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Haben ordentlich zu tun: die Räumdienste im Landkreis.

Beschwerden über den Winterdienst

„Wir können nicht überall gleichzeitig sein“

Nördlicher Landkreis – Der Wintereinbruch war heftig, wenn auch nicht so schlimm wie in anderen Landesteilen, wo sogar Schulen geschlossen bleiben mussten. Aber wie immer, wenn eine Schneewalze über Bayern rollt, klingeln in den Rathäusern die Telefone, zumeist mit der Frage: „Warum ist bei uns noch nicht geräumt?“

Friedhelm Eugel, Geschäftsleiter in Fraunberg, räumt durchaus ein, dass es an der einen oder anderen Stelle gehangen habe. „Wir haben drei Leute, die fahren, und die brauchen für einen Umlauf vier Stunden. Ist doch klar, dass sie nicht überall gleichzeitig sein können“, erklärt er. Etwas Kopfschütteln löste aber schon die Beschwerde aus, dass der Radweg von Grucking nach Reichenkirchen nicht sofort geräumt worden sei. Am Montagmittag war der auch wieder frei, sagt Eugel.

In Bockhorn sind zwei eingespielte Fahrer auf den 47 Quadratkilometern Gemeindegebiet unterwegs und haben zunächst die neuralgischen Punkte zu räumen. Geschäftsleiter Heinz Schoder sagt: „Zwischen Anspruch und dem, was gesetzlich zu räumen ist, klafft dann schon eine große Lücke.“ Eine Problemzone im Gemeindegebiet hat er aber bereits ausgemacht: „In Grünbach ist es oft so, dass die Straßen so zugeparkt sind, dass der Winterdienst nicht durchkommt. Und dann kommen natürlich die Beschwerden, dass nicht geräumt ist.“ Schoder richtet den dringenden Appell vor allem an die Anwohner in den Siedlungen, die Mindest-Durchfahrtsbreite von drei Metern unbedingt frei zu lassen. Sonst könne nicht geräumt werden. „Es kommt sonst womöglich sogar zu Beschädigungen.“

In der VG Oberding konnte der stellvertretende Verwaltungsleiter Georg Neudecker weitgehend Entwarnung geben, was Beschwerden angeht: Acht Mitarbeiter auf fünf Fahrzeugen halten allein in Oberding Straßen und Wege frei. Sie können bei dem Personalstand von Anfang an ein Problem vermeiden, das früher etwa Langenpreisings Bürgermeister Peter Deimel umgetrieben hat: die Arbeitszeit der Bauhofmitarbeiter. „Lenkzeiten und so weiter lassen sich so natürlich einhalten“, versichert Neudecker. Einziges bisher bekanntes Problem: Der Räumdienst hatte den gerade erst von Anwohnern geräumten Gehweg wieder zugekippt. Der Winter war ja bisher nicht übermäßig streng. „Die Salzlager sind noch gut gefüllt“, sagt Neudecker.

Die Anfrage der Heimatzeitung führte in der VG Wartenberg zu einer Bauhofbesprechung unter Leitung von Geschäftsleiter Werner Christofori. Dessen Befund: „Bei uns ist keine größere Beschwerde aufgelaufen.“ Was speziell in Wartenberg immer wieder Probleme mache, seien die Steilhanglagen.

Der Verwaltungsleiter hat aber noch eine andere Beobachtung gemacht: Die zunehmend dichtere Bebauung, die vom Zwang zum Flächensparen her rühre, führe in einigen Bereichen dazu, dass bei starkem Schneefall die Bürger zuweilen nicht mehr wissen, wohin mit der weißen Pracht. „Da hat man das aufs Nachbargrundstück geschoben, was nichts ausgemacht hat. Aber wenn das jetzt bebaut ist, gibt es Probleme.“

VON KLAUS KUHN

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