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Volles Haus in Kirchasch: Zur Jahresversammlung des Maschinenrings Erding waren viele Landwirte gekommen. Auch Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner (vorne) war zu Gast.

Die große Stütze der Landwirtschaft

Kirchasch: Protest-Bauer zu Gast beim Maschinen- und Betriebshelferring

In der JHV des Maschinen- und Betriebshilfsrings Erding referierte Sebastian Dickow, Sprachrohr der frustierten Bauern und der Bewegung „Land schafft Verbindung“.

KirchaschGut zwei Stunden musste sich Sebastian Dickow, Referent in der Jahresversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Erding im Gasthaus Bauer, gedulden. Bevor das prominente Sprachrohr der frustrierten Bauern in Bayern, der Bewegung „Land schafft Verbindung“, ans Mikrofon trat, waren einige Regularien und Berichte des Vereins abzuarbeiten.

Dickow ist 30 Jahre jung, war bereits in Meetings mit Ministerpräsident Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel. Er ist Landwirt in Mamming (Kreis Dingolfing), tourt derzeit jedoch durch die Republik, um auf die Probleme der heimischen Landwirtschaft hinzuweisen. Er redet über ärgerliche Diskussionen zur neuen Düngeverordnung, entrüstet sich darüber, dass Landwirte bei zunehmenden finanziellen Einbußen immer mehr für Umwelt- und Artenschutz leisten sollen, dass Endverbraucher in den Supermärkten oftmals ein ignorantes Verhalten gegenüber den teils existenziellen Sorgen der Bauern zeigten.

„Trotzdem sollten wir nicht aufgeben, unsere Arbeit transparenter zu machen. Es braucht mehr Aufklärung. Schließlich können wir nicht dauernd mit unseren Traktoren nach Berlin fahren. Das schafft bei der Bevölkerung eher noch mehr Widerstand als Verständnis.“ Dafür bekam Dickow viel Beifall im gut gefüllten Saal. Aufmunternde Worte und eine mit regionalen Waren gefüllte Holzkiste waren ihm als Dank für sein Engagement sicher. „Ein kleiner Trost“, meinte der so Geehrte, „denn mittlerweile habe ich aus eigener Tasche bald 50 000 Euro für Reisekosten und andere Auslagen ausgegeben.“

Um viel Geld ging es auch in den Berichten des Maschinenring-Vorstands. Geschäftsführer Martin Haindl (Hecken) nannte ein Haushaltsvolumen von rund 380 000 Euro in Einnahmen und Ausgaben, davon allein für Personal rund 268 000 Euro. Aus den Rücklagen hätten im vergangenen Jahr rund 23 000 Euro entnommen werden müssen, um in kein Defizit zu laufen. „Dies muss sich ändern. Wir appellieren an ein ausgeglichenes Ergebnis“, monierten dann auch die Kassenprüfer, die Bankvorstände Michael Utschneider (Sparkasse) und Christian Berther (Raiffeisenbank).

Vorsitzender Günther Drobilitsch (Dorfen) schlug eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 35 auf 50 Euro im Jahr vor. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit bei vier Gegenstimmen angenommen. Der Haushaltsentwurf für 2020 weist in Einnahmen und Ausgaben 367 000 Euro auf.

Große Zahlen wurden auch in der täglichen Arbeit des Maschinenrings bewegt. So berichtete Haindl von Verrechnungswerten beim Einsatz der landwirtschaftlichen Maschinen in Höhe von rund 7,8 Millionen Euro. Die Betriebshilfe setzte fast 1,5 Millionen Euro um. „Dabei haben 46 unserer Lohnunternehmer rund 2,8 Millionen Euro abgerechnet. In der Betriebs- und Haushaltshilfe wurden in 2019 rund 35 000 Stunden geleistet, und bei der MR Personaldienste GmbH in Erding entstand mit 16 Mitarbeitern ein Umsatz von etwa 785 000 Euro, was fast 100 000 Euro Provision erbrachte.“

Mittlerweile, darauf ist der Maschinenring stolz, gehören ihm im Landkreis 2084 Mitglieder an. Damit decken die Leistungen der Vereinigung 85 Prozent aller ländlichen Betriebe ab und 96 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Auch von der Maschinenring Erding GmbH konnte deren Geschäftsführer Paul Sedlmaier (Kirchberg) viel Positives berichten. „Wir haben rund 2,1 Millionen Euro umgesetzt. Immerhin 54 Landwirte im Kreis profitieren von uns. Sie haben dadurch einen nicht unerheblichen Nebenerwerb, etwa durch ihre Hilfe beim Winterdienst“, sagte er.

Trotzdem, so beklagte Drobilitsch, würden immer mehr rechtliche Auflagen die Arbeit der zumeist selbstständigen Betriebshelfer behindern: „Sie müssen jetzt ein Sechstel ihrer Arbeitszeit außerhalb der sozialen Betriebshilfe absolvieren, um ihren Status als Selbstständige behalten zu können.“ Auch der Bürokratismus greife immer mehr um sich: „Manche Anträge umfassen mittlerweile 13 Seiten. Das ist alles andere als hilfreich bei unserer Arbeit“, beklagte Drobilitsch.

Friedbert Holz

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