Elisabeth Prostmeier ist im Alter von 84 Jahren verstorben.
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Elisabeth Prostmeier ist im Alter von 84 Jahren verstorben.

Nachruf: Die Riedersheimerin war äußerst beliebt und überwand familiäre Schicksalsschläge

Eine Wirtin, wie man sie sich wünscht: Trauer um Elisabeth Prostmeier

Wirtin in einem kleinen Ort zu sein, bedeutet, fast alle zu kennen, selbst kennt einen sowieso jeder. Wenn eine solche Gastgeberin stirbt, wie jetzt Elisabeth Prostmeier aus Riedersheim im Alter von 84 Jahren, dann trauern viele. Zumal die Verstorbene nicht nur in ihrer großen Familie darauf geachtet hat, dass es allen gut ging. Sie war auch in ihrem Gasthaus sehr beliebt und nicht zuletzt eine super Köchin: Ein besseres Zeugnis lässt sich für eine Wirtin wohl kaum ausstellen.

Mit drei Schwestern und zwei Brüdern in Breitasch geboren und aufgewachsen, hatte sie schon sehr früh viel Verantwortung zu übernehmen. Denn ihre Mutter war jung gestorben, Elisabeth war damals gerade 13 Jahre alt. Als Kind musste sie zudem auf dem elterlichen Hof aushelfen, bis sie in die Volksschule nach Kirchasch kam. Nach acht Pflichtjahren dort absolvierte sie noch zwei Jahre lang eine wöchentliche Berufsschule.

Bevor sie allerdings selbst an eine Familie denken konnte, musste sie einem Onkel in Papferding Hof und Haushalt führen. Danach ging sie noch in die Landwirtschaftliche Haushaltsschule nach Erding, um für alle Haushaltsarbeiten in einem Betrieb gewappnet zu sein. Und sie arbeitete kurz in einer Näherei in Erding, bis sie ihren Mann Franz kennenlernte, der damals in Riedersheim eine Gastwirtschaft samt Viehhandel betrieb. Um einen Einblick in die Gastronomie zu bekommen, lernte sie sogar noch eine Zeit lang in der Gaststätte Zur Post in Erding.

1966 heirateten die beiden, und schon bald danach kam ihr erstes Kind, Sohn Franz (53), auf die Welt. Ihm folgten drei Geschwister: Tochter Elisabeth (52) sowie die Söhne Martin (51) und Gottfried (49). Mittlerweile war die Familie weiter gewachsen, und so durfte sich die Verstorbene auch über sieben Enkelkinder freuen.

Ebenfalls 1966 hatte Elisabeth Prostmeier zusammen mit ihrem Mann die Gaststätte übernommen. Ihr Schwiegervater half hin und wieder aus, verstarb aber bereits zwei Jahre später. Auch sie selbst sollte das Schicksal früh treffen, denn 1989 kam ihr Mann bei einem tragischen Autounfall ums Leben – gerade mal 56 Jahre alt. Von da an versuchte Elisabeth Prostmeier, neben der Gaststätte auch den landwirtschaftlichen Betrieb, den Viehhandel sowie Haushalt und Familie zu führen. Im Jahr 2000 übernahmen dann Sohn Franz und dessen Frau Marianne das Gasthaus.

„Meine Mutter war allseits beliebt bei den Leuten, nicht nur im Gasthaus“, erinnert sich Sohn Gottfried. „Sie trat stets freundlich auf, war auch Herbergsmutter der örtlichen Schützen, sehr gläubig und arbeitete in ihrer Freizeit gerne in ihrem Garten. Hier kümmerte sie sich vor allem um Gemüse und ihre schönen Blumen. Bis zum Schluss blieb sie geistig rege und las die Heimatzeitung mit Interesse – als Wirtin wusste sie aber auch so genau Bescheid darüber, was im Ort vor sich ging.“ Am Gründonnerstag schlief sie nach einem erfüllten Leben für immer friedlich ein.

FRIEDBERT HOLZ

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