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Alkohol war an dem Abend auch geflossen.

Freundin rastet bei Streit aus

Mann spricht von “einem der schönsten Abende“ – am Ende bekommt er ein Weinglas auf den Schädel

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Mit dem Weinglas auf den Kopf: Weil sie ihrem Freund ein Verhältnis mit der Tochter (17) vorwarf, ist eine Frau völlig ausgerastet. Der Abend hatte so schön begonnen.

Berglern – Es hätte aber noch deutlich schlimmer für die Angeklagte kommen können, wie Richterin Michaela Wawerla gestern in der Verhandlung am Amtsgericht Erding klarstellte.

Die Berglernerin berichtete, dass sie an jenem 2. Februar beim Essen in der Pizzeria zusammen mit ihrem Freund zwei Flaschen Wein getrunken habe. Auch die Tochter war damals dabei. Von einer Geburtstagsgesellschaft sei man vor Ort dann noch zum Mitfeiern eingeladen worden.

Pärchen trinkt zwei Flaschen Wein - dann kommt es zum Streit

Vor dem Heimgehen habe ihr eine Frau aus dieser Traube auf der Toilette mitgeteilt, dass sie den Verdacht habe, dass das Verhältnis zwischen ihrem Partner und ihrer 17-jährigen Tochter – ein Kind aus einer früheren Partnerschaft – „mehr ist als eine Vater-Tochter-Beziehung“.

Zuhause habe sie den Münchner dann zur Rede gestellt. „In dem Moment sind viele Sachen durch meinen Kopf gegangen“, sagte die 38-Jährige, die immer wieder Tränen in den Augen hatte. „Es ist völlig aus mir rausgesprudelt“, blickte sie zurück. Ihr Partner habe sie am Arm gepackt, und sie habe – entgegen ihrer Absicht – mit dem Glas zugeschlagen.

Verhältnis mit der Tochter: Frau schlägt mit Weinglas auf Freund ein

Der 45-Jährige wurde daraufhin vom Freund der Tochter ins Krankhaus gefahren, wo die Kopfplatzwunde mit sechs Stichen genäht wurde. Alles sei gut verheilt, berichtete der Münchner.

Das Paar kennt sich seit sieben Jahren, die Beziehung war nach dem handfesten Streit allerdings beendet. Es sei eine „Hop-on-Hop-off-Beziehung“ gewesen, so die Angeklagte.

Von dem Vorwurf wurde der Münchner damals kalt erwischt, machte er deutlich. „Es weiß jeder, dass da nichts war oder ist“, sagte er in Bezug auf das angebliche Verhältnis mit der minderjährigen Tochter. Sie war auch als Zeugin geladen, machte jedoch größtenteils von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Weinglas auf Kopf geschlagen: Mann zeigt Verständnis für Ex-Freundin

Der 45-Jährige sagte, er habe beruflich ein paar Jahre mit missbrauchten Kindern zu tun gehabt. „Ich weiß, was eine Mutter denkt“, äußerte er Verständnis für seine ehemalige Freundin. Auf weiterer strafrechtlicher Verfolgung bestehe er nicht.

Zivilrechtlich hatte sich das Paar bereits zuvor geeinigt. Die Angeklagte hatte ihrem Ex ein Schmerzensgeld von 2500 Euro gezahlt. Strafrechtlich kommen nun noch 2000 Euro hinzu, die ihr Wawerla als Geldauflage aufbrummte. Sie stellte das Verfahren ein.

Verfahren eingestellt: Weinglas-Attacke in „Ausnahmesituation“

Im Publikum saßen Elftklässler der FOS Erding. Ihnen erklärte die Richterin danach, sie habe das Verfahren eingestellt, weil es sich um einen einmaligen Ausrutscher in einer psychischen Ausnahmesituation handle. Normalerweise hätten der Berglernerin Wawerla zufolge mindestens sechs Monate Freiheitsstrafe gedroht, da sie mit einem gefährlichen Werkzeug – also dem Weinglas – zugeschlagen hatte.

Dass die Berglernerin zunächst einer Dritten Glauben geschenkt hatte, sah der Staatsanwalt kritisch. „Sehen Sie zu, dass das nicht mehr passiert“, sagte er am Ende. „Sowieso“, versprach die Frau.

Lesen Sie auch: Ausgerastet ist auch ZDF-Moderator Harald Lesch am Gymnasium Tegernsee. Als bei einem Vortrag Probleme auftreten, verliert der TV-Physiker jegliche Fassung und droht den Schülern.

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