästen in den Ruhestand verabschiedet zu werden.“ Mit Ruhe hat Strobl allerdings nicht viel gemein: Wenn er nicht gerade auf dem Motorrad unterwegs ist, hilft er auf dem Hof seines Sohnes in Pretzen oder zu Hause in Berglern. „Die Decke wird mir sicher nicht auf den Kopf fallen, es gibt immer etwas zu tun“, sagte er.

Ein besonderes Dankeschön richtete Strobl an seine Frau Marlene: „Sie unterstützte mich jederzeit und hatte Verständnis, wenn ich mal länger oder am Wochenende arbeiten musste.“ Spätestens im Herbst werden die beiden wieder ausreichend Zeit für sich haben. Dann geht es für zwölf Tage nach Südtirol – ein Abschiedsgeschenk der Kollegen.

Sebastian Bellstedt

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