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Ein Unfallschwerpunkt: die Kreuzung der Staatsstraße 2084 mit der ED 20.

Zwischen Mauggen und Papferding

Bei diesem Radweg läuft nichts rund

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Seit Jahren wünschen sich viele in der Gemeinde Bockhorn einen Radweg von Hecken über Bockhorn und Mauggen, weiter über Neumauggen, Papferding, Breitasch bis Walpertskirchen. Doch einige Grundeigentümer legen sich quer. Bringt ein Unfallschwerpunkt das Projekt jetzt doch noch in Fahrt?

Bockhorn – Die Logik des Radwegebaus im Erdinger Land ist simpel: Das Straßenbauamt plant, der Landkreis zahlt, die Kommunen bringen die Grundstücke bei. Allerdings gilt die Regel: Radwege sind nicht so bedeutsam, dass dafür unwillige Grundbesitzer enteignet werden. Verkauft einer nicht, ist das Vorhaben passé. Daran ist im Landkreis schon so mancher Radweg gescheitert, beziehungsweise konnte nur lückenhaft gebaut werden. Danach sieht es derzeit auch in der Gemeinde Bockhorn aus.

Zwischen dem Hauptort und Mauggen gibt es einen Radweg neben der Kreisstraße ED 20. Bürgermeister Hans Schreiner berichtet: „Der Gemeinderat will schon seit Jahren diesen Radweg verlängern.“ Ursprünglich hatten die Bockhorner an den Lückenschluss bis zur Staatsstraße 2084 Erding–Dorfen gedacht. „Doch das war nicht genehmigungsfähig, denn Radwege dürfen nur zwischen zwei Ortsteilen gebaut werden“, erinnert sich Schreiner. Deswegen habe man die insgesamt etwa drei Kilometer lange Verlängerung über die Staatsstraße durch den Wald bis zur Abzweigung Papferding ins Auge gefasst.

„Vor etwa zwei Jahren wurde eine Entwurfsplanung vorgelegt – und mit den etwa 15 betroffenen Eigentümern gesprochen“, erzählt Schreiner. Es seien ernüchternde Gespräche gewesen. Und das trotz mehrerer Varianten. „Es gibt ein paar Anlieger, die generell nicht bereit sind, Grund für einen Radweg abzutreten“, berichtet der Rathauschef. „Dann gibt es welche, die zwar nicht begeistert sind, aber mitziehen würden, wenn der Radweg sonst scheitert.“ Das heißt: „Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das Projekt auf Eis zu legen“, meint Schreiner achselzuckend. Er verspricht aber, „dass wir es sicher eines Tages wieder probieren werden“.

Denn Schreiner hat nicht nur die Radfahrer, Fußgänger, Kinder auf Dreirädern und kleinen Fahrrädern sowie Senioren im Blick („Wir werden alle älter“). Er sieht auch den Unfallschwerpunkt bei Neumauggen. Auf der Kreuzung mit der ED 20 kracht es ständig (wir berichteten). Der Freie-Wähler-Kreisrat kann sich nur wundern: „Dort wollten wir schon vor zehn Jahren einen Kreisverkehr. Der ist damals abgelehnt worden. „Kein Unfallschwerpunkt“, habe es damals geheißen.

Im Zuge des Radwegebaus würde das Straßenbauamt aber einen Kreisel bauen – damit die Radler sicher über die Straße kommen. „Das muss man nicht verstehen“, sagt Schreiner kopfschüttelnd. Doch genau dieser Zusammenhang könnte das Projekt doch noch voranbringen.

Polizei und Straßenbaubehörde sprechen längst sehr deutlich von einem Unfallschwerpunkt. Ein Kreisel könnte nun ohne Radweg realisiert werden. Auch wenn die ablehnenden Grundbesitzer am längeren Hebel sitzen, es gibt in Bockhorn neben dem Gemeinderat etliche Bürger, die die gefährliche Situation an der ED 20 kritisieren und sich einen Radweg sehnlichst wünschen.

Die Befürworter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, glauben, gute Argumente zu haben. So gehören Breitasch und Papferding nicht nur politisch, sondern auch schulisch und zum Teil auch kirchlich zu Bockhorn – die ED 20 ist damit auch ein Schulweg. Sie verweisen zudem auf die vielen Sportler aus der Gemeinde, die den Walpertskirchener Sportplatz ansteuern. Nicht zuletzt verweisen die Fürsprecher eines Radwegs auf den Zuzug und damit auf die steigende Mobilität – auf zwei und vier Rädern.

Ihre Hoffnung und die des Gemeinderats: Dass der Lauf der Geschichte die Eigentümer doch noch zum Einlenken bewegt. Mit der Freigabe der A 94 hat der Querverkehr über Bockhorn und Walpertskirchen stark zugenommen. Ein weiteres Anschwellen wird erwartet, wenn die Nordumfahrung von Erding fertig ist. Sie wird bei Hecken beginnen.

„Die sehr schmale ED 20 ist zu einer wichtigen Verkehrsader geworden. Dafür ist sie nie gebaut worden. Zum Teil ist es dort schon heute sehr gefährlich, vor allem für Fußgänger und Radfahrer“, sagt Schreiner. Eine Anwohnerin meint: „Wir haben schon heute Angst auf dieser Straße.“

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