Bilder, die bewegen: Die Münchner Fotografen Peter Schaller (3. v. r.) und Thomas Peschel-Findeisen (r.) im Gespräch mit Kunstlehrer Anton Empl (2. v. r.). Auch Asylbewerber (l.) kamen zur Vernissage. Foto: Weingartner

Fotoausstellung am Gymnasium

Bilder geben Flüchtlingen Würde zurück

Dorfen - Unter dem Eindruck des barbarischen Terroranschlags in Paris hat die aktuelle Ausstellung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ im Dorfener Gymnasium noch eine weitere Dimension bekommen.

Schmerzlich musste die westliche Welt durch den Pariser Anschlag erfahren, dass es Terroristen gibt, die jeglichen Respekt und Würde vor dem Menschenleben verloren haben. Genau vor solchen Verbrechern fliehen die Menschen im Nahen Osten und werden nun hier vom Terror eingeholt. Die Ausstellung befasst sich mit dem Thema Flüchtlinge. Auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung in Europa angekommen finden Flüchtlinge hier Schutz, aber in vielen Ländern alles andere als Lebensumstände, die ihnen ein Stück Würde zurückgeben könnte.

Das Projekt, eine Fotoserie der Münchener Fotografen Peter Schaller und Thomas Peschel-Findeisen, ist in Österreich entstanden und setzt genau da an. Flüchtlinge werden nüchtern in schwarz-weiß Portraits dargestellt, festgehalten im Augenblick des Alltags. Nichts lenkt ab, der Hintergrund ist neutral. So schaut der Betrachter den abgelichteten Menschen über ihren Gesichtsausdruck und durch die Augen direkt in die Seele. Was sich dort abspielt, welche Gemütslage, Hoffnungen, Ängste und Wünsche die Flüchtlinge haben, wird erahnbar und in einem Kurzinterview konkret. So wird der Flüchtling als Individuum wahrgenommen und erlangt einen Teil seiner Würde zurück.

Gymnasialdirektor Gerhard Motschmann lobte das Foto-Projekt, weil es in hervorragender Weise gelinge, die Menschen, die in den Medien oft als Flüchtlingsstrom bezeichnet werden, zu individualisieren. Die Bilder „berühren, bewegen und machen nachdenklich und lösen Empathie aus“. Den Schülern werde mit der Ausstellung zu der Thematik ein „neuer, anderer Blickwinkel eröffnet“.

Lehrer und Hobbyfotograf Alexander Gohlke holte die Ausstellung ans Dorfener Gymnasium, „ein ehrgeiziges Projekt mit einem Anfang, Mitte und Ende“. Das Entscheidende sei, das die Fotoserie eine Aussage mache, mit der die beiden Fotografen „etwas zu sagen haben“. Der Verdienst der Arbeit sei es, dass sie einzelne Personen aus der anonymen Masse der Flüchtlinge und Asylsuchenden heraushebe und ihnen ein Gesicht und Stimme gebe.

Bürgermeister Heinz Grundner sagte, die gesamte Menschheit sei aufgerufen, „sich zu unterstützen und in Notlagen zu helfen“, was uns derzeit ganz besonders treffe. Diesen Anspruch bringe die Ausstellung näher, „die aufrüttelt“ und die Möglichkeit gebe, diese Herausforderung aus einen anderen Blick zu erkennen. „Die Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich, denen geholfen werden muss.“ Die Ausstellung ist noch bis 3. Dezember in der Aula des Gymnasiums zu sehen.  

Hermann Weingartner

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