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Startklar für den Wahlkampf (v. l.): Thomas Schreder und Ulrike Scharf (Landtag) sowie Gerlinde Sigl und Franz Hofstetter (Bezirkstag) mit CSU-Kreisvorsitzdendem und Landrat Martin Bayerstorfer.

CSU vor der Landtagswahl

Ulrike Scharf mit 99,2 Prozent nominiert

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Neun Monate vor der Landtagswahl demonstriert die CSU Geschlossenheit: Ulrike Scharf wurde mit 99,2 Prozent als Spitzenkandidatin nominiert. Bezirksrat Franz Hofstetter sowie die Listenkandidaten Thomas Schreder und Gerlinde Sigl landeten ebenso bei über 90 Prozent.

Kirchasch - Wie sich die Zeiten ändern: Vor fünf Jahren war der CSU-Kreisverband gespalten. Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl traten Ulrike Scharf und Amtsinhaber Jakob Schwimmer gegeneinander an Scharf gewann, zog nach einer Zwangspause wieder in den Landtag ein und wurde ein Jahr später Umweltministerin.

Am Montag konnte Scharf entspannt vor die 130 in Kirchasch versammelten Delegierten treten – kein Gegenkandidat, ein guter Ruf und eine Erfolgsbilanz, für deren Vortrag die 50-Jährige eine dreiviertel Stunde brauchte.

2000 Termine habe sie in der zu Ende gehenden Wahlperiode besucht, davon 600 in ihrem Stimmkreis Erding. Darunter seien 60 Bürgersprechstunden gewesen, bei denen sie 150 Menschen angehört habe. 150 Millionen Euro Fördergelder sind Scharfs Angaben zufolge seit 2013 in den Landkreis geflossen. „Viele Projekte habe ich angestoßen oder in der Staatsregierung unterstützt“, bilanzierte Scharf. Als herausragenden Erfolg nannte sie den längeren S-Bahn-Tunnel unter Erding im Zuge des Ringschluss-Baus.

Trotz teils scharfer Kritik mache ihr das Amt der Umwelt- und Verbraucherschutzministerin „jeden Tag Freude“. Seit ihrem Amtsantritt sei viel erreicht worden. Als Beispiele nannte die Maria Thalheimerin den Hochwasserschutz, die Planungen für einen dritten Nationalpark in Bayern sowie den Aufbau einer neuen Lebensmittelkontrollbehörde. Einer deren Dienstsitze befindet sich bekanntlich in Schwaig.

Bei der Klima-Allianz und beim Umweltpakt habe man zahlreiche neue Betriebe und Institutionen gewinnen können, darunter den FC Bayern München.

Auch zu Landkreisthemen bezog die Spitzenkandidatin Stellung. Zur Nordumfahrung von Erding erklärte sie: „Der Freistaat muss den Bau mit dem höchstmöglichen Fördersatz unterstützen und sie dann als Staatsstraße übernehmen.“ Die Flughafentangente sei auf voller Länge vierspurig auszubauen.

Und: Die Reisekauffrau erneuerte ihr Nein zur dritten Startbahn. „Der Bedarf ist weiter nicht vorhanden.“

Gewählt wurde Scharf schließlich mit 128 Ja-Stimmen. Ein Delegierter stimmte mit Nein, ein Wahlzettel war ungültig. Für die Zustimmung von 99,2 Prozent erhielt sie lang anhaltenden Applaus.

97,6 Prozent holte Bezirkstagskandidat Franz Hofstetter. Von den 129 Stimmen waren fünf ungültig, für den Taufkirchener Bürgermeister votierten 121 Delegierte, drei waren gegen ihn. Aus der jüngsten Wahlperiode – der 63-Jährige sitzt seit 2008 im Bezirkstag – berichtete Hofstetter, dass man 2017 unter anderem den Krisendienst Psychiatrie ins Leben gerufen habe. Aus der Betreuung Behinderter, psychisch Kranker und bei der Kulturpflege sei die dritte kommunale Ebene nicht wegzudenken.

32 Millionen Euro habe der Landkreis zuletzt an den Bezirk abgeführt – „aber auch Leistungen in gleicher Höhe bekommen“ – zum Beispiel zwölf Millionen Euro für die vollstationäre Pflege.

In den Wahlkampf ziehen auch zwei Listenkandidaten. Sie müssen oberbayernweit um Stimmen kämpfen. Thomas Schreder strebt in den Landtag. Er erhielt in Kirchasch das schlechteste Ergebnis: 92,8 Prozent. 104 Delegierte stimmen für ihn, acht lehnten in ab, 18 Stimmzettel waren ungültig.

Über die Liste in den Bezirkstag kommen will Gerlinde Sigl. Die Bürgermeisterin von Lengdorf kam auf 97,5 Prozent. 117 waren für sie, drei dagegen, zehn Zettel entsprachen nicht der Norm.

Zuvor hatte Kreisvorsitzender und Landrat Martin Bayerstorfer auf die Wahl und die Monate der politischen Auseinandersetzung davor eingeschworen. „Wir senden heute ein Zeichen der Geschlossenheit und der Schubkraft aus.“ Er appellierte, „selbstbewusst, aber nicht überheblich“ aufzutreten. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen mitgenommen werden“, so Bayerstorfer.

Er hoffe, dass alle vier Bewerber, die er als „politische Schwergewichte“ lobte, gewählt werden. „Erding ist vor allem beim Verkehr überproportional belastet. Daher brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur. Damit unsere Argumente noch mehr Gewicht bekommen, brauchen wir eine noch stärkere Vertretung in Land- und Bezirkstag.“

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