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In Wartenberg unterschrieb Bürgermeister Manfred Ranft (vorne) im Beisein von (v.l.) Bauamtsleiter Michael Hagl, Geschäftsleiter Maximilian Sertl sowie Reinhold Gegenfurtner und Stefan Hanke von der Telekom

Breitbandausbau

Zuschüsse als Internet-Turbo

Nördlicher Landkreis – Mit 80 Prozent fördert der Freistaat den Breitbandausbau. In einem Rathaus nach dem anderen wird ein Kooperationsvertrag mit der Telekom unterzeichnet.

Für viele Internet-Nutzer verspricht die Abkürzung VDSL ungetrübtes Internet-Vergnügen: schnelles Laden von Inhalten und das Ansehen von Web-Videos ohne Ruckeln. Der VDSL-Standard mit einem Datendurchsatz von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ist aber noch lange nicht überall eingeführt. Um das zu ändern, hat der Freistaat Bayern ein neues Förderprogramm mit bis zu 1,5 Milliarden Euro aufgelegt. Bis 2018 soll ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz geschaffen werden.

Das aktuelle Zuschussprogramm haben jüngst die Gemeinden Fraunberg, Wartenberg und Bockhorn erfolgreich durchlaufen. Sie haben bereits Kooperationsverträge mit der Deutschen Telekom unterzeichnet. Weitere Kommunen befinden sich im Verfahren. Der Telekommunikationskonzern verspricht, dass das neue Netz ab April 2017 so leistungsstark sein wird, dass internetbasierte Dienste wie Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind.

Berglern

„In Berglern haben wir vor, den Kooperationsvertrag Ende Juni zu unterschreiben“, berichtet Maximilian Sertl, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg. Nach den Daten auf der Homepage des bayerischen Förderprogramms geht es in der Gemeinde um zwei Erschließungsgebiete: den Norden von Niederlern, wo bisher nur 16MBit/s erreicht werden, und das Gewerbegebiet Glaslern mit Mooslern (bisher unter 15 MBit/s).

Bockhorn

In Bockhorn trafen sich (v.l.) Konrad Wagner und Regionalmanager Bernhard Multerer von der Telekom mit Bürgermeister Hans Schreiner und Geschäftsleiter Heinz Schoder zur Vertragsunterzeichnung.

Die Telekom erhält den Zuschlag für den Netzausbau in der Gemeinde Bockhorn. Dort werden dafür rund 28 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. „Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortvorteil, der sich auch positiv auf den Wert einer Immobilie auswirkt“, erklärte Bürgermeister Hans Schreiner bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus. „Wir werden beim Ausbau neueste Internet-Technik verwenden und ganz Bockhorn damit zukunftssicher machen“, sagte Bernhard Multerer vom Telekom-Infrastrukturvertrieb Region Süd.

Fraunberg

Für Fraunberg unterzeichnete Bürgermeister Hans Wiesmaier (M.) den Kooperationsvertrag. Von der Telekom waren Ingenieur Reinhold Gegenfurtner (l.) und Regionalmanager Stefan Hanke anwesend.

„Wir werden das Projekt zügig umsetzen“, sagte Telekom-Regionalmanager Stefan Hanke bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. „In bereits zwölf Monaten können die acht Erschließungsgebiete und damit 273 Haushalte Breitband-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s nutzen“, versprach Telekom-Ingenieur Reinhold Gegenfurtner. Dafür werde das Unternehmen 39 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und 17 Multifunktionsgehäuse neu aufstellen oder modernisieren. Ausgebaut werden nun Helling-Grafing, Lohkirchen, Harham, Vorder- und Hinterbaumberg, Groß- und Kleinhündlbach, Rappoltskirchen-Gigling, Kemoding sowie Unter- und Oberbierbach.

Die Breitbanderweiterung koste 776 000 Euro, berichtete Bürgermeister Hans Wiesmaier. Der Zuschuss betrage 80 Prozent, damit bleibe ein Eigenanteil von 150 000 Euro. „Danach ist bis auf vereinzelte Weiler das komplette Gemeindegebiet angeschlossen“, freute sich Wiesmaier.

Im Bereich Tittenkofen soll es bald sogar doppelt so schnell ins Internet gehen. Wiesmaier berichtet von einem Telefonat mit Telekom-Chef Timotheus Höttges, wonach alle Tittenkofener ab dem vierten Quartal einen Anschluss mit der schnellen Vectoring-Technologie erhalten können. Das ermögliche eine Download-Geschwindigkeit von 100 MBit/s. Das übernehme die Telekom im Rahmen einer Eigenrealisierung, also ohne Zuschüsse, informierte Gegenfurtner.

Eitting & Oberding

Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Oberding sind die Orte Eitting und Schwaig noch die größten weißen Flecken beim schnellen Internet. Dort werde die Telekom nun aber im so genannten Eigenausbau, also ohne staatliche Zuschüsse, tätig, erläutert Kämmerer Georg Neudecker auf Nachfrage. Im Rahmen des Förderprogramms würden nun Eittingermoos sowie Oberdinger- und Notzingermoos (alles unter 15 MBit/s) mit schnellem Internet versorgt. Das Verfahren laufe. „Die anderen Ortschaften sind VDSL-mäßig ausgebaut“, erklärt Neudecker.

Langenpreising

Die Gemeinde Langenpreising befindet sich mitten im Förderverfahren für den Breitbandanschluss ihrer Außenbereiche. „Wir waren einer der ersten“, erklärt Bürgermeister Peter Deimel auf Nachfrage. Daher seien die Hauptorte schon früh gut versorgt worden. „Wir haben fünf Kabelverzweiger mit Glasfaser in Langenpreising und einen in Zustorf“, berichtet er. Ausgebaut werden nun die Rosenau (aktuell unter 15 MBit/s), der Süden von Zustorf (16 MBit/s) sowie das Gebiet Weipersdorf und Holzhausen (unter 15 MBit/s).

Wartenberg

Auch in Wartenberg hat die Telekom die Ausschreibung für den Internet-Ausbau gewonnen. 270 Haushalte können dann Breitband-Anschlüsse mit bis zu 50 MBit/s nutzen. An einigen Adressen werden Glasfaserkabel direkt ins Haus verlegt. Dadurch sind Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s möglich. Die Telekom wird rund sechs Kilometer Glasfaser verlegen und fünf Multifunktionsgehäuse neu aufstellen oder modernisieren.

„Wir haben mit der Telekom einen starken Partner an unserer Seite“, sagte Bürgermeister Manfred Ranft bei der Vertragsunterzeichnung. Für Arbeitnehmer mit Home Office, Selbstständige und Unternehmen bringe höheres Tempo enorme Vorteile.

Die Telekom steige nun in die Feinplanung für den Ausbau ein, sagte Regionalmanager Hanke. Gleichzeitig werden eine Firma für die Tiefbaumaßnahmen ausgesucht, Material bestellt und Baugenehmigungen eingeholt. Sobald alle Kabel verlegt und Multifunktionsgehäuse aufgestellt sind, erfolgt der Anschluss ans Netz der Telekom. In der Regel vergehen zwischen Vertragsabschluss und der Buchbarkeit der Anschlüsse 12 bis 18 Monate.

Timo Aichele und Thomas Obermeier

Mehr Informationen

www.schnelles-internet-in-bayern.de

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