Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier wird sich noch länger mit dem Bauvorhaben in Emling befassen müssen.
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Bockhorns Bürgermeister Lorenz Angermaier wird sich noch länger mit dem Bauvorhaben in Emling befassen müssen.

Ablehnende Haltung des Gemeinderats Bockhorn bleibt

Entscheidung um Emlinger Wohnungsbau vertagt: Regierung wird sich einschalten

Das Vorhaben eines Bauherrn, in Emling zwölf Wohnungen zu errichten, hält den Gemeinderat weiter auf Trab. Er hat nun eine Entscheidung verschoben, bis die Regierung von Oberbayern eine Stellungnahme abgegeben hat.

Bockhorn – Der Inhaber eines Biohofs in Emling, der sich gegen den Neubau einer Wohnanlage mit zwölf Einheiten in seiner unmittelbaren Nachbarschaft stellt, will jetzt über seinen Anwalt die Regierung von Oberbayern zur Stellungnahme bewegen. Zwar hatte der Bockhorner Gemeinderat bereits vor zwei Jahren das Baugesuch abgelehnt. Das Landratsamt, ermutigt durch ein umstrittenes Gutachten, sieht aber kein Problem (wir berichteten) und wollte eine Entscheidung der Gemeinde. Wegen der neuen Lage hat der Rat am Donnerstag die Entscheidung auf 15. Juni verschoben.

Eigentlich wollte das Gremium drei Tagesordnungspunkte in einem Thema bündeln: den Vorbescheid zum Neubau der umstrittenen Anlage, den Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan Emling-Ost sowie eine mögliche Veränderungssperre für das Grundstück neben dem Biohof.

Wie berichtet, wollte das Gremium die vom Landratsamtvorgegebene Frist bis zum 15. April für weitere Überlegungen nutzen. Die Behörde findet, im Gegensatz zur Meinung vieler Bürger und auch des Rats, die Auffassung, dass sich das geplante Bauvorhaben in die dortige Bebauung doch einfüge.

Nachdem der Rat das Gesuch 2019 abgelehnt hatte, ließ der Bauwerber kurz vor Weihnachten, als auf dem Biohof kaum gearbeitet wurde, ein Lärmgutachten erstellen und band das Landratsamt mit ein. Nach einer Besichtigung durch die Behörde und mit dem – aus Ratssicht umstrittenen – Gutachten im Hintergrund sprach sie sich schließlich für das Bauvorhaben aus und forderte die Gemeinde auf, ihr Einvernehmen zu erteilen.

„Es gab nochmals Gespräche mit Landrat Martin Bayerstorfer und dem Bauwerber“, sagte Bürgermeister Lorenz Angermaier (FW/Bürgerliste Kirchasch). Er glaubt, auch beim möglichen Bauherrn „eine gewisse Kompromissbereitschaft“ vernommen zu haben. Generell sollte die Gemeinde aber bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung bleiben, so Angermaier. Denn so viele neue Wohnungen mit dazugehörigen Autostellplätzen und dem zu erwartenden Mehrverkehr dort passten nicht, und es sei zudem gefährlich. „Vielleicht lässt sich am Ende aber noch eine gütliche Einigung erzielen“, hofft Angermaier. Denkbar sei die Reduzierung der Wohneinheiten.

Nachdem nun die Stellungnahme der Regierung aussteht, schlug das Landratsamt die Vertagung einer finalen Entscheidung der Gemeinde bis 15. Juni vor. Sowohl Gottfried Widl, Thomas Fisch und Annelie Hinterwimmer (alle FW) vertraten die Meinung, dass diese Frist auch genutzt werden sollte, um in Gesprächen weitere Schritte zur möglichen Lösung zu finden. Fisch: „Die finale Maßnahme eines neuen Bebauungsplans und einer Veränderungssperre bleibt uns immer noch, auch wenn sie Zeit und Geld kosten. Wenn wir jetzt gleich sperren, werfen wir aber die Tür endgültig zu.“ Auch Hubert Strasser (Bürgerliste Kirchasch) glaubte, dass so eine spätere Nachbarschaft „für immer zerstört“ sei. Dieter Kuhn (AfD) schlug eine weitere Ortsbesichtigung vor, sah „aber kein Wohnprojekt bei 600 frei laufenden Hühnern“.

Der Rat folgte dem Vorschlag des Amts, bei einer Gegenstimme von Edeltraud Kaiser (FW). „Ich bin ganz eindeutig für eine Veränderungssperre, denn ich glaube nicht, dass wir am Ende eine völlig andere Situation haben werden“, sagte sie.

Heinz Schoder, Geschäftsführer der Verwaltung, erklärte: „Das Landratsamt kann jetzt auch nichts entscheiden, bevor sich die Regierung geäußert hat. Sollte es aber zu einer Veränderungssperre kommen, würde diese ab dem Tag ihrer Bekanntgabe gelten.“

Friedbert Holz

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