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Der gesundheitsgefährdende Feinstaub der Berglern belastet, kommt vom Münchner Flughafen. Symbolbild

Vortrag im Gemeinderat

Berglern in der Ultrafeinstaub-Falle

Zwei Experten warnen vor gesundheitsgefährdendem Feinstaub, der vom Flughafen kommt. Am stärksten sei dem Berglern ausgesetzt.

Berglern – Berglern kriegt die volle Wolke ab: Ultrafeinstaub vom Flughafen. Bei einem Vortrag im Gemeinderat am Dienstagabend zeigten Professor Oswald Rottmann und Reinhard Kendlbacher vom Bürgerverein Freising eine Karte, auf der sie, abhängig von der Windrichtung, die Feinstaubbelastung für Berglern eingetragen hatten. Die Unterlagen haben sie unserer Zeitung vorab geschickt.

Vor einigen Monaten hatten sie bereits in Wartenberg einen Vortrag gehalten. Allerdings gelte für Wartenberg entfernungsbedingt, dass seine Bürger gegenüber Berglern buchstäblich aufatmen können. Nach den Karten der Experten verliert sich nämlich die Ultrafeinstaubwolke hinter Wartenberg allmählich, Langenpreising liegt danach gewissermaßen in einer Randzone. Berglern aber liegt voll drin.

Wer am Flughafen arbeitet, ist einer Belastung ausgesetzt, die aufhorchen lässt: 1,5 Millionen Partikel pro Kubikzentimeter Luft hat der Bürgerverein gemessen. Die medizinischen Folgen sind den beiden Referenten zufolge drastisch: Steigendes Risiko einer Krebserkrankung, sogar Alzheimer könne vermehrt auftreten, denn diese mikroskopisch kleinen Partikel verblieben nicht nur in der Lunge, sie geraten, eben weil sie so winzig sind, bis ins Gehirn.

Feinstaub wird laut den beiden Experten gemessen und war Thema bei den Abwägungen zur dritten Startbahn. Ultrafeinstaub werde nicht offiziell gemessen. Das wurmt den Verein, der darum nicht müde wird, die Problematik in die Öffentlichkeit zu tragen. Darum würden auch die offiziellen Messungen letztlich wenig über die tatsächliche Luftqualität aussagen. „Ärzte in der Umgebung des Flughafens München sprechen bereits von einer erkennbar höheren Krebsrate.“

Gleichwohl ignoriere die Politik das Problem oder wiegele ab, diskreditiere die, die sich mit dem Thema befassen. „In den betroffenen Regionen dominiert Desinformation über Belastung und Gefahren“, so der Vorwurf, den die Referenten sogar an Ulrike Scharf richten, eine erklärte Gegnerin der dritten Startbahn. Dabei werde das Problem, wie Rottmann und Kendlbacher schon in Wartenberg vortrugen, dadurch verschärft, dass die Triebwerke immer besser werden: Je vollständiger die Verbrennung desto höher sei die Ultrafeinstaubentwicklung.

Täglich werde eine halbe Million Liter Kerosin am Flughafen durch die Turbinen gejagt. Die Schlussfolgerung der Experten: „Die Gesundheitsbelastung von Flughäfen mangels geeigneter Abgas-Nachbehandlung kann nur durch Vermeidung unnötiger Flüge gesenkt werden.“

Klaus Kuhn

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