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Bei der Vernissage von Claus Langheinrich (3. v. l.): Bürgermeister Hans Schreiner, Rita Langheinrich, Mulu und Hussien Nuru, Hilde und Dr. Werner Czudnochowsky (v. l.).

Langheinrich zeigt Portraits aus Äthiopien

Im Rathaus Bockhorn: Bilder, die Geschichten erzählen

Hagere Männer mit stolzem Blick, dunkelhäutige Frauen mit kleinen Tellern in den Ohrläppchen oder ein Bub mit verschmierter Rotznase – diese und noch viel mehr Eindrücke begegnen einem noch bis 6. März im Rathaus Bockhorn.

Bockhorn – Hagere Männer mit stolzem Blick, dunkelhäutige Frauen mit kleinen Tellern in den Ohrläppchen oder ein Bub mit verschmierter Rotznase – diese und noch viel mehr Eindrücke begegnen einem noch bis 6. März im Rathaus Bockhorn.

Der Fotograf Claus Langheinrich stellt dort 28 Werke unter dem Titel „Äthiopische Impressionen“ aus. Der Lengdorfer hat die berührenden Zeugnisse auf einer Expeditionsreise mit seiner Frau Rita – „der besten Regieassistentin“ – festgehalten. Innerhalb von Sekunden habe er sich dabei für die Motive entscheiden müssen. Dieses Land, das zu den ärmsten der Erde zählt, sei nicht geeignet für einen All-inclusive-Urlaub. Dieses Land müsse anders erschlossen werden, über die Menschen, die dort leben.

Äthiopien: Aufgeschlossen und warmherzig

Und die sind laut Langheinrich beeindruckend. „Obwohl sie gerade mal ihr Leben so fristen, sind die Männer sehr stolz und die Frauen sehr schön“, beschrieb er bei der Vernissage. Das äthiopische Volk sei aufgeschlossen und warmherzig. Es lege größten Wert auf Sauberkeit und Höflichkeit. „Schauen Sie sich den Augenausdruck auf den Bildern an“, riet der Fotokünstler, der seine mittlerweile 46. Ausstellung bestückte. „Wenn Sie die Zeitreise, zum Teil zurück bis ins Mittelalter, hinter sich haben, finden Sie vielleicht zu sich selbst.“ Die Bilder brauchen keine Erklärungen, jedes spricht für sich, denn der Pädagoge versteht Fotografie als ein Medium, mit dem er Geschichten erzählen kann. So liest Langheinrich gewissermaßen mit seinen Aufnahmen äthiopische Geschichten vor.

Äthiopienhilfe vor fast 30 Jahren in Bockhorn gegründet

Bockhorn eignet sich deshalb so gut als Ausstellungsort, weil dort vor fast 30 Jahren das Ehepaar Dr. Werner und Hilde Czudnochowsky die Äthiopienhilfe gegründet hat. Anlass war die Ankunft der äthiopischen Familie Nuru im Jahr 1986. Dr. Czudnochowsky half 1989 der mittlerweile als Fotomodell bekannten Sara Nuru im Krankenhaus in Erding auf die Welt. Die beiden Familien pflegen bis heute Kontakt und waren auch bei der Vernissage anwesend.

Für die umsichtige musikalische Begleitung war Gertie Angermaier mit ihrem Chor Stella Cadente zuständig. Die jungen Sängerinnen und Pianistin Barbara Waxenberger ernteten viel Applaus, so dass Bürgermeister Hans Schreiner, der auch die Laudatio hielt, meinte: „Jetzt wissen Sie, warum wir so stolz auf unsere Mädels sind.“

Alexandra Anderka

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