Wollen eine gute Idee erneut aufleben lassen: Edeltraud Kaiser (l.) und Annelie Hinterwimmer sind die Initiatorinnen einer Nachbarschaftshilfe in Bockhorn.
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Wollen eine gute Idee erneut aufleben lassen: Edeltraud Kaiser (l.) und Annelie Hinterwimmer sind die Initiatorinnen einer Nachbarschaftshilfe in Bockhorn.

Erster Versuch scheiterte vor fünf Jahren

Zweiter Anlauf für Bockhorner Nachbarschaftshilfe

Wird's diesmal was mit einer Bockhorner Nachbarschaftshilfe? Die Initiatorinnen sind zuversichtlich.

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Schon einmal, vor gut fünf Jahren, starteten vier Bockhorner den Versuchsballon einer Nachbarschaftshilfe: der heutige Bürgermeister Lorenz Angermaier aus Kirchasch, Walter John aus Grünbach, Edeltraud Kaiser aus Bockhorn und Annelie Hinterwimmer aus Oberstrogn. Zwar wurde ihr damaliges Hilfsangebot vereinzelt angenommen, doch richtig „fliegen“ wollte der Ballon nicht. Jetzt wagen die beiden engagierten Damen einen zweiten Anlauf und laden zum Mitmachen ein.

Kaiser und Hinterwimmer sind beide seit Jahren Gemeinderätinnen der Freien Wählergemeinschaft und Seniorenreferentinnen. Und sie verstehen nicht so ganz, weshalb der damalige Start nicht erfolgreich verlief. „Wir hatten zwar ein paar wenige Personen, die nach Fahrten zum Arzt, zum Friseur oder nach Erding gefragt haben“, erinnert sich Kaiser, 59, von Beruf Bauzeichnerin. Damals sei wenig Werbung für die gute Sache gemacht worden, vielleicht sei auch die Bücherei als Anlaufstelle „nicht optimal gewählt“ gewesen.

Weil sie und Hinterwimmer, 54, die als Chemielaborantin arbeitet, nach wie vor Bedarf für Hilfsleistungen sehen, wollen sie einen Neustart wagen. Und so laden sie alle Interessierten am Donnerstag, 1. Oktober, um 20 Uhr zum Wirt nach Riedersheim ein, um dort die Möglichkeiten für eine Hilfsorganisation auszuloten. „Es gibt sicher einige Personen in der Gemeinde, die aufgrund ihrer Fähigkeiten in der Lage sind, anderen zu helfen oder Fahrdienste zu übernehmen – alles natürlich im freiwilligen Ehrenamt“, ist Hinterwimmer überzeugt.

Sie und Kaiser sind zuversichtlich, einige Hilfsbereite zu finden, denn schon 2014, als sie erstmals eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen hatten, fand sich auf Anhieb rund ein Dutzend Gleichgesinnter. „Und wir müssen diesmal stärker für das Thema werben“, sehen die beiden Damen einen der Problempunkte. Daher wollen sie beim Start des neuen Projekts nicht mehr die Bücherei als Anlaufstation nehmen, sondern das Rathaus Bockhorn. Dort sollen Hilfsbedürftige „idealerweise rund um die Uhr“ bei einer eigens dafür installierten Hotline anrufen können, um ihren jeweiligen Bedarf zu melden. „Allerdings“, schränken Kaiser und Hinterwimmer ein, „können und wollen wir weder Krankenpflege oder Mitarbeit in einem Haushalt anbieten“.

Andererseits sind sie sich sicher, dass vor allem viele ältere Menschen in der Gesamtgemeinde an Fahrdiensten interessiert sind. „Einige wollen oder können nicht mehr mit dem eigenen Auto fahren, andere haben keine Busverbindung an ihrem Wohnort oder Verwandte, die sie um eine Mitfahrgelegenheit bitten könnten“, haben die beiden Seniorenreferentinnen festgestellt. Auch für die Sicherheit aller Beteiligten müsste gesorgt sein. Und so würden selbstverständlich jene, die in ihrem eigenen Auto Fahrgäste mitnehmen, auf jeden Fall die Fahrtkosten oder einen kleinen Kostenbetrag ersetzt bekommen.

Ebenso klar ist den Initiatorinnen, dass alle möglichen Helfer während ihrer Arbeit bei der Nachbarschaftshilfe versichert sein müssen. Aus einer ersten Erfahrung heraus wissen Kaiser und Hinterwimmer aber auch, dass von Seiten der Hilfsbedürftigen eine gewisse Offenheit gefragt sein wird. „Niemand soll sich schämen müssen, wenn er oder sie einen unserer Dienste annehmen möchte. Am Anfang mag es für manche eine Hemmschwelle geben, bei uns anzurufen, aber letztlich kann daraus ein wirklich gutes und soziales Angebot in der Gemeinde entstehen.“

Erst einmal sind aber Mithelfer gesucht, die sich wünschenswerterweise zahlreich zum ersten Treffen im Oktober einfinden.

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