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Für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden (vorne, v. l.) Siegfried Hilger (Maierklopfen), Hans Floßmann (Bockhorn), Stephan Lampl (Bockhorn), Gerhard Wölfl (Erding) und Wolfgang Baumgartner (Englpolding) sowie Stefan Gelhart (Bockhorn, nicht anwesend) geehrt. Ihnen gratulierten (hinten, v. l.) Bürgermeister Hans Schreiner, die Kommandan ten Matthias Stürzer (Eschlbach), Josef Viereck (Kirchasch) und Thomas Lampl (Bockhorn) sowie Vize-Bürgermeister Lorenz Angermaier.

Bürgerversammlung

Alle Wege führen nach Bockhorn

„Unser Standort ist nicht außergewöhnlich, aber interessant.“ So charakterisierte Bürgermeister Hans Schreiner seine Gemeinde in der Bürgerversammlung mit einem Schmunzeln.

Kirchasch – „Unser Standort ist nicht außergewöhnlich, aber interessant.“ So charakterisierte Bürgermeister Hans Schreiner seine Gemeinde in der Bürgerversammlung mit einem Schmunzeln. Einerseits habe Bockhorn keine Riesenunternehmen mit entsprechenden Steuerzahlungen, andererseits bilde es ziemlich genau die Mitte des Landkreises. Letzteres unterstrichen die Bürgeranfragen an Landrat Martin Bayerstorfer betreffend großer Verkehrsprojekte, die durchs Gemeindegebiet verlaufen.

Rund 100 Besucher aus fast allen Ortsteilen waren am Dienstagabend ins Gasthaus Bauer in Kirchasch gekommen. Vor dieser Kulisse wollte Gemeinderat Martin Haindl wissen, ob das Startbahn-Moratorium Auswirkungen auf den Fortgang der Nordumfahrung habe. „Eine dritte Startbahn am Flughafen war keine Bedingung für die Umfahrung Erdings“, antwortete Bayerstorfer. Falls die Bahn gebaut werde, würden die Landkreise Erding und Freising vom Freistaat weitere Zuschüsse für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur erhalten. Bisher seien bei der Nordumfahrung rund fünf Millionen Euro für Planung und Grundstücke ausgegeben worden.

Ein Bürger fragte den Lankreis-Chef, wann und ob der S-Bahn-Ringschluss zum Flughafen komme. Bei der Beantwortung dieses Themas konnte Bayerstorfer kein eindeutiges Datum sagen, machte aber seinem Ärger über den Öffentlichen Personennahverkehr Luft. „Wir investieren von Jahr zu Jahr immer mehr in unsere Busverbindungen. Doch obwohl immer weniger Personen die Busse nutzen, werden ständig noch mehr Service und Fahrzeiten verlangt“, kritisierte er. Auf der anderen Seite sei der ÖPNV zu teuer, vor allem für Schüler und Senioren.

Weit ausholen musste der Landrat beim Thema Kreisumlage, also dem Geld, das von den Gemeinden an den Kreis fließt. „Allein unser Klinikum samt neuer Schule für Pflegekräfte und die weiterführenden Schulen kosten sehr viel Geld. So entfallen etwa 5500 Euro täglich nur an den Unterhalt unserer Schulen“, rechnete er vor. Der Landkreis müsse von der Kreisumlage schließlich auch rund 30 Prozent an den Bezirk Oberbayern abführen.

Der Bürgermeister konnte schnell den Unmut eines anderen Bürgers besänftigen. Der hatte moniert, dass es in der Gemeinde vier verschiedene Feuerwehren gebe. „Eine Feuerwehr mit ihrer professionellen Ausstattung war immer schon teuer. Auch jetzt schaffen wir wieder zwei neue Fahrzeuge an. Doch im Ernstfall sind wir alle froh, wenn die Helfer mit den roten Autos schnell da sind. Immerhin handelt es sich hier um Freiwillige – wir brauchen diese Leute dringend“, erwiderte Schreiner. Und so ehrte der Gemeindechef für jeweils 25 Jahre Dienstzeit bei den verschiedenen Wehren Hans Floßmann, Stephan Lampl (beide Bockhorn), Siegfried Hilger (Maierklopfen), Gerhard Wölfl (Erding) und Wolfgang Baumgartner (Englpolding) mit Urkunde und einem Gemeindekrug.

In seinem Rückblick erwähnte Schreiner vor allem die gute wirtschaftliche Lage der Gemeinde, „auch wenn die Gewerbesteuer bei uns nicht so fließt wie andernorts im Landkreis“. Bockhorn habe wieder eine Menge investiert: zwei Millionen Euro für Straßen- und Brückensanierungen, den neuen Recyclinghof, die Feuerwehr und die Kinderbetreuung am Ort.

Nicht zufrieden sei er mit dem Breitbandausbau. „Manches“, so Schreiner, „läuft viel zu langsam, und wir haben auch noch einige weiße Stellen auf der Karte. Gerade in Außenbereichen ist noch viel zu tun, doch auch die Akzeptanz der Kunden könnte besser sein. Schließlich bringt es nichts, bei Problemen in der Gemeinde anzurufen – wir sind schließlich kein Internet-Anbieter“.

Dafür hatte der Bürgermeister viele Zukunftsthemen im Angebot. Ein zweiter Kindergarten auf dem Adlerhorst-Gelände in Grünbach, neue Feuerwehrhäuser in Grünbach und Bockhorn, ein Radweg von Bockhorn nach Neu-Unterstrogn, der Umbau des alten Rathauses, die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Kirchasch sowie die Ertüchtigung von Kanalnetz und Kläranlage für weitere 20 Jahre stehen an.

Unzufrieden mit
Breitbandausbau

VON FRIEDBERT HOLZ

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