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Erdinger Kreis-ÖDP nominiert Kandidaten

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Von: Friedbert Holz

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Kandidieren für die ÖDP: Felix Mayr (l.) als möglicher Vertreter im Bezirkstag, Wolfgang Reiter als Direktkandidat für den Bayerischen Landtag.
Kandidieren für die ÖDP: Felix Mayr (l.) als möglicher Vertreter im Bezirkstag, Wolfgang Reiter als Direktkandidat für den Bayerischen Landtag. © Friedbert Holz

Die ÖDP Kreis Erding will mit Apotheker Wolfgang Reiter und Physiker Felix Mayr in Landtag und Bezirkstag einziehen.

Riedersheim – „Wir müssen unsere Ansprüche an den Planeten begrenzen“: Unter diesem warnenden Motto tritt die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) bei der Landtagswahl 2023 an und hofft, dass sie mit Apotheker Wolfgang Reiter (Erding) als Direktkandidat erstmals den Sprung in den Bayerischen Landtag schafft. Physiker Felix Mayr (Erding) kandidiert für den Bezirkstag.

Außerdem nominierte die Stimmkreisversammlung beim Wirt z’Riedersheim noch Realschullehrerin Christina Treffler (Erding) und den Förster Walter Zwirglmaier (Dorfen) als Listenkandidaten für die Bezirkstagswahl sowie die Psychologin Dr. Josephine Arnold (Erding) für die Wahl des Landtags.

Vor den einzelnen Wahlgängen, die für die Kandidaten jeweils ein einstimmiges Ergebnis brachte, befasste sich Reiter mit einem grundsätzlichen „Dilemma unserer Zeit“ – mit den Grenzen des Wachstums. „Schon 1972 hatte der Club of Rome davor gewarnt, dass unsere Welt nicht ohne Limit weiter wachsen kann.“ Immer mehr Menschen, die mehr verbrauchen und neben mehr Waren auch immer mehr Müll produzieren, brächten den Planeten Erde an einen Punkt, an dem es nur noch abwärts gehen könne. „Längst ist der Klimawandel auch bei uns eingekehrt, haben wir in diesem Sommer doch ausgetrocknete Flüsse und erodierte Felder erlebt. Unser Wohlstandsmüll füllt die mexikanische Atacama-Wüste, in den Meeren schwimmt unser Plastik, Millionen leiden Hunger“, sagte Reiter. Der 58-Jährige spricht sich aus für mehr regionale Versorgung und Nachhaltigkeit. In seinem Beruf als Apotheker könne er nicht verstehen, dass es wegen Rabattverträgen großer Pharma-Konzerne keine Schmerz- oder Fiebermittel mehr für Kinder gibt, „der Nachschub stoppt hier seit einem halben Jahr, wir brauchen auch in der Gesundheitspolitik dringend einen Wechsel“.

Der 28-jährige Mayr, Direktkandidat für den Bezirkstag, möchte unter anderem deshalb Volksentscheide wie beim Nachbarn Schweiz, sieht in vielen Alltagsgegenständen bereits gefährliche Gifte und macht sich Sorgen darüber, „ob es für die Rettung unserer Umwelt nicht schon fast zu spät ist“.

Großkonzerne, so lautet die einhellige Meinung der ÖDP, dürften nicht allein die Wirtschaft Deutschlands bestimmen. Ein steigendes Bruttosozialprodukt verhelfe nicht automatisch zu einem besseren Leben. Bei der Gesamtentwicklung der Erde von 1900 bis 2100 könne wissenschaftlich festgestellt werden, dass ziemlich genau jetzt jener „Knick“ zu beobachten sei, der nahezu alle Entwicklungen ins Negative zieht. Daher müsse zeitnah reagiert werden, um dies aufzuhalten. „Das sind harte Wahrheiten“, so Reiter, „die uns andere Parteien vor allem vor Wahlen ersparen wollen. Wir als ÖDP müssen das aber aussprechen, es ist unser Job.“

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