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Der Tatort: Am Grünbach, der unter dem Schloss hindurch läuft, treibt der Biber sein Unwesen.

Ärger am Grünbach

Biber bereitet dem Grünbacher Schlossherrn Sorgen

Schlossbesitzer Conrad Wilhelm Binding ist besorgt: Am Grünbach treibt seit kurzem ein Biber sein Unwesen. Binding befürchtet unter anderem einen Umweltschaden. Doch so einfach kann er dem Nager nicht an den Pelz.

Grünbach Ein neuer Grünbacher fällt derzeit durch seine Aktivitäten auf. Gesehen hat ihn aber noch keiner. Seit rund zwei Wochen sind im Schlossgarten entlang des Grünbachs einige Bäume von einem Biber angenagt worden. Dieser errichtet außerdem einen Staudamm im Bach. Schlossbesitzer Dr. Conrad Wilhelm Binding hat Angst um die beschädigten Bäume, was seine Besorgnis wegen des angestauten Wassers im Grünbach noch verstärkt.

Der Bach fließt unter dem Innenhof und dem Schloss hindurch. Bei starkem Regen ist er bisher schon häufig voll gewesen, das heißt bis zu 60 Zentimeter höher als der normale Pegelstand. Wenn jetzt durch den Biberdamm ein zusätzlicher Stau entsteht, kann das Wasser in den Innenhof, den Schlossgarten, schlimmstenfalls aber auch in die Kelleretagen des Schlosses eindringen. „Dort steht im nächsten Kellerraum ein Öltank mit 20 000 Litern Fassungsvermögen. Wenn der durch das Stauwasser beschädigt wird, würde ein immenser Umweltschaden entstehen“, sagt Binding besorgt.

Der Schlossherr ist selbst Jäger und hat nach Bemerken des Bibers sofort mit Thomas Schreder, dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes Erding, telefoniert. Beide wissen, dass Biber stark geschützt sind. Das heißt, man darf ihnen nur bei höchster Gefahr auf den Leib rücken. Eine Sondergenehmigung zum Abschuss muss man bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt beantragen. „Das wollen wir aber nur im äußersten Notfall durchführen. Vorher werden wir alle Möglichkeiten versuchen, den Biber mit probaten Unannehmlichkeiten aus dem Schlossgarten und dem Grünbach, zumindest im Ortsbereich, zu vertreiben.“

Binding hat sich mit einem der drei Biber-Berater des Landkreises verständigt und ist zur Tat geschritten. Die ersten Maßnahmen waren, die Bäume in der Umgebung des Bachs mit Drahtmänteln zu schützen. Zusätzlich löst Binding den Damm immer wieder auf, egal, wie oft das Tier „nachbessert“. Die Hoffnung Bindings ist, dass es dem Eindringling irgendwann zu dumm wird und er das Weite sucht.

Im Landkreis wie auch im Freistaat sind laut Schreder immer mehr Biberburgen zu finden. Durch den verbotenen Abschuss vermehren sich diese zusehends. „Sie haben ja auch keine natürlichen Feinde im flachen Land, das heißt Wölfe und Luchse“, erklärt Schreder.

Biber leben in erster Linie von Trieben, Knospen und Blättern der meisten heimischen Bäume. Gräser und Kräuter sowie die Rinde der umstehenden Bäume und der Äste, die auch als Winternahrung herhalten müssen, werden ergänzt durch Feldfrüchte. Die Biber, die in Sachen Körpergröße zweitgrößten Nagetiere, halten keinen Winterschlaf. Sie paaren sich im Winter, und die Weibchen bekommen dann im späten Frühjahr bis zu vier Junge. Ihre einzigen Feinde bei uns sind Fuchs und Uhu. Randolf Gänger

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