Atemalkoholtest
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Mindestens 0,5 Promille Alkohol hatte der Waldkraiburger am Morgen während dem Unfall im Blut. Symbolbild.

Mit 0,5 Promille in die Arbeit

Geldstrafe und Fahrverbot für Alkoholfahrt mit Unfall

  • vonMayls Majurani
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Ein 63-Jähriger baute angetrunken auf der St2084 bei Bockhorn einen Unfall. Nun muss er eine Geldstrafe zahlen und darf eine Weile nicht mehr fahren.

Erding/Bockhorn – Weil er den Straßenverkehr gefährdet hatte, musste sich ein Waldkraiburger vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Er war Ende 2019 angetrunken auf der Staatsstraße 2084 bei Bockhorn unterwegs und verursachte einen Verkehrsunfall. Jetzt muss er eine Geldstrafe zahlen und weitere sieben Monate auf den Führerschein verzichten.

Am Morgen des 11. Dezember war der heute 63-Jährige mit seinem BMW auf dem Weg zur Arbeit. Bei Bockhorn wollte er einen Sattelzug überholen, verschätzte sich jedoch beim Gegenverkehr und musste hinter dem Laster wieder einscheren. Dabei stieß er mit dem rechten Heck seines Wagens gegen die Fahrerseite des Lkw. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten Alkoholgeruch und Ausfallerscheinungen fest. Eine Blutentnahme im Krankenhaus bestätigte 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Der Angeklagte erklärte, dass er sich diesen Wert nicht erklären kann: „Ich trinke nicht viel. Da habe ich vielleicht ein Feierabendbier am Vorabend getrunken.“ Der Unfall sei nicht aufgrund der Alkoholisierung passiert, sondern weil er sich einfach nur verschätzt habe. Richterin Michaela Wawerla ließ sich von der Aussage nicht überzeugen: „Mit einem Feierabendbier haben sie am nächsten Morgen keine 0,5 Promille.“ Einer Zeugenaussage am Unfallort zufolge habe der Mann vor dem Eintreffen der Polizei viel Wasser und Saft getrunken.

Von einer Alkoholisierung wollte aber auch der Fahrer des Lastwagens, mit dem der Angeklagte zusammenstieß, nichts wissen. Er habe sich mit dem Mann am Unfallort unterhalten, bis die Polizei kam. „Ich habe nicht gesehen, dass er getrunken hat. Für mich war er normal“, sagte der Lkw-Fahrer. Doch der ärztliche Untersuchungsbericht, den Wawerla vorlas, sprach eine andere Sprache. Von einem schwankenden Gang und einer verwaschenen Aussprache war dort die Rede, woraufhin der Angeklagte einräumte, alkoholisiert gewesen zu sein.

Staatsanwältin Lina Schneider forderte eine Geldstrafe für den Angeklagten: 60 Tagessätze zu je 30 Euro (also 1800 Euro) und ein Fahrverbot für sieben Monate. 40 Tagessätze hielt dagegen die Verteidigung für ausreichend, ohne ein weiteres Fahrverbot. Der Führerschein war bereits nach dem Unfall entzogen worden.

„Es tut mir furchtbar leid“, sagte der Waldkraiburger. „Es wäre schön, wenn ich meinen Führerschein baldmöglichst wieder bekommen könnte.“ Darauf muss er aber noch sieben Monate warten. Richterin Wawerla folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft.

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