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Betonpfeiler zeugen vom A 94-Weiterbau

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Nicht mehr zu übersehen: Die Landschaft bei Dorfen verändert sich durch den Bau der Autobahn. Hier bei Haidvocking entsteht eine Unterführung. © Renner

Dorfen - Es sind riesige Betonpfeiler, die südlich von Dorfen in den Himmel wachsen. Sie werden die tragenden Säulen einer A 94-Unterführung bei Haidvocking für die Straße nach Isen und Lengdorf. Auch mit dem Bau der 270 Meter langen Autobahnbrücke über das Lappachtal wird demnächst begonnen.

Die Landschaft zwischen Dorfen und Kopfsburg wird seit Wochen an vielen Stellen aufgerissen. Bei Haidvocking sind Arbeiter dabei, eine große Unterführung für die Straße nach Isen und Lengdorf zu betonieren. Ein weiteres großes Unterführungsbauwerk entsteht bei Tiefenbach. Bei Kopfsburg ist der Boden für eine riesige Dammaufschüttung vorbereitet worden. Ab Mitte September wird von der B 15 bis zum Hang unterhalb des Aussichtspunktes Schwammerl auf der Autobahntrasse eine Behelfsstraße für Baumaschinen und Lastwagen errichtet. Diese dient dazu, später den Bau der Lappachtalbrücke von Osten her zu ermöglichen.

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Protest: Autobahngegner besprühten Unterkünfte von Bauarbeitern bei Lindum. © Renner

Auch Autobahngegnern ist jetzt klar: Die Hoffnung, dass die A 94 durch das Isental doch noch am Geld scheitern wird, ist wohl verflogen. Der Bund hat mittlerweile über 20 Millionen Euro bereitgestellt. Darin enthalten ist auch der Bau der 270 Meter langen Lappachtalbrücke, die alleine über 13 Millionen Euro kosten soll. Noch im September werden die Erdarbeiten dafür an den Hangkanten beginnen. Die Ausschreibung für die Vergabe des Brückenbaus an ein Spezialunternehmen ist fast fertig. Von Mai 2013 an soll die Brücke über die Lappach betoniert werden - drei Jahre lang dauern die Brückenbauarbeiten. Zwei Pfeiler vor der Lappach und ein Pfeiler westlich des kleinen Flusses werden das riesige Bauwerk tragen.

Dass mit dem Weiterbau der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein genau in der Mitte begonnen wird, begründet die Autobahndirektion mit technischen Gründen. Es müssten gigantische Mengen überschüssigen Erdreichs, die beim Bau der Autobahn anfallen, abtransportiert werden. Dazu sei die Autobahnbrücke notwendig, um richtig große Kipplaster einsetzen zu können.

Heiner Müller-Ermann, der Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn, sieht das anders. „Es zeigt den Irrsinn und die Unsicherheit der Autobahndirektion, dass genau in der Mitte angefangen wird. Das würde kein privater Bauherr machen. Man fängt ja nicht mit dem ersten Stock an, wenn das Grundfest noch nicht steht.“ Die Autobahndirektion wisse „wie dünn das Eis ist, auf dem sie finanziell segeln.“ Mit dem Baubeginn mittendrin solle sichergestellt werden, „dass es kein zurück mehr gibt.“

Auch wenn bereits viele Millionen für den A 94-Bau zugesagt wurden. Die Autobahndirektion wartet immer noch darauf, dass der Bund aufzeigt, wie die gesamte Finanzierung des A 94-Baues aussehen soll. Der gut 17 Kilometer lange Abschnitt von Pastetten bis Dorfen kostet 182 Millionen Euro, die 15,3 Kilometer von Dorfen bis Heldenstein weitere 153 Millionen Euro.

Wo das Geld herkommen soll, ist auch dem Vorsitzenden des Vereins „Ja zur A 94“, Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch, trotz aller Freude über den Weiterbau der Autobahn schleierhaft: „Auch jetzt leben wir vom Vertrauen in Ankündigungen. Nach dem derzeitigen Haushalt des Bundes sind weder die Finanzierung der Bahn noch die der Autobahn gesichert.“

Anton Renner

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