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Aus den USA nach Oberstrogn: Große Paddelgaudi auf der Strogen

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Von: Friedbert Holz

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Gleich geht´s los: Vor der Emmlinger Brücke warteten die ersten Teilnehmer schon ungeduldig in ihren Booten auf das Startsignal und die Zeitnahme. Teil des Bockhorner Ferienprogramms Schnellstes Team mit 14,42 Minuten
Gleich geht´s los: Vor der Emmlinger Brücke warteten die ersten Teilnehmer schon ungeduldig in ihren Booten auf das Startsignal und die Zeitnahme. Teil des Bockhorner Ferienprogramms Schnellstes Team mit 14,42 Minuten © Thomas Obermeier

Ein lustiges Paddelbootrennen mit vielen Teilnehmern gab‘s beim Bockhorner Ferienprogramm auf der Strogen.

Emling – Normalerweise fließt die Strogen mit eher träger Strömung unter der Brücke von Emling in Richtung Wehr bei der Oberstrogner Mühle. Doch wo sonst ein Entenpärchen ruhig seine Bahnen zieht, da brodelte das Wasser am frühen Sonntagnachmittag: Denn Bernhard Molocher hatte wieder einmal zum Paddelbootrennen eingeladen und über ein Dutzend Teilnehmer in allen Alters- und Bootsklassen war gekommen.

„Diese Idee von Paddelbootrennen habe ich bei einem längeren Aufenthalt in den USA kennen gelernt“, so Organisator Molocher aus Grünbach, „allerdings wird dort mit Kanus gefahren“. Diesen Spaß brachte er vor einiger Zeit auch auf den heimatlichen Fluss, sehr zur Freude vieler Bootsfreunde. Nach einer Corona- und Wetter-Zwangspause ging es heuer wieder auf: Mit meist aufblasbaren Wasserfahrzeugen waren die Teilnehmer zur Emlinger Brücke gekommen, um sich hier mit anderen beim Wettrennen im nassen Element zu messen. Mit dabei waren auch viele Familien, schließlich war dieses Event auch ins Bockhorner Ferienprogramm mit aufgenommen worden.

„Die Renn-Regeln sind ganz einfach“, erklärte Molocher den Teilnehmern, „ihr fahrt hier unter der Brücke los bis zum Wehr an der Mühle. Das sind etwa 1,6 Kilometer. Dort wartet auf dem Steg ein Päckchen Gummibären auf jeden von euch. Sobald ihr das geholt habt, geht die Fahrt wieder zurück zur Brücke hier und hier nimmt mein Helfer Christophe Claude dann die gefahrene Zeit“. Also mussten, meist Väter, die SUPs (Stand-Up-Paddles) oder Gummiboote aufblasen helfen, Mütter kümmerten sich derweil um richtig angelegte Schwimmwesten und um letzte Ermahnungen für ihre fahrgierigen Sprösslinge.

Endlich wurden die diversen Wasserfahrzeuge an einem Steg auf die Strogen gesetzt, durften von kleinen und großen Seeleuten bestiegen werden. Los ging’s – gestartet wurde in fünf Kategorien.

„Ich fahre mit meinem Sohn Julian, der ist gerade fünf geworden, wir wohnen in besagter Mühle direkt am Wasser“, war Alexander Klar, 38, schon etwas nervös vor der gemeinsamen Tour. Der zehnjährige Sebastian Kaiser aus Grünbach ging die Sache schon gelassener an: „Ich fahre hier mit meinem Crane 290-Boot bereits zum zweiten Mal“. Und Patrick Steinberger aus Oberstrogn machte es sich auf der mitgebrachten Decke am Ufer erstmal gemütlich: „Ich schau lieber zu, wenn meine Frau Cäcilia sich als Kapitänin versucht“.

Groß angerückt war sogar eine zehnköpfige Gruppe der Jugendfeuerwehr Bockhorn mit Jugendwart Björn Landau, der verriet: „Wir nehmen mit insgesamt vier Booten teil, haben aber auch für die Feier danach am Grill vorgesorgt, mit zwei Kisten Getränken und 20 Würschtel“. Landau selbst hat bereits drei Mal an der Strogen-Wettfahrt mitgemacht, findet diese Idee „richtig cool“. Natürlich feuerte er, wie andere Mütter, Väter, Onkels und Omas die jeweiligen Teilnehmer an, die nicht alle mit den Grundsätzen des Bootfahrens vertraut schienen: Manche kämpften mit der richtigen Schlagrichtung ihrer Ruder, andere konnten sich mit dem Partner im Boot nicht darüber einigen, wie sie wohl gemeinsam zu Gummibärchen und letztlich zum Ziel finden könnten. Diese Unklarheiten belustigten die Zuschauer auf der Brücke und entlang der Strogen, manchmal aber halfen wertvolle Tipps, von außen zugerufen, dann doch.

Schließlich waren Maria Irl und Vroni Adelsperger, beide 15, mit einer Zeit von 19,22 Minuten die Schnellsten und durften sich als Boots-Sieger feiern lassen. Nur der 41-Jährige Matthias Schumacher auf seinem blauen SUP (glatte 16 Minuten) und das Vater-Sohn-Team Klar im einzigen Kajak (14,42 Minuten) durchpflügten das heimatliche Gewässer schneller.

Doch Gewinner waren sie alle: Sie hatten einen nicht alltäglichen Spaß erlebt, vielleicht etwas über richtiges Rudern und Navigieren gelernt, waren in sportlicher Gangart in frischer, nicht zu heißer Luft unterwegs gewesen. Und am Abend freute sich auch das Entenpaar wieder – über viel Ruhe, bis zum nächsten Sommer dann.

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