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Stehen für Tierschutz in der Landwirtschaft: Agrarministerin Michaela Kaniber (M.) zeichnete Georg und Gertraud Mayr sowie Andrea Mayr-Bierwirth mit Töchterchen Sophia und Robert Mayr (v. l.) mit dem Bayerischen Tierwohlpreis aus. 

Stall als Wohlfühloase - Ministerin Kaniber begeistert

Bockhorner Bauer gewinnt Tierwohlpreis

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Die Landwirtsfamilie Mayr aus Kalling bei Bockhorn ist mit dem bayerischen Tierwohlpreis ausgezeichnet. Die Jury meint: Bei den Mayrs ist der Kuhstall eine Wohlfühloase.

Bockhorn/München – Es sind wohltuende Nachrichten in Zeiten, in denen vereinzelte Landwirte am Pranger stehen, weil sie ihre Tiere aus Profitgier quälen und reihenweise Todesfälle in den oft riesigen Beständen achselzuckend hinnehmen. Es gibt Bauern, die sich in besonderer Weise um ihre Bestände kümmern. Zu ihnen gehört auch Robert Mayr, der mit seiner Gattin Andrea Mayr-Bierwirth und seinen Eltern Georg und Gertraud Mayr in Kölling (Gemeinde Bockhorn) eine Michviehhaltung betreiben. Am Dienstag erhielten sie den Tierwohlpreis 2019. Überreicht wurde er ihnen von Agrarministerin Michaela Kaniber in München.

2016 gebaut, 2017 ist der neue Stall fertig

Der 29-Jährige berichtet, dass sie sich 2013 Gedanken gemacht hätten, am alten Stall festzuhalten oder einen neuen zu bauen, bei dem das Wohl der derzeit 75 Kühe im Vordergrund stehen.

„Wir haben uns einige Stallungen angeschaut und im Internet recherchiert“, berichtet Mayr jun. Schließlich sei die Entscheidung gefallen: lieber weniger Kühe, dafür eine besonders tierfreundliche Haltung. 2016 bauten sie, im Jahr darauf nahmen sie den Stall in Betrieb.

Lob von der Ministerin

Kaniber würdigte, dass die Mayrs einen Kompostierungsstall errichtet hätten, dessen Liege- und Bewegungsfläche tief mit Hobelspänen und Sägemehl eingestreut werde. „Diese weiche und trittsichere Fläche ohne Einzeltierabtrennungen ermöglicht den Tieren eine völlig freie Wahl des Liegeortes und der -haltung“, so die Ministerin. Mit 15 Quadratmeter pro Tier böten die Mayrs ihren Kühen ein sehr großzügiges Liegeflächenangebot. „Diese tierwohlfreundliche Haltung sowie die beständige Anpassung und Verbesserung des Einstreumanagements zeichnet den Betrieb aus.“

Tierwohlpreis: Nur drei Gewinner in ganz Bayern

Der Junior berichtet, dass sie vom Planer auf den Tierwohlpreis aufmerksam gemacht worden seien. „Wir haben entschieden, da machen wir mit“, sagt der 29-Jährige. Eine Expertengruppe habe den Hof in Augenschein genommen. „Wir haben uns sehr gefreut, als wir gehört haben, dass wir unter den Siegern sind.“ 26 Betriebe hatten sich beworben. Drei Sieger wurden gekürt – neben den Mayrs ein weiterer Milchviehbetrieb im Kreis Deggendorf und ein Schweinemäster im Kreis Donau-Ries.  ham

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