Isidor Lex verstarb im Alter von 81 Jahren.
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Isidor Lex verstarb im Alter von 81 Jahren.

NACHRUF - Isidor Lex, langjähriger Bockhorner Gemeinderat und engagierter Bürger, ist mit 81 Jahren verstorben

„Er hatte die Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen“

  • Friedbert Holz
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Es gibt nicht viele Vereine in Bockhorn, in denen sich Isidor Lex nicht engagierte. Nun ist der beliebte Bürger plötzlich verstorben.

Bockhorn – Sich um andere zu kümmern, sich im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde aktiv einzubringen, das hat Isidor Lex aus dem Weiler Thal ausgezeichnet. Jahrelang engagierte er sich im Gemeinderat und auch in vielen Vereinen. Nun ist der überaus beliebte Bürger im Alter von 81 Jahren unerwartet verstorben.

Als zweitältestes von sieben Kindern wuchs Lex mit seinen zwei Brüdern und vier Schwestern auf einem Bauernhof auf. Schon früh musste er Verantwortung übernehmen. Seine Mutter Rosa starb, als Isidor gerade sechs Jahre alt war, zwei weitere Geschwister sollten ihr später nachfolgen, auch sein Vater Isidor sen. musste die große Familie schon früh verlassen – da war Isidor jun. 21 Jahre alt.

So arbeitete Lex nach der Volksschule erst auf dem elterlichen Hof in Thal und absolvierte die Berufs- und Landwirtschaftsschule in Erding, verdingte sich mit 23 Jahren dann als Baggerfahrer. Dabei lernte er auch seine spätere Ehefrau Marianne Huber kennen, die auf dem Nachbarshof, „beim Baumann“, in die Lehre gegangen war. Die beiden heirateten 1966 und zogen in ihr neues Zuhause in Bockhorn.

Erdings letzter Waagmeister

Zwei Jahre später bewarb sich Isidor Lex um die Stelle eines Waagmeisters in Erding. Zunächst arbeitete er dort im Pachtverhältnis, später aber als Angestellter der Stadt, wog die Schlachttiere, bevor sie zum Metzger kamen. Der „Dore“, wie er von allen liebevoll genannt wurde, konnte offensichtlich gut mit Tieren umgehen und sie vor ihrem letzten Gang beruhigen. Kunden und Kollegen schätzten seine freundliche und verbindliche Art, schließlich verbrachte er seine letzten Berufsjahre von 1993 bis zur Rente 2001 im städtischen Bauhof Erding.

Weil er sich auch für das Geschehen in seiner Gemeinde interessierte, wurde Lex 1978 als CSU-Mitglied in den Gemeinderat gewählt. Vier Wahlperioden lang gehörte er dem Gremium an – bis 2002. Zudem engagierte sich Lex 34 Jahre lang als Bockhorner Ortssprecher. Zudem vertrat er die Gemeinde von 1996 bis 2002 im Wasserzweckverband Erding-Ost. Schließlich bekam er noch ein besonderes Ehrenamt angeboten: Von 2001 bis 2004 war Lex als Schöffe im Erdinger Amtsgericht aktiv.

Auch in der Pfarrei übernahm Lex Verantwortung. So war er ehrenamtlich über 30 Jahre lang in der Kirchenverwaltung tätig. „Er war hier mitverantwortlich für finanzielle, bauliche und personelle Entscheidungen, hat den Bau des Pfarrheims und des Kindergartens mit begleitet“, erinnert sich Sandra Bachmeier, Verwaltungsleiterin des Pfarrverbands Holzland.

Bekannt für seine Feste

„Auch den Kirchenchor hat er mit begründet, obwohl er immer betonte, dass er selbst nicht singen könne.“ Lex war stets mit Rat und Tat zur Stelle. Als einmal beim Aufbau eines Zeltes für das Pfarrfest eine Stange fehlte, fuhr er heim und kam mit einem passend zugeschnitzten Stecken zurück. „Der ist heute noch im Einsatz“, erzählt Bachmeier.

Lex’ große Beliebtheit drückte sich in vielen Vereinszugehörigkeiten aus: Er war Mitgründer und von 2001 bis 2009 Vorsitzender des Gartenbauvereins Bockhon. Auch den Stopselclub hat er mitbegründet, war Mitglied im Kriegerverein und bei der Feuerwehr, brachte sich im Schützenverein Edelweiß Salmannskirchen ein. Überhaupt, so erinnern sich viele Wegbegleiter, seien für Lex das Zusammenkommen und der Zusammenhalt sehr wichtig gewesen, bekannt und beliebt waren seine vielen Feste daheim.

„Mein Onkel hatte die Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen“, sagt sein Neffe Florian Stein. „Was er anpackte, hatte Hand und Fuß. Er war voller Lebensfreude, offen, großzügig und warmherzig.“ So übernahm Lex auch die Betreuung seines älteren Bruders Sebastian, der nach einem Schlaganfall 2015 zum Pflegefall wurde. Er begleitete ihn liebevoll bis zu dessen Tod.

Lex selbst genoss das Rentner-Dasein: Mit seiner Frau reiste er viel, fuhr in die Berge zum Wandern oder unternahm Radtouren mit Freunden. Und er las selbstverständlich die Heimatzeitung, um über das Geschehen in dem Ort, den er so liebte, auf dem Laufenden zu sein.

Isidor Lex hinterlässt seine Frau Marianne und seine Geschwister mit ihren Familien. Seine eigene Ehe ist kinderlos geblieben. Die Beerdigung findet am morgigen Samstag im Familien- und Freundeskreis statt. Heute kann man sich in der Aussegnungshalle von ihm verabschieden. Ein Kondolenzbuch liegt aus.

Friedbert Holz

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