Bockhorn gegen Erding

Bockhorn - Schwer enttäuscht ist man im Gemeinderat Bockhorn. Wenn die Ortsumfahrung für Grünbach nicht in die Pläne integriert wird, überlegt man, die Erdinger Nordumfahrung zu blockieren.

Als Antwort darauf, dass die Umfahrung Grünbachs nicht Teil der Plänen der Nordumfahrung Erdings ist, regte Edmund Papsthard in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bockhorn an, nun Widerstand gegen das Vorhaben zu leisten. Mit den Flächen der Gemeinde könne man die Nordumfahrung ablehnen, meinte er.

Bürgermeister Hans Schreiner berichtete den Gemeindräten aus der Kreistagssitzung und stellte die beiden südlicheren Trassen der Nordumfahrung vor. Die Verlängerung als Umfahrung von Grünbach habe er zwar vorstellen können, jedoch wurde kritisiert, dass keine detaillierte Verkehrszählung vorliege und das Kosten-Nutzenverhältnis nicht stimme. „Den Nutzen haben die Bürger Grünbachs“, erklärte Schreiner, „und die Kosten hätte man kalkulieren müssen“.

Die Nordumfahrung bringe zusätzlich das Problem der Einschleifung auf die B 388 bei Unterstrogn, so Schreiner. Hierzu gebe es verschiedene Varianten, von der kreuzungsfreien Einfahrt bis zum Kreisel. Das Verkehrsaufkommen bedeute für die Gemeinde in jedem Fall eine zusätzliche Belastung. Prognostiziert seien 16 000 Fahrzeuge, davon etwa 14 000 aus Grünbach kommend, der Rest als Querverkehr von der Staatsstraße 2084 aus kommend durch Mauggen, Bockhorn und Hecken oder Oberstrogn.

Hermann Pröll kritisierte, dass man die Verkehrsbelastung Grünbachs einfach ignoriere und zeigte sich entsetzt über die Einschleifung bei Unterstrogn. Nicht zuletzt hinsichtlich der Kosten, „denn wenn wir später doch noch einmal mit der Ortsumfahrung Grünbach anfangen, und haben da die Bauwerke, dann ist das ein Wahnsinn“. Vizebürgermeister Georg Mesner, gab zu bedenken, dass andere Gemeinden längst ein solches Verkehrsaufkommen hätten und dennoch auf eine Umgehungsstraße warten müssten. Für Pröll kann es jedoch „kein Argument sein, erst einmal die Katastrophe abzuwarten“. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, um mit dem Verkehr in Grünbach, Bockhorn und Mauggen umgehen zu können. „Wir können nicht bis 2020 oder 25 warten, wir müssen Druck machen“.

Dass dieser Druck sich auch gegen die Nordumfahrung wenden kann, zog Papsthard ins Kalkül. Einen Antrag wollte er dazu vorerst noch nicht stellen, nachdem Herbert Mesner auf die Sitzung der CSU-Kreistagsfraktion zu diesem Thema am Dienstag, 13. April, um 20 Uhr beim Wirt in Hörgersberg hingewiesen hatte. Danach, versicherte Schreiner, werde man weitere Schritte beraten. (gse)

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