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Ehrung

Die Geburtshelfer der Demokratie

Ohne engagierte Ehrenamtliche würde kein Urnengang funktionieren. Bürgermeister Hans Schreiner hat nun Wahlhelfer geehrt. Die Auszeichnung soll ein Motivationsschub sein.

von Friedbert Holz

Bockhorn – Sie kümmern sich darum, dass Wahllisten korrekt geführt werden, dass Wahlzettel auch den Weg in die Urne finden. Kurz darum, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Wahlhelfer sind quasi die Geburtshelfer der Demokratie. Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner ehrte diese unverzichtbaren Ehrenamtlichen am Montagabend erstmals mit einem Empfang im Rathaus. Ein paar von ihnen haben bereits acht Einsätze absolviert.

Doppelte Stimme und unsichere Wähler

Eine von ihnen ist Edeltraud Kaiser aus Bockhorn, Gemeinderätin für die Freien Wähler. Seit der Bundestagswahl 2002 ist sie Wahlhelferin. „Als ich damals ins Ratsgremium gewählt wurde, war es für mich selbstverständlich, bei den Wahlen zu helfen“, erzählt die 57-jährige Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Auch beim mittlerweile achten Wahleinsatz hatte sie Spaß. Sie liebe die Arbeit im Team.

Die gelernte Mosaik-Bildnerin arbeitet, wo immer sie gebraucht wird. „Nur das Führen der Listen mag ich nicht so“, gibt sie zu. Am liebsten hat sie Kommunalwahlen. „Da kenne ich die Leute, und es ist spannend, wer am Schluss vorne liegt.“

Wenn sie auf ihre bisher acht Wahlen zurückblickt, fällt ihr vor allem jener Mitbürger ein, der sie bei der Abgabe des Wahlzettels fragte, ob er denn richtig gewählt habe. „Wird schon passen“, habe sie geantwortet und das Papier ohne weitere Diskussion in die Urne gleiten lassen.

Gottfried Widl erinnert sich an einen Zwischenfall, bei dem weniger Schlagfertigkeit als Sorgfalt gefragt war. „Wir hatten einen Wähler, der seinen Schein gerade in die Urne werfen wollte, als ein Kollege von mir anhand der Listen feststellte, dass dieser Bürger bereits Briefwahl-Unterlagen geschickt hatte – das geht natürlich nicht“.

Einsatz in drei Schichten

Auch der 54-Jährige aus Hundsdorf hat bereits bei acht verschiedenen Wahlen Erfahrung gesammelt. Für Politik habe sich der Landwirt und Vater von drei erwachsenen Kindern schon immer interessiert, berichtet er. Er ist FW-Gemeinderat. „Als Wahlhelfer habe ich schon alles gemacht. Vor einer Wahl werden wir ja immer intensiv geschult und arbeiten am Wahltag dann in drei Schichten“, erzählt Widl. Diese ehrenamtlichen Einsätze mag er eigentlich gerne, „nur wenn lange niemand in den Wahlraum kommt, will die Zeit gar nicht vergehen“.

Hinter der Idee für die Ehrung stehe kein Geringerer als Bundesinnenminister Thomas de Maizière, berichtete Schreiner. „Wer heute eine Urkunde bekommt oder sogar eine Urkunde mit Ehrennadel, soll damit einen Motivationsschub für weitere Einsätze bekommen“, erklärte er. Wer mindestens fünf Mal bei einer mitgeholfen hatte, bekam auch eine Nadel.

Die Geehrten:

Acht Einsätze als Wahlhelfer:Edeltraud Kaiser, Gottfried Widl, Christian Prang, Christine Westermaier und Stefan Babucke; Sieben Einsätze: Franz Rauch, Ben Garcia, Stefan Melerowitz, Georg Mesner, Bernhard Stein und Waltraud Altmann; Sechs Einsätze:Gerhard Lemmermeier und Walter John; Fünf Einsätze: Marcus Pelzl, Bernhard Berger, Annelie Hinterwimmer, Michael Stock, Peter Brenninger, Lorenz Angermaier, Hubert Strasser, Anton und Georg Huber, Anton Lechner sowie Josef Vieregg; Vier Einsätze:Anton Schlehhuber jun.; Drei Einsätze:Mal Johannes Strohmeier, Katharina Whitney und Matthias Pahl; Zwei Einsätze:Martin Haindl, Franz Auer jun., Maria Deutinger jun. und Anton Mitterer; Ein Einsatz:Beate Eder, Michael Schöttl, Thomas Fisch und Maria Huber.

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