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Ganztagsschule und Lern-Landschaften: Der Gemeinderat von Bockhorn ermittelt für die örtliche Grundschule den pädagogischen Bedarf, ehe es an bauliche Details geht (Symbolbild).

Ganztagsschule und Lern-Landschaften

Die Bockhorner Grundschule soll zukunftsfit werden

Ganztagsschule und Lern-Landschaften: Der Gemeinderat von Bockhorn ermittelt für die örtliche Grundschule den pädagogischen Bedarf, ehe es an bauliche Details geht.

Bockhorn – Die Gemeinde Bockhorn steht, was die örtliche Grundschule angeht, vor zwei elementaren Entscheidungen: Wie kann ein neues Konzept aussehen, wenn von 2025 an Kinder in Bayern den gesetzlichen Anspruch auf eine Ganztagsschule haben? Und wie lässt sich das alte Rathaus in der Ortsmitte baulich in ein „Ensemble Schule Bockhorn“ samt Gemeindebücherei integrieren? Dazu gab es in Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend Ideen, Vorschläge und auch Bedenken.

„Schule muss künftig ein Lebensort sein, soll den Kindern Spaß machen“

Um für die Diskussion im Gremium eine Grundlage zu haben, hatten Schulleiterin Friederike von Fraunberg, Jugendreferent Martin Haindl und Elternbeiratsvorsitzender Thomas Fisch ein Konzept erarbeitet. Es zeigt den Bedarf der Grundschule auf (etwa 160 Kinder pro Jahr in acht Klassen), die Angebote einer Ganztagsschule inklusive Mittagessen, dafür erforderliche Räume, ein mögliches pädagogisches Konzept sowie Ideen für die Planung.

Zudem hatte sich eine Gruppe mit Stephan Treffler, Leiter der neu strukturierten Mittelschule am Erdinger Lodererplatz, getroffen. Vor allem Gemeinderat Thomas Fisch (FWG) zeigte sich geradezu euphorisch angesichts der dort schon umgesetzten Raum- und Lern-Philosophie. „Schule muss künftig ein Lebensort sein, soll den Kindern Spaß vermitteln“ gab er als Parole aus. Trefflers Konzept, ausgearbeitet von einer Firma, die sogenannte Lern-Landschaften individuell für jede Schule entwickelt, sei auch keinesfalls teuer und basiere auf der engen Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und Eltern.

Moderne Lösung im alten Rathaus

Umgemünzt auf die Nutzung des alten Rathauses lasse sich sicher auch dafür eine moderne Lösung erarbeiten. Im Gegensatz zu Franz Auer jun. und Bernhard Stein (beide CSU), die einen Total-Umbau des maroden Gebäudes in Frage stellten und vor einem vorauseilenden Gehorsam bezüglich der Einführung einer Offenen Ganztagsschule warnten, plädierte Fisch dafür, erst einmal den pädagogischen Bedarf zu ermitteln, bevor über bauliche Details geredet werde. Schützenhilfe bekam er von der Schulleiterin: „Wir haben heute eine ganz neue Ausrichtung in Lehrplan und Pädagogik, Schule muss zukunftsfit sein. Daher sollte ein schlüssiges Lernkonzept vor konkreter Bauplanung stehen“, so von Fraunberg.

Nachdem auch Lorenz Angermaier (Bürgerliste Kirchasch) und Anton Lechner (Grünbacher Liste) dafür plädiert hatten, sich hierzu externe Hilfe von Experten zu holen, schlug Bürgermeister Hans Schreiner (FWG) vor, Kontakt zu einem solchen Planungsbüro aufzunehmen.

„Bockhörnchen“ bleiben zunächst im alten Rathaus 

Die Gruppe Kleinkinder, die „Bockhörnchen“, soll aber bis zur Fertigstellung des neuen Kindergartens in Grünbach (wir berichteten) noch ihren nun vor Brand geschützten Raum im alten Rathaus behalten.

Ungeklärt ist in diesem Zusammenhang die Unterbringung der Gemeindebücherei. Derzeit, so beklagte Edeltraud Kaiser (FWG), hätten Besucher der Bibliothek im alten Rathaus kaum Platz, um sich bewegen zu können. Sie wünsche sich eine nachhaltige Lösung. Und obwohl der Plan für einen Umbau des Erdgeschosses, wo bis vor kurzem die Raiffeisenbank untergebracht war, genehmigt ist, macht laut Schreiner eine Baumaßnahme wohl keinen Sinn, bevor nicht die Situation der Schule geklärt ist. Nicht unerheblich für die Kostenberechnung sei zudem, so Schreiner, dass die Heizung saniert werden müsse – „das allein sind Kosten in Höhe von 30 000 Euro“.

Friedbert Holz

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