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Ein möglicher Standort für einen Supermarkt wäre nach Auffassung der Bockhorner Gemeinderäte Bernhard Stein (CSU) und Walter John (Grünbacher Liste) diese Fläche im Gewerbegebiet Unterstrogn an der Gruckinger Straße/ED 20 vor dem Getränkegroßhandel Kratzer.

Debatte um CSU-Antrag im Gemeinderat

Bockhorn: Supermarkt oder Dorfladen?

Hitzige Diskussion im Gemeinderat Bockhorn: Die CSU wünscht sich einen Supermarkt in der Gemeinde. Der Antrag führte zu einer Grundsatzdebatte.

VON FRIEDBERT HOLZ

BockhornEs lag Spannung in der Luft, als Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier (FWG/Bürgerliste Kirchasch mit Umgebung) am Donnerstagabend im Gemeinderat einen Tagesordnungspunkt zur Diskussion stellte, der auch einige Zuhörer ins Pfarrheim gelockt hatte. Es ging um den Antrag der CSU auf einen Supermarkt in der Gemeinde. Nach einer hitzigen Diskussion stellte die Fraktion ihre Eingabe an die Verwaltung aber ergebnislos zurück.

Die vier CSU-Räte fordern in diesem Papier den Bürgermeister persönlich dazu auf, sich zeitnah um Gespräche mit einem möglichen großen Nahversorger zu kümmern. Schließlich, so Bernhard Stein, „braucht unsere weiter wachsende Gemeinde endlich einen Supermarkt auch auf Gemeinde-Areal. Derzeit muss man entweder nach Erding-West oder nach Taufkirchen zum Einkaufen fahren“. Daher gelte es, jetzt „aktiv einen Betreiber dafür zu suchen“ und diesen Bedarf auch im Flächennutzungsplan zu berücksichtigen.

Sabine Huber, im Wahlkampf unterlegene CSU-Bürgermeisterkandidatin, monierte zudem, dass Angermaier noch vor Monaten selbst mit einer Verbesserung der Versorgungslage geworben habe.

Der Bürgermeister antwortete darauf, „dass wir selbstverständlich jeden Nahversorger nehmen würden, doch gibt es bisher keinerlei Angebote“. Er jedenfalls fühle sich überfordert, zeitnah einen solchen zu finden. Zudem stelle sich die Frage, ob ein Vollsortimenter überhaupt die richtige Lösung für Bockhorn sei.

In diese Richtung argumentierte auch Martin Haindl (FWG): „Vielleicht sind ja funktionierende Dorfläden zielführender, als soziale Treffpunkte in den Teilorten. Dabei könnten dann auch regionale Produkte vermarktet werden, die bei einem Vollsortimenter keine Chance hätten.“ Christof Kronseder (Bürgerliste Kirchasch) ergänzte: „Für einen Supermarkt haben wir in unseren Orten doch gar keinen Platz, also müssten wir in jedem Fall wieder mit dem Auto fahren.“ Hubert Strasser aus Kirchasch (Bürgerliste), dem Teilort mit der größten Versorgungslücke, warf ein, dass „eine schnelle Lösung sicher nicht machbar“ sei.

Als möglichen Standort für einen Supermarkt schlugen Walter John (Grünbacher Liste) und Stein einen Platz im Gewerbegebiet Unterstrogn vor. Dieses Gelände war schon einmal diskutiert worden und soll möglicherweise irgendwann erweitert werden. Ob dort jedoch ein Supermarkt angesiedelt werden könnte, sieht Heinz Schoder, Geschäftsleiter im Rathaus, kritisch: „Erstens sprechen wir hier von einem Gebiet, das noch nicht rechtskräftig erschlossen ist. Und zweitens bräuchten wir die Zustimmung des Landratsamts für einen großen Laden dort. Diese Behörde sieht aber einen Lebensmittelhandel lieber ortsnah.“ Vor Jahren, so Schoder weiter, habe schon einmal ein Betreiber Interesse an einem Supermarkt in Grünbach an der B 388 gezeigt. „Doch als er hörte, dass eine Ortsumfahrung geplant ist, war auch er schnell wieder weg.“

Vize-Bürgermeister Thomas Fisch (FWG) schlug schließlich vor, das Thema Nahversorgung in den neu formierten Ausschuss für Umwelt, Bauen und Entwicklung zu tragen. Auch Bürgermeister Angermaier, im CSU-Antrag als „Erlediger“ angesprochen, sieht das Thema als ein sehr grundsätzliches an: „Es ist nicht sinnvoll, ein solches Anliegen in einen Antrag zu stellen. Hier handelt es sich schließlich um ein allgemein bekanntes und die gesamte Gemeinde betreffendes Problem, das wir hier alle gemeinsam zu lösen haben.“

Er hält vielmehr eine Klausur des Gemeinderats zu diesem und anderen Themen für zweckvoll und schlug für September ein solches Treffen vor – „aber selbstverständlich mit einem Mediator, der uns führt“. Damit war der an ihn gerichtete CSU-Antrag hinfällig.

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