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Alles im Griff, nicht nur das Geländer, hat Bürgermeister Hans Schreiner in der Gemeinde Bockhorn.

Interview mit Bürgermeister Hans Schreiner

„Mit 63 kann die Rente kommen“

Im Gemeinderat Bockhorn hatte Bürgermeister Hans Schreiner (FW, 62) jüngst bekannt gegeben, dass er bei den kommenden Kommunalwahlen im März 2020 nicht mehr für das Amt des Rathauschefs kandidieren wird (wir berichteten). Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt er Einblicke in seine Entscheidung und Ausblicke auf seine persönliche Zukunft.

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Was hat Sie dazu bewogen, 2020 nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren?

Nach 36 Jahren in der Kommunalpolitik – 18 Jahre als Gemeinderat, 18 Jahre als Bürgermeister – glaube ich, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um aufzuhören. Ich durfte eine insgesamt schöne Zeit erleben, und mit dann 63 Jahren kann die Rente wohl kommen.

Hatten Sie vor der Ankündigung im Gemeinderat Ihre Verwaltung informiert?

Zuerst habe ich meine Fraktion der Freien Wähler in Kenntnis gesetzt, dann den Gemeinderat. In der Verwaltung habe ich meine Entscheidung natürlich immer schon mal anklingen lassen.

Wie waren die ersten Reaktionen von Gemeinderäten, Bürgern, Bekannten und Freunden?

Die meisten, die mich bisher darauf angesprochen haben, finden es schade, dass ich aufhöre. Manche hätten sich noch eine weitere Periode vorstellen können. Doch fast alle haben Verständnis für meine Entscheidung, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist.

Werden Sie nach der Kommunalwahl noch politisch aktiv bleiben, und wenn ja, wo und wie?

Hier in der Gemeinde sehe ich kein anderes politisches Amt, aber vielleicht auf Kreisebene. Falls es mein Nachfolger wünscht, stehe ich ihm (oder ihr) gerne beratend zur Seite. Aber ich werde mich definitiv niemandem aufdrängen.

Könnten Sie sich vorstellen, Ihre Erfahrung eventuell auf anderen Ebenen einzubringen?

Da fällt mir im Moment nichts Konkretes ein. Zunächst einmal bin ich unserem Herrgott dankbar dafür, dass ich so lange ein solches Amt bekleiden durfte. Wenn meine Amtszeit im März 2020 zu Ende ist, werde ich wahrscheinlich diese Zeit gedanklich verarbeiten und mich verstärkt um meine Landwirtschaft kümmern. Außerdem reisen meine Frau und ich sehr gerne.

Haben Sie Ihr Amt gerne bekleidet, werden Sie Ihre Arbeit als Bürgermeister vermissen?

Zweifellos werde ich das Amt vermissen, zumindest am Anfang. Denn es war eine schöne Zeit. Ich durfte vor allem mit einem Gemeinderat arbeiten, der zwar manchmal anderer Meinung war, der aber stets mit gegenseitigem Respekt agiert hat.

Noch ein kurzer Rückblick auf bald 18 Amtsjahre: Was waren Highlights und Niederlagen?

Ein funktionierendes Geschäftshaus in Bockhorn zu haben, mit einem gut frequentierten Laden, das ist schon ein Erfolg. Zudem ist die Gemeinde in dieser Zeit um gut ein Drittel an Einwohnern gewachsen, das beweist durchaus Attraktivität. Wir konnten Bauland schaffen und unsere sozialen Einrichtungen wie Kindergarten und Schule immer auf Stand halten, und das bei einer gesunden Finanzlage. Leider konnten wir kein Seniorenheim umsetzen, zudem mussten wir ein Sterben der Wirtshäuser und Bäckereien miterleben.

Was haben Sie noch vor in Ihrem letzten Amtsjahr? Was möchten Sie umsetzen?

Gerne würde ich noch zwei neue Baugebiete erschließungsreif sehen.

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