Bevor es weiter leer steht, sollen im Alten Rathaus Bürger getestet werden, dachten sich (Bild links, v. l.) Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier und Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller. Zweimal die Woche, freitags und sonntags, hat das Testzentrum für je vier Stunden geöffnet und testet auch ohne Termin – mit sei aber besser.
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Bevor es weiter leer steht, sollen im Alten Rathaus Bürger getestet werden, dachten sich (Bild links, v. l.) Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier und Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller. Zweimal die Woche, freitags und sonntags, hat das Testzentrum für je vier Stunden geöffnet und testet auch ohne Termin – mit sei aber besser.

Gemeinde Bockhorn und Malteser richten Testzentrum ein – Zweimal die Woche geöffnet

Altes Rathaus, neuer Nutzen

  • Friedbert Holz
    vonFriedbert Holz
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In Bockhorn gibt es nun auch ein Schnelltestzentrum. Bevor das Alte Rathaus weiter leer steht, nutzen wir es sinnvoll, dachten Bürgermeister Lorenz Angermaier und Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller.

Bockhorn – Die Idee war schnell geboren: Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller aus Mauggen und Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier fanden, dass sich das leer stehende Alte Rathaus gut als Schnelltest-Station eignen würde. Und so können sich nun alle, die aus beruflichen oder privaten Gründen einen Corona-Test benötigen, problemlos in ihrer Gemeinde testen lassen.

„Nachdem wir bereits Teststationen in Erding, Dorfen und Forstern haben, die allesamt gut laufen und gut angenommen werden, entschieden wir uns relativ spontan, auch Bockhorn aufzunehmen“, sagte der Chef des Malteser Hilfsdiensts in Erding am Freitag der Heimatzeitung. Bereits seit 21. Mai können sich freitags und sonntags für je vier Stunden alle Testwilligen im Alten Rathaus an der Oberen Hauptstraße melden. „Wir testen im Auftrag des Landratsamts asymptomatische Personen, der Test ist natürlich kostenlos“, so Oberpriller. Heißt: Wer Erkältungssymptome hat, muss weiterhin zu den Screeningstellen in Erding oder Dorfen.

Wer sich testen lassen will, kann einen Termin übers Internet buchen oder über einen sogenannten QR-Code. „Eine Voranmeldung ist sinnvoll“, so Oberpriller, „denn erstens ist eine kontaktlose Vorab-Registrierung sicherer, und zweitens braucht jeder, der mit einem Termin zu uns kommt, nicht so lange warten“. Tests sind jedoch auch ohne Anmeldung möglich.

Das Ergebnis gibt‘s per SMS oder E-Mail

Alle Testwilligen müssen eine FFP2-Maske tragen und den Personalausweis mitbringen. 15 bis 30 Minuten nach dem Schnelltest wird das Ergebnis per SMS und/oder E-Mail übermittelt und kann mit dem individuellen Testcode auf der Malteser-Webseite abgerufen werden.

Auch Bürgermeister Angermaier ist zufrieden: „Hiermit bieten wir eine wohnortnahe Testmöglichkeit an. Denn vermutlich sind solche Schnelltests noch für einige Zeit zwingende Vorgaben für die Angebote in Handel und Gastronomie, bei Veranstaltungen und für Reisen. Die Räume unseres Alten Rathauses, über dessen Weiterverwendung noch nicht final entschieden ist, eignen sich darüber hinaus sehr gut für diesen Zweck.“

Oberpriller kann dem nur zustimmen: „Die Tatsache, dass die Testwilligen vom Schulhof aus ins Gebäude eintreten und das Alte Rathaus über seine eigentliche Eingangstür wieder verlassen können, ermöglicht uns einen mühelosen und sicheren Ablauf.“ Und der sieht so aus: „Zuerst werden die zu testenden Personen erfasst und gehen weiter zum eigentlichen Schnelltest. Deshalb benötigen wir hier immer zwei Leute im Wechsel, die sich aus einem rund 25 Personen umfassenden Fundus rekrutieren.“

Nicht angenehm, aber notwendig

Wie lange die Malteser nun diese Teststation betreiben, hänge ganz vom Bedarf ab. „Ich denke, wir werden uns nach der jeweiligen Inzidenz-Zahl richten müssen“, sagte Oberpriller.

Am Freitag etwa waren 60 Testwillige angemeldet – so viele, wie auch schon an den vergangenen Test-Terminen. Einer von ihnen, der elfjährige Tristan aus Bockhorn, war mit seiner Familie gekommen, um sich per Test die Eintrittserlaubnis für eine Reise in den Europapark Rust zu sichern. „Ein Stäbchen in der Nase zu haben, ist zwar nicht sehr angenehm. Aber dafür kann ich mich nun auf einen tollen, erlebnisreichen Tag voller Vergnügen freuen“, relativierte der junge Mann die Prozedur.

„Nicht sehr angenehm“ ist das Stäbchen in der Nase, wie der elfjährige Tristan aus Bockhorn (Bild oben) berichtete. Allerdings ist der Schnelltest seine Eintrittserlaubnis für den Europapark Rust und damit für „einen tollen, erlebnisreichen Tag voller Vergnügen“.

Noch sehr jung ist auch das Test-Personal: Die 18-jährige Eva-Maria Albert aus Finsing studiert Biologie in München und betreute den Aufnahme-Vorgang. Ihre Kollegin im Schutzanzug, für die Durchführung der Tests verantwortlich, war Bettina Pfanzelt aus Wartenberg. Sie kennt sich bestens mit dem Testen aus: „Normalerweise arbeite ich in den Behinderten-Werkstätten der Barmherzigen Brüder in Algasing. Dort testen wir jede Woche rund 700 Menschen“, erzählte die ebenfalls 18-Jährige. Sie leistet gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Maltesern ab, ihr Berufswunsch ist Notfall-Sanitäterin – wen wundert’s?

Friedbert Holz

Testzentrum Bockhorn

Altes Rathaus an der Hauptstraße, geöffnet freitags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Mitzubringen ist der Personalausweis. In den Räumen besteht FFP2-Maskenpflicht. Um Wartezeiten zu minimieren, wird um Terminvereinbarung auf www.malteser-bayern.de/coronatest gebeten.

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