Grün ist die Hoffnung: Bockhorn setzt sich für die Straßmaier-Variante ein, eine Trasse schräg durch den Fliegerhorst. Im Verfahren ist derzeit aber nur die Süd2-Trasse der Nordumfahrung (rot und orange). Die Abzweigung westlich von Unterstrogn hat ein Bürger ins Spiel gebracht (beides grün eingezeichnet). grafik: staatliches Bauamt/ta

Bockhorn beharrt auf Fliegerhorst-Trasse

Bockhorn - Die Gemeinde Bockhorn hält an einer Nordumfahrung durch den Fliegerhorst fest. Die so genannte Straßmaier-Variante soll untersucht werden, fordert der Rat.

Eine Trasse, die durchs Fliegerhorstgelände führt: Das ist für die Gemeinde Bockhorn die ideale Lösung für die Nordumfahrung. In der Sitzung am Donnerstag sprach sich der Gemeinderat erneut dafür aus, diese Planung weiterzuverfolgen.

Die so genannte Straßmaier-Variante verläuft zum Teil auf Fliegerhorstgelände. Sie zweigt nach einer Skizze der Gemeinde westlich von Emling kurz vor dem Anwesen Straßmaier von der B 388 ab und kreuzt die Startbahn im Fliegerhorst. Diese Variante sei die kürzeste und somit die günstigste. In einem informellen Gespräch im Dezember 2012 habe Bayerstorfer ihm zugesagt, diese Linienführung zu prüfen, erklärte Bürgermeister Hans Schreiner (FW Bockhorn). Eine Rückmeldung habe er noch nicht.

„Ich habe meine Zweifel, ob das so ernst gemeint war“, sagte Hermann Pröll (SPD). „Es wird immer gesagt, dass man die Fliegerhorst-Trasse nicht prüfen kann, solange nicht sicher ist, wann der Standort geschlossen wird. Bei Erding geht das auf einmal. Man will uns für dumm verkaufen“, monierte Pröll und spielte darauf an, dass die Entlastung der Alten Römerstraße in Langengeisling über den Fliegerhorst laufen soll (wir berichteten).

Bei der Bürgerversammlung für Langengeisling im vergangenen Oktober hatte Bayerstorfer der Fliegerhorst-Option für die Nordumfahrung keine realistische Chance gegeben, da man allein 60 Hektar Ausgleichsfläche bräuchte. Dennoch hält Bockhorn daran fest und fordert ein offizielles Gutachten.

Zuvor hatte Schreiner von einer weiteren Variante berichtet, die ein Anwohner von Hecken ins Spiel gebracht hatte. Der Bürger sei an Landrat Martin Bayerstorfer herangetreten „mit der Bitte um Prüfung, inwieweit der mögliche östliche Startpunkt der Nordumfahrung Erding weiter westlich verlegt werden kann“ - ob also anstatt der Einschleifung östlich von Unterstrogn die Anbindung im Westen des Ortes realisiert werden kann, zum Beispiel mit einem Kreisverkehr an der Kreuzung B 388/ED 20.

Im Februar 2011 sei die östliche Einschleifung zwischen Hecken und Unterstrogn als Vorzugsvariante beschlossen worden, antwortete der Landrat schriftlich. Die Anknüpfung westlich von Unterstrogn sei lediglich ein Jahr zuvor noch eine der ernsthaft geprüften Alternativen gewesen. Nun erwartet Bayerstorfer die Stellungnahme der Gemeinde, ob der Vorschlag des Heckeners weiter verfolgt werden soll.

Bockhorn ist aber gegen sämtliche Varianten der Nordumfahrung im Bereich Unterstrogn - also auch gegen die von dem Heckener gewünschte. Bereits 2009 hatte die Gemeinde alle Planungen abgelehnt. Man habe die Befürchtung, dass sie eine starke Staubsaugerfunktion hätten - sprich, dass der Verkehr von der Staatsstraße 2084 durch Mauggen, Bockhorn und eventuell auch Hecken angezogen werde. „Das bedeutet eine Mehrbelastung für die Gemeinde“, sagte Geschäftsleiter Heinz Schoder auf Nachfrage. Das Schreiben des Landrats sei nur eine Hinhaltetaktik, meinte Anton Lechner (Grünbacher Liste).

Einen schriftlichen Antrag habe die Gemeinde beim Landratsamt bereits eingereicht. Nun sollen die Kreistagsfraktionen helfen: Die Kommune will sie auffordern, den Antrag zu stellen, die Straßmaier-Trasse zu prüfen. Zudem bekommt Bayerstorfer einen Brief, in dem auf den bisherigen Schriftverkehr und die bisherige Haltung der Gemeinde verwiesen wird.

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